Chelsea, Hoffenheim, Augsburg: Denk ich an Arminia 2016 in der Nacht, bin ich um meinen Schlaf gebracht
Heute in der Welt gelesen:
Augsburg kommt in Mode
Ehemaliger Textil-Unternehmer will mit dem Fußball-Regionalligisten bis 2011 in die Bundesliga - Stadionbau für 60 Millionen Euro geplant
Auch wenn das Beispiel LR Ahlen gegenwärtig etwas dagegen spricht: Mittel- und unterklassige Fußballvereine scheinen immer mehr ein Hobby von Investoren zu werden, die ihre Midlife-Crisis überbrücken möchten, indem auch sie mal beim DSF-Doppelpass neben Beckenbauer sitzen dürfen; oder zum Marketing-Instrument von Konzernen (Wolfsburg). Zwar wird immer die Gefahr betont, der Verein verknüpfe sein Schicksal damit zu eng mit dem Wohlwollen und den Stimmungsschwankungen eines Mäzens, aber als Regionalligaverein oder finanziell dahinsiechender Zweitligaverein kann man dem Reiz kaum erliegen.
Bleibt die Frage: Welche Rolle spielt Arminia in zehn Jahren im Profifußball zwischen den öffentlich geförderterten Vereinen, bei denen Vereinskrisen immer gleich Staatskrisen sind (Dortmund, Hertha, Schalke, Klautern, Bayern etc), wenn sich bis dahin auch noch zehn, fünfzehn weitere der oben beschriebenen Geldgeber für irgendwelche anderen Vereine finden?
Ich befürchte eine eher untergeordnete. Es sei denn, das Mäzen-Modell stellt sich in den kommenden Jahren als Irrtum heraus (Geld schießt keine Tore, Mäzen geht pleite, Stadt weiß nicht, was sie mit einer 60-Mio-Stadion-Ruine anfangen soll) oder Arminia findet ebenfalls einen Mäzen, einen besseren Mäzen. Einen, der immer schon Fan von Arminia war und dem der Verein nicht allein zur Selbstdarstellung dient – in diesem Sinne: Baue auf, baue auf, baue auf. Digitalkombinat baue auf! :-)
[Arminia 2006 ist zum Glück kein finanziell dahinsiechender Verein mehr – auch dank eines Teils der Mannschaft, der zwar gestern gegen Wolfsburg verloren hat, vor nicht sehr langer Zeit aber noch die verspäteten Zahlungen von Prämien und Gehältern duldete. Wenn man das (und natürlich den Verlauf der gesamten Saison) bedenkt, waren die Pfiffe gestern gegen Hain, Kauf, Vata und von Heesen richtig für'n Arsch. Schämt euch, ihr Pfeiffern!].
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Das vorentscheidende Aufstiegs-Spiel der Regionalliga Süd gegen die TSG Hoffenheim (...) vergangenen Mai (...) wurde der Aufstieg verspielt - in den letzten zehn Minuten der Saison.
Am selben Tag stand Walther Seinsch (63), der Präsident, wie immer im Fanblock und entschuldigte sich unter Tränen bei den bestürzten Anhängern für die Niederlage. Die nächsten Tränen, die der seit fünf Jahren amtierende Präsident vergießen wird, dürften Freudentränen sein. Augsburg ist der Aufstieg in die Zweite Liga nach 23 Jahren Wartezeit kaum mehr zu nehmen, und man wird allgemein sagen, es sei sein Werk. Ein Werk, das noch lange nicht vollendet ist. In einem Interview sagte Seinsch im Herbst 2005: "Sollten wir es dieses oder nächstes Jahr packen, sind wir in fünf Jahren in der Bundesliga."
(...) Sobald der Aufstieg feststeht, wird mit dem Bau der "Augsburg-Arena" begonnen, die in der ersten Bauphase 30 000 und in der zweiten 45 000 Zuschauern Platz bieten soll. So kalkuliert kein ewiger Zweitligist.
Das beweisen auch 48 Logen, 1500 VIP-Plätze und der Kostenvoranschlag von rund 60 Millionen Euro. Wer das zahlt, bleibt fraglich. Die Stadt übernimmt für 13 Millionen Euro die Infrastruktur, sprich Parkplätze und Verkehrsanbindung. Doch das Stadion selbst, verkündete Seinsch, soll von einer Investorengruppe finanziert werden. Doch wer investiert 60 Millionen in den FC Augsburg? Lokale Medien gehen davon aus, daß Seinsch der einzige Investor ist. (...)
Hier im schwäbischen Teil Bayerns will er verwirklichen, was ihm noch in Reutlingen nicht vergönnt gewesen war, wo die Stadt kein Stadion bauen wollte. Auch Präsident von Schalke 04 wollte der 63jährige einmal werden (...) führte er doch den insolventen Verein ab November 2000 aus der Bayern-Liga zurück an den Rand des Profifußballs, bei gleichzeitiger Entschuldung. (...)
Gerade erst wurde eine Kapitalgesellschaft für die Lizenzfußballer gegründet, mit dem Ex-Kölner Manager Andreas Rettig zieht ein Profi in deren Geschäftsführung ein. Der ließ ein anderes Angebot sausen (...)




Ist der Sponsor "Krombacher" nicht auch schon eine Art Mäzen?
Schließlich ist einer der Marketingköpfe des sauerländischen Brauereibetriebes ArminiaFan. Dafür schmeckt wenigstens mal das auf den Trikots beworbene Kaltgetränk, denke ich nurmal an den Sponsor aus dem benachbarten Herford.
Gruß aus Hannover.
Dazu ein kurzer Blick auf's Ende der Bundesliga-Sponsorenliste 2005/2006:
Hannover 96 TUI (Touristik) 2,5 Mio.
1. FC Nürnberg mister & lady Jeans 2,0 Mio.
MSV Duisburg iceline (Tiefkühlkost) 2,0 Mio.
FSV Mainz 05 DBV-Winterthur (Versicherung) 2,0 Mio.
Arminia Bielefeld Krombacher (Brauerei) 1,5 Mio.
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