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Es müllert wieder beim DSC

Es gibt sie doch noch, die Nachverpflichtung. Es ist weder Benjamin Auer noch eine Rückholaktion von Marc Rzatkowski geworden. Heimlich, still und leise hat Arminia ein Comeback von Christian Müller realisiert.

Mit Christian Müller – U21-Nationalspieler, zwischenzeitlicher Bundesliga-Shootingstar – kehrt ein Stück der endlos schlechten Zweitligasaison 2010/2011 zurück nach Bielefeld.

Auch damals ging der Transfer von Müller während der Saison über die Bühne und leitete das kurze Inferno der Rückennumern über 40 ein. Am Samstag, dem 13.11.2010, war in der Frühstückslektüre zur Vorbereitung auf das Derby gegen Osnabrück von einem Neuzugang noch keine Rede. Kurze Zeit später im Stadion stand eine Nummer 42 in der Startelf und wurde wie der neue Trainer Lienen euphorisch begrüßt.

Bekanntlich konnten auch diese Beiden die unglaubliche Negativspirale nicht stoppen. Und dennoch ist Christian Müller mir positiv in Erinnerung geblieben. Neben den Dennebooms, Nibombés und Sakos war es nur allzu auffällig, wie sehr er um seine neue Chance im Profifussball kämpfte. Symptomatisch sein Auftritt am letzten Spieltag in Aachen. Arminia schon längst abgestiegen. Mit den Hufen scharend stand Müller am Spielfeldrand und erweckte den Eindruck als könne ihn gleich kein Regelwerk mehr daran hindern als 12. Armine das Spielfeld zu betreten.

Und tatsächlich: seine Einwechslung kippte das Spiel und er selbst besorgte das völlig wertlose, aber frenetisch gefeierte 1:1. In 20 Spielen für Arminia standen letztlich 2 Tore und 4 Torvorlagen für Müller zu Buche. Nicht unbedingt wenig bei nur 28 Toren.

Seinen Einsatz belohnte Pele Wollitz bei Energie Cottbus mit einem Einjahresvertrag, der allerdings nicht verlängert wurde.

Nun also wieder Bielefeld. Dieses Mal eine Liga tiefer, aber wieder mit einer hohen Rückennumer: die 37. Ich freue mich auf die ein oder andere linke Klebe à la Tarnat und glaube, dass dieser Rückgriff in die Vergangenheit sich zukünftig auszahlen wird.

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Nicht BVB, nicht Schalke

Fan-Schal in blau, weiß, schwarz

Präses Kurschus ist auch Arminia-Mitglied

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, ist neues Mitglied des Fußball-Drittligisten Arminia Bielefeld.

Beim Besuch einer Bielefelder Tageszeitung unterzeichnete die leitende Theologin eine Beitrittserklärung, die hatte Arminia-Geschäftsführer Marcus Uhlig mitgebracht. Als Willkommensgeschenk erhielt Kurschus einen Fan-Schal in den Vereinsfarben Blau, Weiß und Schwarz, wie es hieß. Auch Kurschus' Amtsvorgänger Altpräses Alfred Buß war Mitglied von Arminia Bielefeld. epd

Nett ist auch die Frage, ob sie demnächst öfter auf der Tribüne stehen wird. Also nicht die VIP-Lounge, sondern der Platz auf der Tribüne für die eher kleingewachsene Präses in der 3.Liga. Das ist doch mal Kirche von unten!

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Mal "Arminia Bielefeld" bei Google eingegeben...

Sicherheitshalber. Um alle Gerüchte (Pleite? Punktabzug? Benjamin Auer?) notfalls im Keim zu ersticken.

Hier die Suchvorschläge:

- Spielplan

- Forum

- Tickets

- Trikot 2013

- Transfermarkt

- Damen

- Live Ticker

- 2

- Tabelle

Das war´s. Erstaunlich langweilig. Allein der Vorschlag "Damen" könnte auf Grundschulhöfen noch ein Gegacker erzeugen. Naja... wann geht´s weiter? Ah, ja. Mittwoch (Samstag). Gütersloh (Babelsberg).

