Entscheidend is auf'm Platz

"Uuuuuh, da kann aber was passieren!"

Im NW-Videointerview von heute spricht ein Hardliner, der den ganzen Dezember im T-Shirt unterwegs war über die Kälte:

"Jetzt lass uns das alle mal auch nicht zu hoch hängen. Freizeitfussballer machen das jede Woche und die knicken auch nicht alle um. Wenn man sich das immer einredet, dass alles gefährlich ist und 'Uuuuuh, da kann aber was passieren', dann passiert auch was. Deshalb: Rauf auf den Platz, kicken und dann schaun mer mal was passiert. (..) Wer lieber zuhause auf der Couch bleiben will, bleibt eben auf der Couch."

Gleiches Recht für alle! Der Hardliner an die Fans:

"Die sollen genauso wenig jammern wie meine Spieler, sich warm anziehen und die Jungs nach vorne peitschen."

 

Also ihr habt´s gehört. Bi-bi-bi-bi-bi-bibbert euch am Samstag ins Stadion. Es geht gegen den Tabellenführer und gegen Spitzenmannschaften sahen wir im Winter schon immer gut aus.

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Skiurlaub in Telgte?

Was bleibt einem, wenn es die Umstände erfordern sich über Tage in den eigenen vier Wänden einzuschließen? Was bleibt einem, wenn man stundenlang Bücher, Aufzeichnungen und Notizen wälzen muss, während die Haut schon schimmlig weiß wird?
Es bleibt immer noch die altbewährte Strategie des RTL-Zuschauers: Guck auf die, denen es schlechter geht als dir, guck nach unten!
Gesagt, getan und „Preußen Münster“ gegoogelt. Da war ja was diese Woche: Trainerwechsel. Da ist aber nichts an diesem Wochenende: Spielabsage.

Die Stadt Münster hat den Platz für unbespielbar erklärt, das Heimspiel gegen Jena ist abgesagt. Warum auch immer. Rund 70 Kilometer von Münster entfernt hat es diese Woche weder geschneit noch sintflutartig geregnet. Bielefeld kann spielen. Die Thüringer Zeitung TLZ berichtet, dass der Preußen-Vorstand damit Fanprotesten aus dem eigenen Lager entgehen will nachdem Trainer und Publikumsliebling Fascher am Montag entlassen wurde. Und in der Tat scheinen sie da etwas aussitzen zu müssen: Ich erinnere mich daran am Montag einen bekannten Preußen-Fan getroffen zu haben. Er erschien mir sichtlich aufgewühlt; über Arminias Niederlage kamen wir deshalb gar nicht zu sprechen („Hast du gehört, was bei uns los ist? Diese Asis haben den Fascher gefeuert! Scheiß Vorstand. Wenn das so weiter geht... na warte!“).
Schon beim letzten Auswärtsspiel in Oberhausen ist es Fans gelungen Vorstandsmitglieder auf der Tribüne zu identifizieren und mit vollen Bierbechern zu begrüßen.
Jena ist sauer, aber nicht unsportlich: "Es bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Herren der Platzkommission keinen Sonnenbrand bei der Begutachtung des Geläufs geholt haben", so der Pressesprecher von Carl Zeiss in der TLZ.

Während die Wogen sich nahe Telgte erstmal glätten müssen, dürfen wir in Bielefeld nach dem morgigen Heimspiel hoffentlich den weißen Handschuh putzen, um königlich zu grüßen. Nämlich von oben. Nach unten. Wie bei RTL.

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"Seit wann duzen wir uns, mein Schatz?"

Neu-Armine Philipp Heithölter bekam vor etlichen Jahren als Coach einer hoch begabten Jugendmannschaft für diese Reaktion auf die sehr persönliche Aufforderung des Schiedsrichters, er möge am Seitenrand doch etwas ruhiger werden, wohl einen der schönsten Platzverweise, die ein Trainer bekommen kann.

Mit der Lizenz ohne Punktabzug war man sich bei Arminia wohl sicher: Heithölter kann kommen! Gegen den HSV bot er eine vielversprechende halbe Stunde - die Vorfreude auf Aalen steigt.

