Google+

Alle Beiträge von JanH1975

Jens Sabine brennt!

Neee, Jeff Saibene heißt er. Obwohl schon einige über den Namen gestolpert sind ("Jens" in der weiten Welt der Social Media, "Sabine" ich selbst bei endlosen Saibene-richtig-schreib-Versuchen). Auf jeden Fall scheint unser Neuer bei den richtigen Stellschrauben anzusetzen: Hungrige Spieler züchten, Satte auf die Bank setzen. In Thun brannte er auf den Klassenerhalt. Darf das Feuer gerne mitnehmen. Mehr dazu hier:

http://www.westline.de/fussball/arminia-bielefeld/wellkomm-und-grueezi-jeff-saibene

Aus der Kategorie:

Closed Alm Community

Arminia in der Relegation! Und wie viele andere habe auch ich keine Karte bekommen. Klar bin ich da mächtig frustriert und traurig drüber. Ich wohne halt nicht vor Ort und ich kann (und will!) meiner Ma nicht zumuten, stundenlang im Regen für mich anzustehen. Tiefster Dank dafür, daß sie es trotzdem versucht hat.

Interessant ist eine besondere Debatte, die der Vorverkauf losgetreten hat: Angesichts von Strahlemännern und –frauen, die nach Jahren mal wieder auf die Alm gehen, wurde gemeckert, die hätten es nicht verdient. Wo waren die beim Spiel gegen Sandhausen? Wo waren die vor Jahresfrist auswärts im Degerloch, als weniger Leute im Gästeblock standen als gestern in der Warteschlange in Detmold?

Aber haben die, die „immer da sind“, ein automatisches Vorkaufsrecht, eben weil sie „immer da sind“? Soll ich mich mit einem Schuhkarton voller Eintrittskarten aus 26 Jahren Arminia in die Schlange stellen, diesen dann im Ticketcenter auf den Tresen stellen und sagen: „Da! Alte Rechte, meine Herrschaften“?

Natürlich hat diese Denke iiiiirgendwie die Moral auf ihrer Seite, von weiteren populären Fan-oder-besserer-Fan-Romantiken mal abgesehen. Aber die Alm ist kein exklusives Etablissement. Sie ist keine Closed Community, zu der nur „aufrechte Arminen“ Zutritt haben – Wie auch immer man das definieren will. Arminia und die Alm sind für alle da, und das ist gut so! Vielleicht ist der Run auf die Tickets und die ausverkaufte Hütte ein Indikator dafür, daß Arminia trotz eines Saisonabschlusses am Tabellenende und trotz des Krämer-Exitus die Region mobilisiert und bindet.

Daher wünsche ich mir von allen, die eine Karte haben und sonst kaum auf die Alm gehen, daß sie wiederkommen. Dann hat Arminia wirklich gewonnen, egal, wie die Relegation ausgeht. Auch, wenn ich mir davon nichts kaufen kann. Zum Beispiel eine Eintrittskarte.

Aus der Kategorie:

Sokrates über Arminia

Man kann nicht behaupten, daß sich unsere schwarzweißblaue Herzensangelegenheit irgendwie zum Nerventonikum eigne. Auf und nieder immer wieder, wie soll man da als Fan noch einen klaren Kopf bewahren? Wie hat es der Krämer mal gesagt: „Die perspektivischen Betrachtungen müssen aber realistisch bleiben.“. Ja,  krieg‘ das mal hin. Wie sollen wir denn in der Emotion des Abstie...Augenblicks gleichzeitig perspektivisch und realistisch sein? Kein Meckern mehr? Keine Durchhalteparolen mehr? Hierzu ist folgendes vom Philosophen Sokrates (469 – 399 v.Chr), dem ersten Klugscheißer mit Arminia-Dauerkarte, überliefert:

„Das einzige, was man will, ist ein kleines bißchen Gewißheit. Daß der Elfmeter drin ist. Daß das Spiel gewonnen wird. Daß Punkte eingefahren werden. Daß Arminia drinbleibt. Aber man weiß es vorher nicht. Und weil man es nicht weiß, sucht man sich seine Schlußfolgerungen. Aus dem Anlauf des Schützen. Aus dem Spielverlauf. Aus der Aufstellung. Aus Einzelpersonen. Aus Artikeln, in denen ein kreativer Reporter aus sechs im Vorbeigehen dahingeworfenen Trainerworten (‚Wir werden eine offensivere Grundordnung spielen‘) einen 200-Wörter-Artikel machen muß und gar nicht anders kann, als zu spekulieren. Aus diesem kleinen bißchen Wahrnehmung zieht man Schlüsse. Und an die Schlüsse glaubt man, eben weil man Gewißheit will. Oder Allgemein:

Wir wissen nicht, was wir wissen wollen, aber weil wir wissen wollen, was wir wissen wollen, stellen wir das, was wir nicht wissen können, als das dar, was wir wissen wollen, um zu wissen, was wir wissen wollen.“

Möh. Ich geh Eis essen. Und dann stelle ich meinen Balkon rein.

Aus der Kategorie:

Das Beste, Traditionellste, Stärkste, Unbesiegbarste, Geilste überhaupt!

Vereins- und Fanhymnen sollen in etwa so identifikationsstiftend sein wie die Vereinsfarben oder das Vereinslogo. Nur unterscheiden sie sich von diesen beiden dadurch, daß sie das in einem Text rüberbringen müssen. Meist beschwören sie in ziemlich hohlen Phrasen die vermeintlichen Tugenden des Fußballs, die sich selbstversäumlich im besungenen Club manifestieren. Ein schönes Beispiel liefert unser Gegner von morgen, der SV Sandhausen. Befassen wir uns mal näher mit dem „SVS Lied“:

Das beste hier in dem Revier
[Irgendwo hinter der Autobahnraststätte]
Ist Sandhausen, und das sind Wir
[Hallo, Ihr!]
Der SVS im ganzen Land
[Definiere „ganzes Land“]
In jedem Stadion wohl bekannt
[Definiere „jedes“]

Unsere Farben sind SchwarzWeiß
[Da fehlt eine]
Darauf sind wir alle heiß
[Definiere „Alle“]
Es sind die Farben der Nation
[Waren sie in Württemberg noch nie]
Sie sind bei uns schon Tradition
[„Tradition“ mußte rein, daher wahrscheinlich auch „Nation“ in der Vorzeile]

Bei den Amateuren war’n wir schon Deutscher Meister
[Glückwunsch. Wie auch dem SC Jülich 1910 und Bremen II. Die war’n auch schon bei den Amateuren Deutscher Meister]
Und fast jedes Jahr ganz vorne mit dabei
[Definiere „jedes Jahr“, definiere „fast“]
Heut‘ beschwören wir am Hardtwald alle Geister
[Rübezahl! Casper!! Slimer!!! *beschwörbeschwör*]
Denn mit Platz 1 ist der Weg nach oben frei
[Definiere „MSV Duisburg“]

Jede Mannschaft ist am Hardtwald stets Willkommen
[Dankeschön! Nette Autobahnraststätte!]
Alle Gegner immer wieder gern gesehn
[Immer wieder...gibt es einen Willkommenstee?]
Doch die Punkte werden von uns eingenommen
[Reim Dich!]
Bevor sie wieder nach Hause gehen
[Reim Dich immer noch!]

Die Kameradschaft ist hier unsre große Stärke
[Das mußte rein, oder?]
Weil wir alle uns besonders gut verstehn
[ebenso wie das]
Mit vereinten Kräften gehen wir hier zu Werke
[hat was von Tauziehen, die Strophe]
Den Erfolg kann man bei allen Spielen sehn
[bei allen]

Vor jeder Runde stellen wir jetzt schon die Weichen
[Erinnert an eine Märklin Eisenbahn. Weichen stellen, immer in die Runde]
Dann werden alle Karten wieder neu gemischt
[Texas Hold’em]
Wir wollen immer das gesteckte Ziel erreichen
[auch, wenn die neu gemischten Karten mies sind, gell?]
Der erste Platz- Was anderes zählt am Hardtwald nicht
[Realität an Vereinslied...bitte melden...]