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Profifußball als inszenierter Lebensstil und ein Kultur-Euro namens "Fan-Abgabe" - Gedanken zum "Fall Pezzoni"

„Oha, als Journalist und Soziologe würde ich ja gerne auf den Link von Marcus Uhlig und deinen Kommentar antworten“ - durch diese Kurznachricht entwickelte sich eine spontane Diskussion unter unausgelasteten, fußballbegeisterten Politik-Studenten um das, was sich in Köln im „Fall Pezzoni“ zugetragen hatte.

Mit den Worten „Bislang das Beste - weil Differenzierteste - was ich in Sachen "Pezzoni" gelesen habe!“ machte Uhlig via Facebook auf einen lesenswerten Blog-Beitrag von effzeh.com aufmerksam. Er diskutiert Fragen der Verantwortung und Schuld, nimmt Fans, Vereine und auch Politik in die Pflicht, schiebt allerdings auch den „unreflektierten Medien“ eine gewichtige Teilschuld zu.

Mit der gemeinsamen Ansicht die Medien hier aus der Schusslinie nehmen zu wollen, entwickelte sich nun ein (Chat-)Gespräch, das – so unser Gedanke –vielleicht auch andere interessieren könnte. Und da wir unsere Gehirnzellen in den Semesterferien mal in Bewegung gesetzt haben, möchten wir das auch dokumentiert wissen ;-)

Jan: Profi-Fußball lebt von Fans. Fans bedeuten Geld. Wenn sich Vereine selbst zu einer Art Lebensstil stilisieren („Echte Liebe“, „Mia san mia“), dann machen sie das letztendlich aus wirtschaftlichen Aspekten. Und dann müssen sie in Krisensituationen auch damit rechnen, dass da Leute austicken, wenn "ihr Leben" davon abhängt. Da kann ein Verein noch so sehr um Fan-Projekte, Deeskalation und sonst was bemüht sein. Kernproblem ist die Kommerzialisierung des Sports. Zwar lässt sich prima über die Verantwortung von Profi-Vereinen diskutieren. Aber der so implizierte Anspruch, dass Vereine für aufgeklärte Fans sorgen müssen, kann nicht erfüllt werden.

Santon: Kommerzialisierung ist sicherlich ein Problem. Aber ich werfe mal die "Arminia-Perspektive" ein. Unter normalen Umständen wäre Arminia vor 2 Jahren insolvent gegangen und hätte unten wieder anfangen müssen. Das ist nicht geschehen, weil der emotionale Wert des Vereins zu groß für die Region war und Privatpersonen, Unternehmen etc. mit ihrem Geld eingesprungen sind. Hier fehlt die eigene Inszenierung. Das ist vielmehr als Auftrag zu sehen eine Geschichte weiterzuerzählen.

Jan: Im Prinzip hast du also eine Firma, die schlecht gewirtschaftet hat. Weil die Kunden aber alle so begeistert sind von den Produkten, die dort mal hergestellt worden sind, zahlen sie weiterhin Geld. Ohne Gegenleistung, nur in der Hoffnung, dass bald wieder ein gutes Produkt kommen könnte?

Santon: Ich weiß nicht, ob es das trifft. Ein vergleichbares, vermeintlich sogar besseres Produkt wäre ja im regionalen Umfeld schnell gefunden.

Jan: Ich führe hier mal ein Zitat von jeder Oma der Welt an: "Den Oetkerpudding haben wir immer genommen. Der andere ist zwar billiger (und genau gleich), aber der schmeckt nicht". Stichwort: Markentreue und Kommerzialisierung von emotionaler Bindung.

Santon: Eben. Diese Bindung kann auch ohne Inszenierung entstehen. Die Vereine wären natürlich schön blöd, wenn sie dem entgegenwirken würden. Sie gießen eher noch Öl ins Feuer. Das kann dann zwar eine von vielen Ursachen für den „Fall Pezzoni“ sein, aber nicht der Kern der Sache.