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"Da pisst der Sack mir an den Lack!" - Arminia Live in Liga 3

Auswärtsspiel bei Stuttgart II. Na toll. Nachdem ARD-Sportchef Steffen Simon vor der Saison ankündigte, Spiele von Bundesliga-Zweitvertretungen in der Dritten Liga zu boykottieren, ist nicht davon auszugehen, dass der WDR eine Abordnung ins „GAZi-Stadion“ geschickt hat. TV-Bilder Mangelware.

Was nun? Radio Bielefeld! Dramatisches Mittelfeldgeplänkel mit Uli Zwetz. Trotz seiner Nörgelei, der Mann ist Fan und leidet mit. Das hört man. Nicht gut für´s Nervenkostum.

Was nun? NW-Liveticker! Nachdem im Osnabrück-Derby bestätigten Gerüchten zufolge Radio Bielefeld-Mitarbeiter im T-Shirt berichteten und sich damit als Krämer-Fans outeten, schickt die NW nun mit Lennart Krause die Krämer-Gedächtnis-Frisur ins Rennen.

 

Ein Spiel lesen, das soll der Trainer. Aber doch nicht der Fan. Ein bischen mehr Dramatik darf es dann doch sein.

Was nun? Der ASC-Livestream. Im Westfalenpokal-Fight gegen Lotte ein Hochgenuss zu verfolgen, wie die Herren - unterstützt von Geschäftsführer, Pressesprecher, Teammanager und Interimstrainer Marcus Uhlig - allen schlechten Sichtverhältnissen zu trotzen versuchten. Lotter „Ultras“ stellten sich inklusive Doppelhalter provozierend vor den ASC-Bulli, aus dem heraus das Spiel kommentiert wurde. Die Situation drohte mit zunehmender Spieldauer zu eskalieren: “Der Sack pisst an meinen Bulli. Der Sack pisst mir an den Lack.. Jetzt kriegt er eine...“ (Tür auf, Tür zu...)

Bei all den Bierbuden-Emotionen wurde dem Hörer dann der Platzverweis von Riemer unterschlagen. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Was nun? Wohl ein Mix aus Allem. In Hoffnung auf weitere Highlights der Liveberichterstattung wünsche ich uns allen einen Dreier.

 

(An einen Sieg kann ich heute irgendwie nicht glauben. Als ich im Freundeskreis auf ein 4:1 für Stuttgart tippte, wurde ich gefragt, ob ich von Dämonen befallen sei. Ich entgegnete: „Mir ist Kentsch begegnet.“ Ruhe.)
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"Wer die schlechten Spiele nicht verliert, ist auf einem guten Weg."

 

 

"Wenn ich an die Choreo denke, kriege ich eine Gänsehaut. Den Leuten kann man gar nicht genug danken."

 

Worte, denen man sich nur anschließen kann. Schließlich werden besonders diejenigen Fangruppierungen in den medialen Pyrodebatten schlecht dargestellt, die für beeindruckende Stadionbilder wie eben jenes aus dem heutigen Derby verantwortlich sind.

Aber nicht nur der warmen Worte wegen, die in Richtung Fans immer schnell gefunden sind, hat mich Stefan Krämers Interview nach Spielschluss voll überzeugt.

„In der Anfangsphase konnte man schon sehen, dass wir uns schwer tun werden – man hat ja als Trainer so ein Bauchgefühl und kann das interpretieren.“

 

Recht hat er. Ich denke man braucht nicht lange rumdiskutieren: Osnabrück war heute ein Stück besser als unsere Arminia. So fair sollte man sein. So fair ist auch der Trainer:

„Die zweite Halbzeit war besser, die Mannschaft hat gute Nehmerqualitäten. Nachher war es ein ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen für Osnabrück, deshalb können wir mit einer eher schwachen Leistung gut mit dem Punkt leben.“

 

Manchmal ist es besonders schwierig die Dinge so zu beschreiben, wie sie sind. Manche Trainer Gallionsfiguren Heilsbringer Notnägel sind gar dafür bekannt, dass sie das ob ihres überbordenden Temperaments nicht wollen oder können.

