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VfL Osnabrück - Arminia Bielefeld 1:0

1:0 Wolfgang Schütte 59.

VfL Osnabrück - Arminia Bielefeld 1:0

Marcus und ich sind bescheuert.

Jedenfalls gibt es wohl kaum eine bessere Erklärung dafür, sich an einem Freitag Abend im kalten Dezember nach einem anstrengenden Tag an Uni und FH ins Auto zu setzen, um die elenden Kilometer nach Osnabrück zu brettern, sich dort wie nicht anders zu erwarten eine anstrengend langweilige 0:1-Niederlage abzuholen und 90 Minuten lang seinen Händen beim Erfrieren zuzuschauen.

Warum bleibt man nicht einfach im heimeligen Bielefeld, genießt den verführerischen vorweihnachtlichen Freitag-Abend Winterduft in einer gut beheizten lokalen Örtlichkeit und läutet das Wochenende mit ein paar gepflegten Weizenbieren ein? Nachher ist man immer schlauer. Wenn man jedoch im vorhinein einen Blick auf die aktuelle Zweitligatabelle riskiert hätte (Osnabrück ist Vorletzter mit sagenhaften 10 Punkten, Arminia atemberaubende 4 Plätze darüber und mit 19 Punkten in unmittelbarer Abstiegsgefahr), gilt auch dieses Argument nicht mehr.

Marcus Abel geb. Büge

Halbzeitspaß in Osnabrück

Kurzum: Wir sind zwei von 10.400 armseligen Gestalten, die anschauen dürfen, wie unsere Stoßstürmer Dirk van der Ven und Artur Wichniarek 90 Minuten lang völlig abgemeldet über den Platz stolpern (bzw. im Fall von van der Ven 60 Minuten - dann wird er ausgetauscht gegen - äh, ich traue es mich kaum auszusprechen - Christian Wück). Benno Möhlmanns Verzweiflung drückt sich noch am besten in der Einwechslung von Ilija Aracic aus, der schlußendlich auch noch 10 Minuten im Stil von Hans-guck-in-die-Luft mitmischen darf. Ilija Aracic! Die Definition des Spielertyps, der in seinem Fußballerleben genau eine einzige gute Saison hinlegt, um anschließend endlose Jahre davon zu zehren, daß er ja mal eine gute Saison hatte - aber nie wieder daran anknüpft.

Pyrotechnik im Piepenbrock Stadion

Trotzdem hat sich der Abend aus unserer Sicht gelohnt:

Ansgar Brinkmann Denn in den Reihen der Osnabrücker Kicker spielt auch der sagenumwobene Fußball-Wandervogel Ansgar Brinkmann. Der weiße Brasilianer, der immer für einen Spaß, eine alkoholisierte Schlägerei oder eine spektakuläre, spielentscheidende Aktion zu haben ist. U.a. aufgrund seiner früheren Fußballstationen beim FC Gütersloh und bei den Unaussprechlichen von Prxn Mxstr richten sich die Schmähgesänge des Bielefelder Auswärtsblocks ein ums andere mal gegen ihn:

"Ansgar Brinkmann ist homosexuell - schwul! - homosexuell - schwul! - homosexuell..." (repeat ad infinitum).

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Dieser Singsang ist weniger Ausdruck einer irrationalen Homophobie oder gar einer latenten Schwulenfeindlichkeit, insbesondere nicht von mir oder Marcus, sondern einer dieser typischen Stadion-Schmähgesänge, die einem im Rahmen eines Fußballspiels durchaus mal über die Lippen rutschen, die jedoch keinesfalls und niemals wörtlich zu nehmen sind. Ich schwöre.

Das eigentlich Amüsante ereignet sich auch erst Monate später: Osnabrück steigt am Ende der Saison ab, Arminia bleibt als 13. in der Liga. Ansgar Brinkmann wechselt daraufhin für die neue Spielzeit 2001/2002 auf die Alm. Und siehe da: Genauso überraschend wie in Osnabrück gekommen, endet damit Ansgar's schwule Phase. Ihm widerfährt eine heterosexuelle Läuterung. Aus "Ansgar Brinkmann ist homosexuell!" wird umgehend "Ansgar Brinkmann Fußballgott!" und alle haben sich wieder lieb. Aber nur platonisch, rein platonisch.

