Glücklichsein mit dem, was man hat

Ein Blättchen in einem Ort namens Berlin hat keine interessanten Geschichten für den Lokalsportteil. Der dort beheimatete Bundesligist ist noch grauer als Bochum, Bielefeld, alle Theorie und das Haar einer alten Dame zusammen. Und alle deren Ex-Trainer erst recht.

Berliner Zeitung [berlinonline.de]

(...) Ein anderer, der bis vor kurzem noch als Stern am afrikanischen Trainerhimmel gefeiert wurde, war Erich [!!!] Middendorp. In Südafrika wählte man ihn im Dezember nicht nur zum Trainer des Monats, sondern auch zum bestgekleideten Mann. Eine Doppelehrung, ganz nach dem Geschmack des Mannes, der stets ein gebrochenes Verhältnis zu den Medien pflegte. So gebrochen, dass er einst einen Reporter anherrschte: "Knien Sie nieder, Sie Bratwurst!"
(...)
Wie traurig es um den Verein und seine Vergangenheit steht, lässt sich daran ablesen, dass die Fans Middendorp vor zwei Jahren zu Arminias Trainer des Jahrhunderts wählten. Seit Mittwoch haben sie ihn wieder, wodurch er nun die historische Chance besitzt, als erster Mensch bei einem Verein Trainer zweier Jahrhunderte zu werden. Dafür müsste er allerdings den Abstieg verhindern, und nur mit Unentschieden wird das nicht klappen. Zum bestgekleideten Mann von Bielefeld wird er ziemlich sicher auch nicht gewählt. Das ist eindeutig Ernst Wilhelm Wittig, genannt Ernie, Deutschlands berühmtester Flitzer.

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"wenn eine stadt berlin ist, dann ja wohl bielefeld"

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hertha, der verein ohne fans in der eigenen stadt - schlimmer noch als wolfsburg
http://binsenweise.de/?p=353

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Erich Ernst hat im Ausland übrigens gelernt, den Dingen mit mehr Gelassenheit zu begegnen:

sport1.de

Sport1.de: Sie waren als "harter Hund" verschrien. Sind Sie mit der Zeit milder geworden?
Middendorp: Man entwickelt im Laufe der Jahre eine Mentalität, die Dinge mehr in die positive Richtung aufzustellen. Es geht um Freude, um Genießen, um "enjoying something". Auch wenn es manchmal noch so trostlos aussieht. So etwas lernt man vielleicht im Ausland, speziell in sonnigen Ländern.

Und auch mit so ollen Kamellen kann man ihn nicht mehr provozieren

(...) Sport1.de:Müssen die Journalisten-Kollegen nicht mehr mit schlotternden Knien zu Ihnen kommen?
Middendorp:(lacht herzhaft) Nein. Ich denke, das ist schon seit Jahren nicht mehr der Fall. Jetzt erst habe ich auf einer Pressekonferenz bei einer Antwort schmunzeln müssen, weil ich mich selbst wiedererkannt hatte. Man lacht heute über die Dinge aus der Vergangenheit. Es sind nicht alle Dinge so gesagt worden, wie sie zu lesen sind. Aber gut, "damage is done".

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