Krämer scheint herrlich klaren Kopf zu bewahren.

"Eine Mannschaft, die nicht funktioniert, verliert so ein Spiel – deswegen bin ich froh."

Nachdem die Mannschaft als siegloser Tabellenletzter vom Nobody von Ahlen an den Nobody Krämer weitergereicht wurde und das erste Spiel unter seiner Regie genauso schmachvoll verloren ging wie die Heimspiele zuvor, fing ich bereits an Sondermüllangebote für Fanartikelberge eines dahin gegangenen Traditionsvereins zu sondieren. Aber siehe da: die Mannschaft funkioniert. Trainer und Frisur funktionieren.

 

Stefan Krämer könnte nach langer Zeit mal wieder ein Glücksgriff sein – übrigens genauso wie das neue Präsidium. Wo sind die Maulwürfe? Wo sind die Horrormeldungen? Wo bleibt der Punktabzug?

 


"Wer die schlechten Spiele nicht verliert, ist auf einem guten Weg."

Diesen Satz darf man in Stein meißeln und auf den gesamten Verein übertragen. Es sind neun Punkte auf einen Relegationsplatz, aber sieben Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Hören wir auf zu träumen und fangen wir an uns zu freuen, dass Arminia endlich wieder Hoffnung macht.

 

PS: Eines sei aber noch gesagt: So „robust“ wie Krämer von sich behauptet zu sein, ist er nicht. Es ist im NW-Video deutlich zu hören, dass er sich nach all den T-Shirt-Spielen doch erkältet hat.

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"Deutscher Sport-Club Allleeeez" - Bericht aus Bremen!

Nach längerer Zeit kann ich euch heute mal wieder einen Erlebnisbericht von einem Auswärtsspiel anbieten. Besagtes Auswärtsspiel bei der Bremer Zweitvertretung ist sogar zu einem Auswärtssieg mutiert, was bei meiner Anwesenheit nur äußerst selten gelingen will.

Auch wenn das Weserstadion im kalt-nassen Bremer Dezember durch sparsame Beleuchtung sehr elegant in Szene gesetzt wurde: besondere Wehmut kam nicht auf, als man sich am Stadion und den Vorplätzen eins bis zehn hinüber zum „Stadion“ Platz 11 schlich.

Irgendwie war es erheiternd spannend ein Punktspiel der Blauen vor 1200 Zuschauern zu verfolgen, unter denen sich auch Präsidenten von Vereinen wie Frisch Auf Herringhausen-Eickum mischten, die sich in dieses Ambiente wesentlich besser einfügen als ebenfalls anwesende Prominenzen wie Gerhard Weber.

Wohlwissend um das hohe Regenrisiko bei nur einer überdachten Tribüne hat der vorsorgende Armine die gesamte Sitzplatztribüne bereits im Vorfeld beschlagnahmt, was sogar zu Engpässen auf offizieller Seite führte und die Werderaner Verantwortlichen dazu zwang unter der Woche kreative Lösungswege aufzuzeigen:

 

„Herr Schonz kann sich mit auf das Tribünendach stellen, muss sich dort nur mit dem WDR arrangieren.“

 

Zeugwart Schonz gesellte sich dann doch lieber zu Stefan Krämer, der tatsächlich im T-Shirt dem Hundewetter trotzte. Uff!

Auch Arminias Profis bewiesen, dass sie klug voraus denken können: Mit dem Wissen um schwindende Kräfte aufgrund des Pokalfights gegen Lotte gaben die Jungs in der ersten Hälfte mächtig Gas. Aus den letzten Löchern pfeiffend, wurde sich dann in einer Abwehrschlacht zum Schlusspfiff durchgezittert.