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LR Ahlen - Arminia 1:1

1:0 Marcus Feinbier 36.
1:1 Dirk van der Ven 89.

LR Ahlen - Arminia 1:1

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Tennis Borussia Berlin - Arminia Bielefeld 1:3

0:1 Aracic 26.
0:2 Porcello 33.
0:3 Labbadia 66.
1:3 Cornelius 90.

TeBe Berlin - Arminia Bielefeld 1:3

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Borussia Dortmund - Arminia 1:3

1:0 Andreas Möller 15. (Foulelfmeter)
1:1 Dirk van der Ven 23.
1:2 Thomas Stratos 26. (Foulelfmeter)
1:3 Bruno Labbadia 65.

Borussia Dortmund - Arminia 1:3

"Und so spielt ein Absteiger... und so spielt ein Absteiger!" war der einzig logische Song, den der prall gefüllte Auswärtsblock intonierte, kurz nachdem Dirk van der Ven und Thomas Stratos aus dem frühen Rückstand eine hübsche Halbzeitführung gemacht hatten. Labbadias i-Tüpfelchen zum endgültigen knock-out ließ den Singsang nur noch lauter erschallen und die verkackte verzwackte Tabellensituation wenigstens für kurze Zeit ein wenig vergessen.

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1.FC Köln - Arminia Bielefeld 3:5

1.FC Köln - Arminia Bielefeld 3:5

1:0 Dorinel Munteanu (18. / Foulelfmeter)
1:1 Bruno Labbadia (27.)
1:2 Billy Reina (43.)
1:3 Bruno Labbadia (45.)
1:4 Billy Reina (63.)
2:4 Carsten Cullmann (80.)
3:4 Dirk Lottner (81.)
3:5 Jörg Bode (83.)

Ein trostloser Kick. Jedenfalls für die Hausherren, haha! Als hätten die Kölner es vorher schon geahnt, war das Spiel kurzerhand ins Südstadion verlegt worden, dem Heimstadion vom Spitzenreiter der ewigen 2. Bundesliga-Tabelle SC Fortuna Köln - vermutlich, um möglichst wenigen Kölner diese erneut deprimierende Heimniederlage zuzumuten.

Weiteres Highlight des Tages:

Wie sich der im Auswärtsblock stehende Ingolf Lück ernsthaft versucht auf das Spiel zu konzentrieren, er aber im 3-Minuten-Takt von Bielefelder Fans angehauen wird, die darum bitten, für ein gemeinsames Foto posieren zu dürfen. Mit Engelsgeduld erfüllt der zu aktuellen Sat1-Wochenshow-Zeiten gerade seinen zweiten TV-Frühling erlebende Herr Lück zahlreiche dieser Wünsche und versucht nebenbei (zunehmend verzweifelter), kein Tor zu verpassen.

Coverfoto der Halb Vier: Ingolf Lück im Südstadion in Köln
Ingolf Lück posiert im Kölner Südstadion für die Halb Vier

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Fortuna Köln - Arminia Bielefeld 1:1

0:1 Bruno Labbadia 28.
1:1 Oliver Westerbeek 32.

Fortuna Köln - Arminia Bielefeld 1:1

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FC Gütersloh 1978 - DSC Arminia Bielefeld 0:2 (Nachtrag)

FCG - DSC 0:2
0:1 Labbadia (80.)

FCG - DSC 0:2
0:1 Labbadia (80.)

FCG - DSC 0:2
Bruno knutscht die Fahne

FCG - DSC 0:2
0:2 Labbadia (88.)

FCG - DSC 0:2
0:2 Labbadia (88.)