Jan: Aber daraus resultieren ja viele andere Sachen: Berichterstattung in den Medien und ihr gesellschaftliche Wirkung zum Beispiel. Natürlich kann man nicht sagen, dass Profi-Vereine schuld sind. Aus diesem ganzen Business entstehen einfach selbstbefeuernde Dynamiken, die nicht kontrollierbar sind. Und wenn so Schaden entsteht, wird versucht, das Ganze über Normen (Vereine appellieren an ihre Fans etc.) zu lösen. Und diese Normen sind letztlich willkürlich. Übrigens gibt es dieses Phänomen auch in anderen Gesellschaftsbereichen (Recht-Politik, Politik-Religion, Erziehung-Wirtschaft).

Santon: Und wie wäre das deiner Meinung nach zu lösen? Sollen Vereine aus dem Bewusstsein ihrer eigenen gesellschaftlichen Verantwortung heraus auf die Emotionalitätsbremse treten? Wäre das dann Prävention? Soll in Fanprojekten auf die Nebensächlichkeit des Fußballs hingewiesen werden?

Jan: Das ist ja der Witz an der Sache: Das ist nicht zu lösen.

Santon: Aber das wäre die Lösung in Utopia, oder?

Jan: So einfach kann man das, glaube ich, nicht sagen. Dass Profi-Sport entstanden ist, hat ja einen Grund. Aber dieser Komplex entzieht sich der systemeigenen Kontrolle. So arbeiten zum Beispiel Medien nur nach ihrer eigenen Logik. Genau wie der Profisport. Diese Ohnmacht der gegenseitigen Einflussnahme wird durch die Berufung auf Normen nur verschleiert, oder?

Santon: Dann wäre es aus Sicht der Vereine wohl ratsamer sich für den Ernstfall zu wappnen und sowas in Kauf zu nehmen bzw. Wege zu finden, die Akteure vor "Mobbing" zu schützen. Ganz pragmatisch.

Jan: Aber auch das können sie ja nur bedingt tun. Es werden immer wieder Situationen entstehen, bei denen jemand fragt: "Was macht der Verein?" Und die müssen wieder sagen: "Wir machen in Zukunft das und das." Oder nicht? Es entsteht sozusagen ein Kreislauf von Katastophe- Gesellschaftliches Echo- Normformulierung-Neue Katastrophe etc.

Santon: Ein Verein könnte sich aber Grenzen stecken und diese auch deutlich formulieren: "Wir können das und das im Bereich unserer sozialen Verantwortung leisten, aber das und das nicht mehr." Damit wäre man sogar verlässlich gegenüber staatlichen Institutionen und könnte automatisch andere Akteure in die Pflicht nehmen.

Jan: Und wo sind die Grenzen der sozialen Verantwortung?

Santon: Das ist vielleicht die falsche Frage. Man müsste fragen, wo für einen Verein die Grenzen der Machbarkeit liegen seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden.

Jan: Führt zum gleichen Ergebnis. Wo liegen die Grenzen der Machbarkeit? Fängt das damit an, dass man bei Fan-Projekten dabei ist oder dass alle Fußballfans nur noch nüchtern ins Stadion kommen? Alles halt schwer abzugrenzen.

Santon: Man könnte möglicherweise von allen Verein eine "Fan-Abgabe" verlangen. Ein ausgehandelter Prozentsatz des Vereinsumsatzes (der ja auch in einem gewissen Zusammenhang mit dem Fan-Aufkommen steht) müsste in Fan-Arbeit reinvestiert werden. Es wäre aus meiner Sicht nicht unverschämt das zu verlangen.

