Lob vom Fachmann -Töppi: Den “Experten” trotzende Arminia
Spielberichte von Rolf Töpperwien mit Arminia-Beteiligung im ZDF-Sportstudio bestechen meist durch den doch sehr respektvollen Umgang gegenüber den Leistungen unseres kleinen Vereins, der es immer wieder versteht, mit minimalsten monetären Möglichkeiten Maximales zu erreichen. Auf diese 5-fache Alliteration bin ich übrigens ein wenig stolz. Genauso freue mich jedesmal ungemein, wenn Herr Töpperwien aus dem ansonsten üblichen klischeemäßigen Bielefeld-Graue-Maus-Gefasel oder gar einer überheblichen Nicht-Beachtung Arminias herausfällt und dank seines oft sehr gut beobachteten Detailwissens über die Bedingungen, unter denen hier Bundesligafußball gespielt wird, Bielefelds Leistungen zu schätzen weiß und angemessen würdigt.
Töppis Bundesliga-Kolumne
30 Punkte - Den Experten trotzend rangiert Bielefeld im Tabellen-Mittelfeld
Was wäre unsere Bundesliga ohne die so genannten Experten? Ganz arm dran. Vor der Saison, in der Winterpause, eigentlich Tag für Tag werden Statements derjenigen eingeholt, die die Materie am besten kennen sollten. Trainerumfragen, Managermeinungen, Spielerstimmen, Journalisteneinschätzungen - aus all diesen profunden Äußerungen soll sich der Konsument ein möglichst exaktes Bild zur Lage der Liga in der bevorstehenden beziehungsweise laufenden Saison machen können.
Das der FC Bayern Meister würde, meinten die Meisten. Dass der HSV, Schalke und Werder oben mitspielen würden, glaubten viele. Und dass der MSV gleich wieder absteigen müsse, war auch einer großen Expertengemeinde klar.
Nur in einem Fall haben sich alle - mich eingeschlossen - gründlich geirrt: Arminia Bielefeld steht auf Platz elf, mit stolzen 30 Punkten. Schon vor den ersten beiden Saisonspielen (2:5 in Bremen und 0:2 gegen den HSV) war allen klar, dass diese Ostwestfalen erster Absteiger sein würden. Zu groß war der Aderlass in der Sommerpause gewesen.
Trainer Rapolder stieg von der Alm ab, um höher hinaus zu kommen. Köln stellte sich als Irrtum heraus, jetzt ist der Fußball-Lehrer arbeitslos. Delron Buckley, mit 15 Treffen zuvor viertbester Schütze, wechselte nach Dortmund, wo die Ersatzbank mittlerweile sein engster Vertrauter ist. Ervin Skela erklomm den Betzenberg. Ob er die dortige dünne Höhenluft der ersten Liga auch noch nächste Saison einatmen kann?
Lediglich Patrick Owomoyela hat sich verbessert. Von Bielefeld nach Bremen - da kann man nicht viel falsch machen, wenn man seine Nationalmannschaftsansprüche untermauern will.
Glücksfall von Heesen
Was blieb der Arminia vor dieser Saison personell noch übrig? Eine auf den ersten Blick bunt zusammengewürfelte Truppe um den erfahrenen Kapitän Hain herum. Neuzugängen wie Kobylik, Westermann oder Zuma traute man nicht viel zu.
Trainer Thomas von Heesen, zuvor Manager des Clubs und wegen fehlender Alternative zu Rapolder auch dessen Nachfolger, scherte dies alles nicht. Den deftigen Anfangsniederlagen folgten überraschende Punktgewinne. Fast Woche für Woche. Ehemals so erfolgreiche Clubs wie Dortmund und Leverkusen bekamen Bielefelds Stärke, die vor allem auf mannschaftliche Geschlossenheit und clevere Taktik zurückzuführen ist, zuletzt schmerzlich zu spüren.
Pokal-Coup der Arminen
30 Punkte nach 25 Spieltagen - was würden Köln, Kaiserslautern und Frankfurt dafür geben, ähnlich opulent ausgestattet zu sein. A propos Frankfurt: Am 11. April könnte der DSC Arminia sogar Fußballgeschichte schreiben, wenn er im DFB-Pokal-Halbfinale in der bereits jetzt ausverkauften Commerzbank-Arena dem Gastgeber sportlich fair ein Bein stellen würde. Denn dann würden die wackeren Ostwestfalen erstmals in ihrer hundertjährigen Vereinsgeschichte ins Endspiel einziehen.
Und da würde dann ja nur noch ein ganz kleiner Fisch warten: Der FC St. Pauli. Oder - wenn's denn unbedingt sein muss - der FC Bayern.

Was wäre unsere Bundesliga ohne die so genannten Experten? Ganz arm dran. Vor der Saison, in der Winterpause, eigentlich Tag für Tag werden Statements derjenigen eingeholt, die die Materie am besten kennen sollten. Trainerumfragen, Managermeinungen, Spielerstimmen, Journalisteneinschätzungen - aus all diesen profunden Äußerungen soll sich der Konsument ein möglichst exaktes Bild zur Lage der Liga in der bevorstehenden beziehungsweise laufenden Saison machen können.


Wen jemand in den Medien mal positiv über den DSC oder seine Fans schreibt, ist man als Anhänger durchaus verwirrt, ja fast schon geschockt.
Lustig ist nur, dass jeder Armine mit der Zukunft der Abgänge sehr leicht tut, aber an der eigenen verzweifelt. Hier kommt ein ostwestfälischer Charakterzug, die Humorlosigkeit, zum tragen. Ist dass auch wieder ein Mißverständnis?
Jedenfalls wußte wohl jeder, dass Reina und Buckley beim BVB nix reissen, Artur in Berlin nicht glücklich wird und Ansgar Brinkmann nie wieder in der ersten Bundesliga spielen wird. Genauso war klar, dass Owo und Friedrich Ihren weg gehen! Zum Thema Rapolder bleibt nur ein mildes zufriedenes Lächeln in der Runde.
Nur ist es schon fast Ironie, dass der DSC gut spielt. Nein nicht nur ganz passabel usw, sondern teilweise wirklich guten Fussball spielt! Ein Beispiel: Gegen 96 wurde die Mannschaft in der ersten Halbzeit fast nie unter Druck gesetzt, wobei der Ball manchmal durchaus gut lief. Ja es war fast ein one-touch-football zu sehen. Das sieht man natürlich nicht im DSF, aber das hat es wirklich gegeben. Jetzt frag ich mich, warum gucken sich das so wenige auf der Alm an. Man bekommt das Gefühl, dass der Anhang die Höhenluft in der Tabelle nicht verträgt. Das sollte genossen werden, weil langsam denkt man an die nächste Saison und da hoffen wir dass der andere Heiko hübsch bei uns bleibt, weil wir auch wieder einen Nationalspieler haben wollen! Nein Werder, guckt woanders oder stellt Owo in die Mitte euerer löchrigen Innenverteidigung.
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