Bielefelder Herbstdepressionen
Gestern schnappte ich in meiner Stammkneipe einen Satzfetzen des Wirts aus einem Gespräch mit Gästen am Nebentisch auf: "Na ja, wenn wir verlieren, sind wir wahrscheinlich immerhin ihn los". Seine Gesprächspartner stimmten wortlos zu.
Bierselig wie ich da saß und vom müden Duisburg-Bochum-Kick leicht schläfrig geworden, waren meine Sinne nicht mehr ausreichend geschärft um rauszuhören, wen er gemeint haben könnte. Eine Niederlage in Kauf nehmen, um eine Person loszuwerden? Etwas übertrieben. Andererseits: Niederlagen haben in Bielefeld nicht den Status, den sie anderswo genießen. Hier ärgert man sich nicht über sie wie in München oder so. Sie sind zu alltäglich, um ein Wochenende noch trüber zu machen als es ohnehin schon ist. Ohne Niederlagen ist das Grau der Stadt irgendwie nicht mehr so schön dunkel. Man schluckt Niederlagen hier wie einen Hustensaft, an dessen bitteren Geschmack man längst Gefallen gefunden hat. Irgendwann wirkt der Hustensaft und man vermisst seinen Geschmack. Dachte ich kurz und starrte wieder in die Tiefe des Raums.
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Das im ersten Absatz Geschriebene hat sich übrigens tatsächlich so zugetragen




Das hast du wirklich schön formuliert...Ich denke ja immer, Arminia ist so wie ich: "Für die linke Spur zu langsam, für die rechte Spur zu schnell! (Zitat: Tom Liwa).
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