Jan: Ist eigentlich ´ne gute Idee. Ruft allerdings wieder Geschichten wie "Keinen Zwanni für´n Steher" auf den Plan. Denn der Verein wird seinen Gewinn wohl kaum dafür hergeben (siehe: Wirtschaftsunternehmen). Du siehst, die Komplexität des Fußball-Geschäfts ist kaum zu bewältigen ;-)

Santon: Die Vereine könnten aus meiner Sicht immerhin Verlässlichkeit gegenüber Anderen demonstrieren (auch gegenüber Rainer Wendt und seiner Polizeigewerkschaft). Öffentliche Einrichtungen, Sponsoren und Verbände wären vielleicht in die Pflicht genommen. Aber ja, wir können die Probleme hier nicht lösen :-)

 

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Arminia kann sich nur noch selber schlagen. Sagt der Kicker. Und die Soziologie. Und wir auch. Vielleicht.

"Die Blauen schenken den Arminen den Dreier" titelt kicker.de heute.

Huch! denkt da der geneigte Arminia-Anhänger, können die Blauen sich jetzt nur noch selber schlagen? Und: Wieso weiß der Kicker etwas, das wir selbst nicht glauben? Oder ist das fränkische Fußballfachblatt womöglich unter die Soziologen gegangen und will uns zeigen, wie Selbstreferenzialität geht?

Vermutlich schreibt kicker.de dann bald nur noch darüber, wie die Blauen Arminia schlagen, das gleichzeitig Bielefeld unterliegt, das wiederum den DSC besiegt. Und darüber, dass der Doppelpass ein soziales System ist (aber nur, wenn er klappt). Und benennen sich um in Halbvier, sozusagen.

Wo wir schon beim soziologisieren sind: Die NW bringt heute einen wunderschönen Kommentar eines 13-jährigen Arminia-Anhängers. Er wünscht sich von seinem Verein vor allem eins: Er möge ihn künftig noch besser darüber informieren, dass es den Schülerrabatt nur im Vorverkauf gibt. Na, wenn das keine Möglichkeit ist, um den Studierenden an der hiesigen, landesweit einzigen Fakultät für Soziologie anhand eines (lebens-)nahen Beispiels den Unterschied zwischen Information und Wissen darzulegen.

Aber wir schweifen ab. Und fremdreferenzieren dauernd. Dabei gibt es doch nur eins: Blog5. Denn eigentlich brauchen wir ja nur über uns selbst zu schreiben. Und insbesondere über diesen Beitrag. Also los, hier ist Platz:

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Blau gebaut

Heinm ließ uns einen besonders dolles Fundstück aus der Wirtschaftswoche vom 6. Oktober 2006 zukommen. Es erzählt von einer gewissen Aktion "Bau auf Blau", vom „überschaubarem Risiko“ und „solidem Wirtschaften“ aber keinesfalls von 3. Liga. Doch, so leset selbst:

 

(...) Arminia-Fans kaufen sich sicherlich die Anleihe-Drucke (...) Emotionsloseren Anlegern bietet die Arminia bis zum 15. September 2011 (...) 6,5 Prozent. Das Risiko ist überschaubar, auch wenn Bielefeld eine Fahrstuhlmannschaft (...) ist (...). Die Ostwestfalen sind jedoch für solides Wirtschaften bekannt. 2005 schaffte der Club einen Jahresüberschuss von 3,3 Millionen Euro. (...) Das Papier eignet sich auch für nicht fußballverrückte Anleger, zumal sie im Insolvenzfall mit als erste bedient würden.

 

Dieses Schreibsel stochert während Spitzenreiter-Zeiten in alten Wunden und macht uns beklemmend ehrlich wieder bewusst, wer wir sind: Provinztrottel, die im Konzert der Großen mitspielen wollten. Unseren Spielern bleibt nichts anderes übrig als sich weiter in jeden Freistoß zu schmeißen und weiterhin über den Kampf ihr Spiel irgendwo zu finden. Jede Grätsche, jeder Sprint und jeder Zweikampf sind ein Angriff auf den eigenen Schuldenberg. Nichts weiter. Und das wohl noch über Jahre. Ganz solide gesehen.