Die völlig durchnässten Fans auf der unüberdachten Seite des Glücks heizten sich bei der Siegsfeier mit einer unnötigen (teuren?) Pyro-Aktion selber ein, während Krämer sich vor den Journalisten selbst revidierte: „Streicht den Satz mit „rocken“. Da gab es hier doch mal so einen Verwaltungsrat, der damit ziemlich daneben gelegen hat.“

Auf dem Rückweg donnerte uns dann aus einem schnörkellosen Flachdachbau ein lautes „Deutscher Sport-Club Alleeez, Du wirst nie untergeeeeehn!“ entgegen. Es waren weder der gute Gerry oder dörfliche Vereinsgrößen, noch Arminias Ältestenrat auf beschwippster Kaffeefahrt, die da riefen. Es war die Mannschaft, die die Kabine akustisch zerlegte.

Mit dem guten Gefühl, dass die 15 Neu-Bielefelder das Schickal Arminias tatsächlich zu interessieren scheint, ließ es sich dann erneut gefühlslos am Weserstadion vorbeilaufen. SIEG!

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„Ich glaub ich geh auch ma´wieder nachhe Arminia hin. Soll ja zuletzt gar nich schlimm gewesen sein.“

Ein gebürtiger Bielefelder, dessen Vereinsliebe den kurzen Weg zur Alm leider dennoch nie gefunden hat, mit einem für ostwestfälische Verhältnisse geradezu rührendem Lob.

Nach drei Heimsiegen am Stück inklusive Powerplay à la Krämer ist dieses Lob durchaus angebracht. In zwei Wochen darf daher das Derby gegen Osnabrück auch gut besucht werden. In den weiten Sphären des Internets wurde bereits zur „Ausverkauft gegen Osnabrück“-Aktion aufgerufen, die ja in vergleichbarer Form schon gegen Oberhausen vor anderthalb Jahren bestens funktionierte...

Ebenfalls gelesen habe ich, dass sich der DSC mit einem Zuschauerschnitt von 9.000 in den Winter verabschieden würde, wenn 21.522 Zuschauer gegen den VfL kämen. Wird wohl nicht gelingen, aber alles unter 15.000 Zahlende wäre dennoch enttäuschend.

Last but not least ein weiteres Fundstück. Die Deutsche Welle, die bekanntlich weltweit schwappt, hat sich der glorreichen Arminia und ihrem Niedergang gewidmet. Auch wenn der „Betroffene“ (also das wir von uns in Arminia) nicht viel neues erfährt: ein netter Beitrag, der den Arminen-Fan als most suffering supporter auszeichnet!

Besonders markant ist ein wohl langlebiges Zitat von Christian Venghaus:

"Die Beziehung zu meinem Verein ist so, wie mit einem Partner, der einen immer wieder betrügt"

 

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Glühweinsause mit Lohmann

Kurzes „Vorwort“: Ich habe den letzten Blog-Eintrag bearbeitet und „entreißerisiert“. Ich kann zwar mein Geschreibsel weiterhin vertreten, bin jedoch der Meinung, dass Blog5 für das angesprochene Thema und die aufkommende Diskussion nicht der richtige Platz ist.

Auch wenn es rund um Arminia Bielefeld meist nie ums Sportliche geht, sollten wir hier versuchen beim Sportlichen zu bleiben. Und rein sportlich gesehen, steht ein netter Kick am Samstag auf dem Programm: 14 Uhr gegen Babelsberg.

Als ich mich am letzten Wochenende beim Bundesliga-Topspiel unter die Bayern-Fans gemischt habe, habe ich einen absurden Vergleich gewagt und versucht konkrete Unterschiede in den Fachsimpeleien zwischen Bayern- und Arminia-Fans ausfindig zu machen. Dabei ist mir vor allem aufgefallen, dass Bayern-Fans viel über Taktik reden. Robben rechts oder links? Schicken wir Müller in die Mitte oder bringen wir ihn doch als zweite Spitze wenn Robben spielt? Und wo bleibt dann Toni Kroos, wenn Schweini wieder fit ist? Doppel-Sechs, flache Vier, Raute? Harte Sorgen!