FCG - DSC 0:2
Brutaler FC Gütersloh 1978, Teil I

FCG - DSC 0:2
Brutaler FC Gütersloh 1978, Teil II

FCG - DSC 0:2
Rote Karte: Rydlewicz (5., "grobes Foulspiel")

FCG - DSC 0:2
Gelb-Rote Karte: Hofschneider (74.)

FCG - DSC 0:2
Makellose Pflichtspiel-Bilanz (trotz Schiedsrichter Lutz Wagner)

FCG - DSC 0:2
DSF

FCG - DSC 0:2
ARD 265

FCG - DSC 0:2
Hübsche Tabellenkostellation

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FC Gütersloh 1978 - DSC Arminia Bielefeld 0:2

Um Nicht-Insidern zu vermitteln, welche Dramatik diesem Spiel innewohnte, muss man es mit Länderspielen wie Deutschland-Niederlande bei der WM 1990 oder Deutschland-England bei der EM 1996 vergleichen.

Die Stimmung wurde bereits vor dem Spieltag angeheizt – und zwar in den ersten Internetforen, die damals eingerichtet waren (das Internet war 1998 seit maximal zwei Jahren Massenmedium!). Die Bielefelder Fan-Szene ging dem Hörensagen nach (ich habe mich zu dieser Zeit noch nicht in Internetforen rumgetrieben) ähnlich souverän mit den Provokationen um ("Ihr treibt euch im nächsten Jahr wieder in den Foren des SC Verl rum") wie Arminia mit dem FC Gütersloh in sämtlichen Pflichtspielen überhaupt: Noch nie hatte der Emporkömmling aus dem Ostmünsterland gegen den Sportclub der Ostwestfalen ein Tor geschossen. Ein Umstand, der selbstverständlich ebenfalls für Brisanz sorgte. (Kleine Bonus-Info für Leser, die in Sachen Ostwestfälischer Fußball nicht so bewandert sind: Der FC Gütersloh meldete anderthalb Jahre später Insolvenz an und hörte damit auf zu existieren – ohne bis dahin, also ohne überhaupt jemals ein Tor gegen Arminia erzielt zu haben).

Unabhängig vom späteren Ergebnis hatten wir bereits vor Anpfiff gewonnen: Während sich die Gütersloher Zuschauer als Choreographie für diesen grauen und ungemütlichen Novembertag überlegt hatten, ein paar weiß-grün-blaue Pappen in den Nebel zu halten, traten die Bielefelder Schlachtenbummler wesentlich geschlossener auf, indem die schwarz-weiß-blauen Farben dank zuvor in mühevoller Kleinarbeit zurechtgeschnittener Folienbahnen nahezu lückenlos über den gesamten Auswärtsblock erstrahlten. Spätestens nach dieser Aktion und der anschließenden akustischen Überlegenheit waren erste Zweifel angebracht, ob es sich für die Jungs und Mädels aus der Leineweberstadt überhaupt noch um ein Auswärtsspiel handelte. (Arminia-Fans hatten also an jenem Nachmittag das Gefühl, das beispielsweise Mönchengladbach-Fans haben müssen, wenn sie heute bei Spielen auf der Alm sind ;-).

Für uns (Sascha und mich) persönlich waren diese Zweifel ebenfalls mehr als angebracht: Aus Gütersloh stammend, standen wir mit unseren Gütersloher Freunden im Heim-Block (auf der Gegengerade ziemlich genau auf Höhe der Mittellinie). Unsere Reaktionen auf das Geschehen auf dem Rasen wollten jedenfalls nicht zu denen unseres unmittelbaren Umfelds passen ("Was seid ihr denn für welche?").

Ein paar Worte zum Geschehen selbst: Billy Reina machte das Spiel seines Lebens (unten in der kicker-Analyse unverständlicherweise nur mit der Note '2' bedacht), Bruno Labbadia vergaß aufgrund des Spielverlaufs (zwei Platzverweise, dutzende Fehlentscheidungen gegen Arminia, nur noch wütendende Arminen auf dem Rasen und den Rängen) seine Söldner-Mentalität und ließ sich nach seinem zweiten Tor dazu hinreißen, eine Arminia-Flagge zu knutschen. Unser vor dem Spiel noch neutral eingestellter Begleiter E. war spätestens in der zweiten Halbzeit glühender Arminia-Fan.