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"Wir ruhen uns nicht auf den Lorbeeren aus, die wir noch gar nicht haben."

Scheint als hätte Stefan Krämer mich verstanden. Und wenn er den Dreikäsehoch von Blog5 versteht, kann wirklich gar nichts mehr schief gehen. Dementsprechend stünde heute abend gemeinsames "Spitzenreiter, Spitzenreiter! Hey, hey!"- Singen an. Wenn nur die Leute dafür kämen.. Erwartet werden 8.000 Zuschauer und zuletzt lagen die Erwartungen meist über der Resonanz.

Allen Fernbleibern gehen natürlich nach und nach die Argumente aus, um ihr Fehlen zu entschuldigen. Die Mannschaft ist gut in Form und gewinnen macht Spaß. Wer sich zuletzt gefragt hat: "Warum tue ich mir das seit 30 Jahren alles an?", kann so langsam wieder in der Stadt erzählen "man sollte den Verein nie verloren glauben. Wir kommen wieder!"

Ach ja... 19 Uhr, Alm. Heute! Stuttgarter Kickers. Wisster Bescheid!

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Die Scheune war offen und Arminia legte ein paar Brickets nach: Spitzenreiter!

Sieg in Erfurt. Krämer kann wechseln, wie er will: Seine Joker stechen. Und jetzt sind wir Spitzenreiter. Puuh! Das muss man erstmal sacken lassen.

Ohne Sky, ohne WDR und vorerst ohne bewegte Bilder nach Spielschluss helfen uns da nur ein paar verschriftliche Highlights. Aber die haben es in sich.

Hier die schönsten Szenen aus dem wirklich sehr amüsanten und empfehlenswerten Liveticker von nw-news.de:

13:49 In einem sind die Gastgeber dem DSC überlegen: Offenbar hat RWE fünf oder sechs Vereinshymnen. Eine nach dem anderen wird abgeklappert.

13:53 "Auch wenn es dir mal scheiße geht, wir stehen zu dir, weil's weiter geht". O-Ton Hymne Nummer fünf. Na denn...

13:55 So, auch das ist überstanden. Die Mannschaften warten in den Katakomben, gleich geht's los.

26. Minute: DA IST DAS DING! Arminia hat exakt 30 Sekunden gedrückt, jetzt die erste dicke Möglichkeit - prompt die Führung. Stephan Salger umkurvt halblinks den herauseilenden Rickert und schiebt souverän ein. 0:1 für den DSC!

27. Minute: Arminia erneut eiskalt, genau wie gegen Paderborn. Nicht lang gefackelt, gleich eingenetzt.

34. Minute: Freistoß Erfurt, linkes Strafraumeck...sofort rausgeköpft. Nachschuss aus rund 20 Metern - in die Wolken. Die Hausherren sind angeknockt. Arminia braucht den Lucky Punch, dann gehen hier zur Pause die Lichter aus.

42. Minute: Rudelbildung am Mittelkreis: Schütz fährt einem Erfurter rustikal in die Parade, mit offener Sohle. Sah böse aus, aber wer hier bisher gar keine Farben ins Spiel gebracht hat, kann hier auch nicht glatt Rot ziehen. Tut Schiri Kunzmann auch nicht: Gelb für den Arminen. Immerhin linientreu.

65. Minute: Immer wieder suchen die Arminen jetzt Klos, der vorne alleine lauert. Noch stellen die Gastgeber den Offensivmotor abseits. Noch. Irgendwann rutscht da mal einer durch. Steter Tropfen höhlt den Stein.

65. Minute: Nächste Auswechslung der Arminen, Klos (!) geht, Testroet kommt.

69.Minute: Wenn hier nochwas passiert, dann über eine Standardsituation. Spielerisch ist das eine mittelschwere Katastrophe, was die Gastgeber hier anbieten. 0:2 und die klappen hier zusammen. Testroet muss jetzt über einen Konter knipsen.