Wir sind Tradition. Wir alle gemeinsam. Wir sind eine Macht. Das beste, was Mittelerde zu bieten hat. Egal, ob Du der SVS, der BVB, der FCB, der TVB, Buntekuh Lübeck oder der XYZ bist. Und auch wir sollten nicht allzu laut lästern – „Die besten Fans der Welt“ ist auch kein Literaturnobelpreis. Das „Lied der Arminen“ von 1920 ist meiner Meinung nach bis heute der treffendste Song für unseren DSC. Und: Nein, ich finde den SV Sandhausen NICHT scheiße ;) !

Das Lied zum Hören: http://www.svs1916.de/svs-lied.html

Aus der Kategorie:

Almfahren mit Umsteigen

So oder so ähnlich begab es sich unlängst im Rauchereck des Gleis 9 im Hauptbahnhof zu Hamm (Westfalen):

„Schönen Schal hast Du an!“ – „Joa, danke...“ – „Fährst Du zum Fuuuuußball?!“ – „Ja, tue ich.“ – „Zu Bayern? Bayern spielt heute in Hannover!“ – „Nicht ganz, Bayern spielt heute in Wolfsburg. Und ich fahre nach Bielefeld.“ – „Was? Bayern spielt in Hannover gegen Bielefeld?“ – „Nein. Bayern spielt in Wolfsburg. Ich fahre nach Bielefeld. Die spielen gegen Aue.“ – „Ahaaaa....Und gegen wen spielt Hannover?“ – „Gegen Leverkusen.“ – „In Wolfsburg...“ – „Nein, in Hannover.“ – „Und Wolfsburg?“ – „Spielt gegen Bayern.“ – „Nicht gegen Leverkusen?“ – „Nein.“ – „Leverkusen spielt in Bielefeld gegen Aue.“ – „Nein!! Bielefeld spielt gegen Aue, Hannover gegen Leverkusen und Wolfsburg gegen BayernVERDAMMT WATWILLSTEEIGENTLICH!?!?!“ – „...kannichne Zigarette...?“

(die Story ist zu hübsch, um nicht erzählt zu werden. Sie ist eigentlich bei einer Gruppe Leverkusen-Fans belauscht worden- für die Originalfassung müßt Ihr nur die Fragen und Antworten entsprechend umstellen)

Aus der Kategorie:

Bielefeldstyle

„Bielefeld gibt’s nicht“. „Bielefeld ist eine Verschwörung“. Jahrelang war den Bielefeldern selbst herzlich egal, diesen außerhalb der Stadt doch stark vorherrschenden Klischees entgegen zu treten – Wozu auch, wir wissen es ja auch besser. Für Exil-Bielefelder ist das allerdings nicht so einfach. Man ist als Einzelkämpfer zur Ehrenrettung der Heimatstadt unterwegs. Man zählt Produkte, Dienstleistungen, wunderbare Wirtschaftsdaten, das Grün der Stadt auf, nur um „VerschwörungGibtsnicht“ als Antwort auf jedes Argument zu erhalten. Selbst das Bekenntnis zu Arminia, die ja immerhin jede Woche für ein paar Minuten im Fernsehen läuft, hilft da nichts. Der DSC ist für Außenstehende der Fußballclub, der eh absteigt. Arminia wird gar nicht mit einer Stadt in Verbindung gebracht. Und falls doch: „VerschwörungGibtsnicht“. Ausgerechnet eine Münster-Geschichte hat den bis vor kurzem besten Konter geliefert. Im Wilsberg-Krimi „Die Bielefeld-Verschwörung“ (sic!) gab es „Vorsicht! Ich gehöre zu denen!“ sogar auf T-Shirts (leider nur als Filmrequisite, ich habe nachgefragt).

Und dann fährt man zur Weihnachtsmarktzeit durch Münster, sieht an jeder Ecke Plakte, die für das Jubiläumsjahr werben und denkt so „YEEEEES!“. Dann entdeckt man die „Das kommt aus Bielefeld“- Aktion der Bielefelder Wirtschaftsförderung und denkt so „YEEEEES!“. Bielefeld hat sich also endlich dazu entschlossen, sich nach außen offensiv zu präsentieren und hat dabei allen Exil-Bielefeldern eine Menge Mund-fusselig-Sabbeln abgenommen. „Bielefeld gibt’s nicht“ – Locker auf den Mineralwasser-Laster zeigen. „Bielefeld ist eine Verschwörung“ – Entspannter Gang zum Kühlregal. Auch Arminia nimmt an der Aktion teil. Das kommt aus Bielefeld!- Die Marke ist nicht zu übersehen!