Für das Highlight schlechthin sorgte aber A., ein weiterer eher neutral eingestellter Begleiter von uns: Während sich alle nach geschätzten 15 Minuten sicher waren, einem der zehn besten, weil spannensten Spiele ihres Lebens beizuwohnen, machte er unentwegt den Vorschlag, das Stadion zu verlassen, um bei ihm zu Hause einen Kaffee zu trinken.

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Die Fakten von kicker.de

FC Gütersloh 2000 - Arminia Bielefeld 0:2 (0:0)

FC Gütersloh 2000: Kraft (3) - Tschiedel (3) - Landgraf (3), Reekers (3), Dziwior (4) - Scharpenberg (3) - Weidemann (4), Meyer (3), Wagner (4) - Waterink (4), Stendel (3) - Trainer: Brei

Arminia Bielefeld: G. Koch (3) - Stratos (3) - Meißner (4), Boy (3,5) - Maul (3,5), Hofschneider (4), Peeters (3) - Rydlewicz, Reina (2), Sternkopf (3) - Labbadia (2) - Trainer: von Heesen

Tore: 0:1 Labbadia (80.), 0:2 Labbadia (88., Foulelfmeter)

Eingewechselt: 46. Canale (3) für Wagner, 56. Choroba (3,5) für Tschiedel, 70. Elberfeld für Weidemann - 78. Straal für Sternkopf, 85. Kolakovic für Reina, 89. Bremke für Labbadia

Schiedsrichter: Wagner (Kriftel), Note 4

Zuschauer: 12500 (ausverkauft)

Rote Karten: Rydlewicz (5., grobes Foulspiel) Gelb-Rote Karten: Hofschneider (74.) Gelbe Karten: Dziwior, Wagner - Labbadia, Sternkopf

Analyse Bei Gütersloh war der zuletzt Gelb-gesperrte Landgraf wieder dabei, Choroba mußte auf die Bank. Bei Bielefeld spielte Reina für den zur Nationalmannschaft gereisten Iraner Bagheri. Volles Haus im Heidewald, doch statt Derbyglanz boten die beiden ostwestfälischen Teams viel Hektik. Schon nach fünf Minuten sah Bielefelds Rydlewicz nach einem groben Foul an Tschiedel Rot. Doch wer glaubte, Gütersloh würde die zahlenmäßige Überlegenheit nutzen können, wurde enttäuscht. Zu umständlich agierte das Team von Dieter Brei. Nervös und hektisch fanden die Gütersloher nicht zu ihrem Spiel, statt flüssiger Kombinationen gab es reihenweise Fehlpässe. Bielefeld stand hinten sicher, vorn sorgte Reina für Verwirrung in der FCG-Abwehr. Das änderte sich auch nach dem zweiten Platzverweis gegen die Arminen nicht. Stattdessen sorgte Labbadia nach dem munteren Karten-Spiel für den überraschenden, aber verdienten Auswärtserfolg.

Aus der Kategorie:

Fortuna Düsseldorf - Arminia 2:2

Freitag, 02.10.1998, 19:00 Uhr
2. Bundesliga 1998/1999 - 9. Spieltag
8.500 Zuschauer

1:0 Daniel Cartus (9.)
2:0 Igli Tare (33.)
2:1 Silvio Meißner (49.)
2:2 Sven Boy (89.)

Aus der Kategorie:

RW Oberhausen - Arminia 1:5

Freitag 18.09.1998, 19:00 Uhr
2. Liga 1998/1999 - 7. Spieltag
6.500 Zuschauer

0:1 René Rydlewicz (19.)
1:1 Achim Weber (27.)
1:2 Karim Bagheri (66.)
1:3 Bruno Labbadia (78.)
1:4 Billy Reina (82.)
1:5 Bruno Labbadia (89.)

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