72. Minute: TOOOOOOR ARMINIAAAA ENDE AUS TESTROET MACHT DEN LADEN ZU!!!!

74. Minute: Platz ohne Ende jetzt für die Ostwestfalen. Normalerweise ist die Scheune jetzt offen, da muss der DSC noch ein paar Brickets nachlegen. Auflösungserscheinungen in der Erfurter Abwehr.

85. Minute: Stand jetzt ist Arminia sogar Tabellenführer. Hier spielt Ganz hinten gegen Ganz vorne

90. Minute: "Spitzenreiter, Spitzenreiter", hallt es jetzt aus der Bielefelder Fankurve.

Hut ab vor so viel Wortwitz noch während des Spiels. Heute abend noch ein nettes Pokallos und der Fußballsamstag ist perfekt.

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Die Väter des Erfolgs flicken den Scherbenhaufen

Im Web kursiert ein Artikel über die Arminia, den es in dieser Form schon über Jahre nicht mehr gegeben haben dürfte.

Unter der noch zurückhaltenden Überschrift: „Nach Scherbenhaufen: Die Vase Arminia nimmt wieder Gestalt an“ versteckt Liga3-online.de eine euphorische, nahezu schmierige Lobeshymne auf den DSC. Ein Weg von der Lachnummer des deutschen Fußballs zu... ja zu was eigentlich?

Liest man den Artikel, könnte man annehmen wir hätten es geschafft und über der Alm scheint nur noch die Sonne. In einer List of Fame ("Väter des Erfolgs") bekommt jeder Akteur seinen Honig um den Mund gestrichen. Stefan Krämer sei der neue „Messias“, Marcus Uhlig mit „eigener Fanpage auf Facebook“ anscheinend auf dem Weg zur Kult-Figur, der begehrte Fabian Klos bereits im heißen Vertragspoker und die ach so treuen Fans seien ach so treu, leidenschaftlich und stünden auch in Krisenzeiten immer hinter dem Verein.

Gegen all das hätte ich natürlich nichts einzuwenden. Und ich bin zur Zeit auch sehr angetan wie sich Arminia entwickelt, aber ich habe eben mal auf die Tabelle geguckt: Es sind erst fünf Spiele absolviert. Genauso wie sich ein Fabian Klos nach seinen guten letzten Wochen noch keine Flausen in den Kopf setzen sollte, könnte sich auch unter uns Fans noch mehr regen. Gegen Aachen waren 12.000 Zuschauer da, gegen Ex-Erstligist KSC nur 8.000 und im Pokal gegen Paderborn sind auch nicht die erwarteten 20.000 erschienen. Stattdessen wurde ein Sonderzug nach Erfurt wegen mangelnder Nachfrage wieder gestrichen.

Die Botschaft, dass Arminia wieder Spiele gewinnt, wird zunächst natürlich auch ungläubig wahrgenommen. Sofern sie überhaupt wahrgenommen wird, denn Arminia ist weiterhin so klamm, dass für Marketing so gut wie kein Geld zur Verfügung steht.

Vielleicht hilft eine eMail an den ASC im Kampf um ein volles Stadion und steigenden Einnahmen weiter. Wie der ASC heute auf Facebook verkündete, wurden ihm nämlich "High Quality-Loskugeln mit Branding für das Auslosen von Spielpaarungen bei Sport-Events" angeboten. Wir könnten uns die Bayern zulosen, oder Dortmund. Oder erst einen schlagbaren Zweitligisten und dann Bayern oder Dortmund.

Über den Messias und Kult-Figuren reden wir dann auf dem Rathaus-Balkon...

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Die Nummer 1 in OWL

Um die Derby-Frotzeleien nach einem tollen Sonntag stilvoll zu vollenden:

Ich habe Uli Zwetz gestern in der Schlussphase kommentieren sehen. Und zwar mit einer Hand am Mikro und der anderen jubelnd zur Faust geballt in der Luft schwingend. Und das bestimmt nicht, weil das hier der Realität entspricht:

 

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