Aber worüber reden wir Arminen? Es ist schon gelegentlich zu hören, dass eher Spieler X als Spieler Y spielen sollte, aber wird auch über taktische Rafinessen gesprochen? Ich habe eher den Eindruck, dass sich darüber kaum jemand auf der Tribüne Gedanken macht. Vielmehr glaube ich, dass alle hoffen, dass der Trainer irgendwo elf Leute findet, die den Ball anstoppen können. Im nächsten Schritt ergibt sich aus den besten Elf dann die taktische Aufstellung.

Es ist wohl einem endlich seriös arbeitenden Präsidium zu verdanken, dass heute in der NW nach gefühlten Ewigkeiten tatsächlich ein Artikel über taktische Möglichkeiten zu finden ist. Von „strategischen Überlegungen mit Hernandez“ ist die Rede. Ja sogar von einem „Plan B“, der besagt den jungen Flitzer als Joker zu bringen, sollte man sich für eine defensivere Startformation entscheiden. Als i-Tüpfelchen wird gar eine Systemumstellung mit zwei Sturmspitzen angesprochen. Ich bin baff.

Da die Babelsberger unser Rasenschach am Samstag nicht verstehen werden, hat sich der Bielefelder Westen vorbereitet und auf dem naheliegenden Siegfriedplatz einen Weihnachtsmarkt organisiert. Neben üblichen Glühweinangeboten soll sich auch Arminis-Trainer Lohmann für ein Meet & Greet angekündigt haben

Die Elchkuh freut sich...bestimmt...auch über taktische Fachsimpeleien.

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Sagt allen "Prügelt euch nicht"....

Ungewöhnliche Woche, findet ihr nicht?

Auf Glasflaschenverbot in ganzen Landstrichen folgen Ankündigungen großer Ausweichmanöver per Kleinbulli und Bier-Hänger.

Auf Pyro- und Prügelphobie folgen Großkonferenzen zwischen Fan- und Sicherheitsbeauftragten, Vertretern der Fanprojekte, Polizeibeamten beider Städte, Ordnungsdienst, Bundespolizei, Landespolizei, der Ordnungsdienst der Stadt Münster, Feuerwehr... (was für eine Aufzählung!)

Auf Ultra-Fanbrief folgt Willkommensgruß der Polizei Münster.

Dazu jede Menge Kriegsrhetorik, selbst in Statistiken...

"Bei 16 Aufeinandertreffen konnten sich die Preußen erst dreimal über einen Sieg freuen, fünfmal trennten sich die Mannschaften unentschieden und achtmal ließ die Macht aus dem Teutoburger Wald in Münster nur Schutt und Trümmer zurück."

(Quelle: dasWettangebot)

… oder in Ratschlägen zum richtigen Umgang mit den eigenen Fanartikeln:

„Generell gilt: Eure Utensilien sind Bielefelder Utensilien und gehören nicht in des Feindes Hand.“

 

Der „Feind“ darf meinen Schal sehen, nur spüren, darf er ihn nicht! Jawohl!

Ist es bei aller Vorfreude nicht angebracht die Situation um eine Portion Dramatik zu entschlacken und sich vielleicht am Samstag ausschließlich die folgende Marschroute der Lokal Crew zu Herzen zu nehmen ?

 

"Es gilt die Jungs nach vorn zu peitschen. Beim für uns alle wichtigsten Spiel muss auch der beste Support her. Das bedeutet die Betonung jeder Menge Antipathien für die Gegenseite, wir wollen aber unbedingt unser Team siegen sehen und sollten die Unterstützung nicht vernachlässigen!"

 

Die Betonung von Antipathie, wird in meinem Fall auch eine Betonung bleiben und ich hoffe, dass viele der Anwesenden im Stadion das genauso handhaben werden. Aus meiner Sicht durfte Arminia sich lange Zeit und in jeder Lage besonders seiner Fans rühmen. Wenig Gewalt, viel kreativer Support! Lokal Crew und Co haben einiges für die Stimmung im Stadion sowie für das Bielefelder Fan-Image getan und ich bin mir sicher, dass man sich das am Samstag nicht nehmen lassen wird, zumal viele – darunter auch ich – den Ursprung der Rivalität allenfalls aus Erzählungen kennen.