Wenn wir uns am Samstag also die Tiefkühlpizza reinziehen, dazu Wasser aus Brackwede trinken, den Griespudding zum Nachtisch löffeln, uns in den feinen Zwirn vom Outlet an der Herforder Straße zwängen und dann auf die Alm fahren und die Blauen spielen sehen - Das kommt aus Bielefeld! Gönnen wir uns dies Gefühl!

Und wenn wir wiederkommen, mit einem Räuchermännchen, einem Kilo Uran und Drei Punkten im Gepäck – Das kommt aus Aue!

Aus der Kategorie:

Wiedererkennungseffekte

Man ahnt nichts Böses, man ahnt nichts Gutes, mahnt ahnt eigentlich überhaupt nichts und dann läuft einem Arminia über den Weg. Man ist auf Bildungsreise im Heiligen Land und mitten auf der Via Dolorosa in Jerusalem klebt ein Arminia-Sticker einfach so an einer Haustür. Man ist in Spanien in Urlaub und in der Dorftaverne mitten im kastillianischen Nichts hängt ein Arminia-Wimpel. Zwischen Real Madrid und CF Valencia. Oder anders: Man guckt eine Länderspielübertragung, döst so vor sich hin und entdeckt auf einmal das Transparent des Spengers.

Oder ganz anders: Letztens stehe ich auf meinem Balkon, rauche eine und gucke auf die Straße. Das ist nichts besonderes, das passiert öfter mal. Ein Fahrrad kommt um die Ecke gefahren. Das ist erst recht nichts besonderes, vor allem, da mein Balkon in (Wuaaah! Aufschrei!) Münster ist, der Stadt mit der höchsten Fahrraddichte Deutschlands, wo in diesem Moment wahrscheinlich hunderte Fahrräder um hunderte Ecken gefahren kamen. Das besondere an diesem Fahrradfahrer: SchwarzWeißBlaue Mütze, SchwarzweißBlauer Schal. Sofort beginnt der müßige Verstand zu arbeiten: Großer Bruder aus der Freien und Hansestadt? Eintracht Trier? Oder sollte er vielleicht tatsächlich... Das Fahrrad ist an meinem Balkon vorbei. Soll ich oder soll ich nicht? Ach komm - „ARMINIAHAAA!“...Der Radler ist zwei Häuser weiter. Er bleibt stehen. Er dreht sich um. Er schaut zu mir auf meinem Balkon. „BIE-LÄ-FÄHÄÄÄLD!“ brüllt er zurück, grinst selig, winkt und setzt seinen Weg fort. Weg ist er und kam bisher nicht nochmal um irgendeine Ecke geradelt.

Jeder geneigte und arminia-affine Leser wird aber dieses Gefühl kennen, das ich hatte und das der Radfahrer hatte: Wir sind überall und überall gibt es Spuren des DSC. Hat etwas Heimeliges. Frei nach Horst Wolfram Geißler: „Die Heimat ist ja nie schöner, als wenn man in der Fremde von ihr spricht.“, egal, ob „Fremde“ jetzt fremde Gegend oder fremde Situation ist. Oder, wie Lohmann wohl sagen würde: „Ist ein Stier im fremden Land, wird er doch als Rind erkannt.“

Welche Episoden habt Ihr erlebt? Ein Abtei-Trikot von 1987 in New York entdeckt? Einen Dauerkarteninhaber in Bangkok getroffen? In der Arminenkneipe im Hauptbahnhof Osnabrück abgestürzt? Erzählt es!

Aus der Kategorie:


Artikel-RSS RSS-Symbol       Kommentare-RSS RSS-Symbol

blog5 ist eine super Sache dank der großartigen OpenSource Community-, Blog- & Foren-Software Drupal
und dank der wunderbaren Drupal-Dienstleister vom
Digitalkombinat aus Bielefeld


Digitalkombinat GbR - Medieninformatik & Gestaltung aus Bielefeld