Rivalitäten entstehen ja eh oft dann, wenn sich zwei Vereine besonders ähneln und nach Alleinstellungsmerkmalen suchen. Davon kann zwischen Prxn und Arminia jawohl keine Rede sein. Es dürfte direkt beim Anblick des Stadions deutlich werden, wer vor wenigen Jahren Bundesliga gespielt hat und wer zur gleichen Zeit in der Oberliga herumgekrochen ist. Nach Anpfiff wird dann hoffentlich auch deutlich, dass beide Seiten den Weg, der sie zu diesem Derby geführt hat, wieder rückwärts antreten werden.

Eigentlich hat uns Münster also gar nicht zu interessieren. Wir „ziehen das Ding“ (Fabian Klos), feiern ein wenig und fahren nach Hause! Is´ja nur Fußball...

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Es wird wieder gerockt, Jungs!

Ohje! Von 12 möglichen Punkten haben wir 10 geholt. Aus nervöser Magerkost wurde mit zunehmender Spieldauer gegen Oberhausen demonstrative Überlegenheit, die im Anschluss mit dem vollen Repertoire gemeinsamer Jubelarien zwischen Fans und Mannschaft gekrönt wurde. Die Welle, eingehaktes „Crowd-Hüpfen“, Spruchbandparty und schließlich auch noch eine Humba, intonisiert vom letzten Arminen, an dessen Namen sich alle Zuschauer noch erinnern können: Markus Schuler.

Wie dieser jenes tat, bleibt zugunsten seines Geldbeutels mal unerwähnt.

Im Stile eines antizyklischen Nörglers à la Matthias Sammer, der das als großer Mahner besonders nach Siegen perfektionierte, möchte ich in Stunden der Heiterkeit und Vorfreude auf Prxn darauf aufmerksam machen, dass immer noch 10 Punkte auf einen Aufstiegsplatz aufzuholen sind. Späßchen, aber wer hat den Rückstand auf einen Aufstiegsplatz noch nicht runtergerechnet und „in Liga Drei ist alles möglich“ in sich hineingemurmelt?

Ein Tipp zum Zeitvertreib bis nächsten Samstag: Alexander Geilhaupt, einst als Verwaltungsratsvorsitzender und Rückrundenrocker bekannt geworden, schreibt ein Buch. Wissen viele ja gar nicht!

Vorabveröffentlichungen von "Willkommen im Club" soll es auf seiner Homepage geben. So zum Beispiel das erste Kapitel: „Überraschungssieg“.

Es beschreibt den heldenhaften Aufstieg eines einfachen Unternehmers, der es in tranceartigem Zustand mit Umweg über den Raucherbalkon hinein in den biederen Saal der Stadthalle geschafft hat und dort vom anwesenden, johlenden Pöbel in Arminias Vorzeigegremium „Verwaltungsrat“ gewählt wurde. Intime Details aus der Gefühlswelt des Autors („Meine Stimme ist sicher und dynamisch, so wie geübt.“) und die Schilderungen seines augenscheinlich bannenden rednerischen Erfolges („Ich erhalte als einziger Beifall“) lassen den Leser in Ehrfurcht zurück.

Für Herrn Geilhaupt, dessen Name selbstredend Programm ist (s. Homepage), zählt nur der Erfolg. Er sollte ihn an diesem Abend bekommen, Arminia in den Jahren danach nicht.

Diejenigen unter uns, die daran zweifeln, dass Arminia noch genügend Strahlkraft besitzt, werden dank der Lektüre gerne zur Kenntnis nehmen, was dieser Verein für das Selbstwertgefühl einiger Herren noch ausrichten kann.

Denjenigen, die darauf hoffen, dass Arminia demnächst in Bestseller-Listen zu finden ist, ist diese Hoffnung schnellstens auszutreiben. Beruhigenderweise befindet sich Herr Geilhaupt selbst nicht unter ihnen.

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