Entscheidend is auf'm Platz

Eilhoff: „Ich denke, dass sich Dynamo in die Relegation rettet."

Eilhoff: „Ich denke, dass sich Dynamo in die Relegation rettet. Denn der Heim-Bonus im Entscheidungsspiel gegen die Arminia ist ein klarer Vorteil, die Stimmung phänomenal.“ - so wird der zitiert (in bild.de), der angeblich im Herzen schwarz-weiß-blau sein soll. Kann das denn wahr sein? Hat er denn nicht mitbekommen, dass man in Sachsen "Dennis" eher für eine Sportart hält?

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Bunt ist alle Verschwörungstheorie. Eine alternative Vergangenheit

Man kann sich das Ganze ja auch ganz anders zusammenreimen. Und Stefan Krämers Abschied nicht mehr ganz so überraschend finden wie noch vor einer Handvoll Stunden.

Zum Beispiel so: November 2013. Nach sechs Liganiederlagen in Folge verlautbart Stefan Krämer in einem Boulevardblatt: "Ich bin nicht blauäugig, kenne die Gesetze des Geschäfts. Die kommende Heimpartie gegen Bochum ist ein echtes Endspiel." Ohne dass das beim Arminia jemand behauptet hätte. Wenn wir uns recht erinnern.

Es folgt ein Nullzwei gegen die genannten Westwestfalen. Doch: Krämer darf bleiben – "vorerst". Er selbst sagt: "Wenn ich meine, die Mannschaft nicht mehr zu erreichen, dann muss mich hier keiner entlassen. Dann packe ich meine Sachen, verabschiede mich und fahre nach Hause."

Dann: das nächste Endspiel, wieder via Presse selbstauferlegt. Da konnte man schon denken: Was zur Hölle reitet diesen Mann? Will er sich selbst rausmobben? Und auch die Vorgesetzten wundern sich.

Aber wenn es ein Plan war: Er geht nicht auf. Zunächst. Denn es folgt ein kurzes Zwischenhoch mit Siegen gegen Frank'n'fürth. Vielleicht war der Verein aber gewarnt? Und sucht vorsorglich schon einmal nach Ersatz?

Das würde auch den irre schnellen Trainerwechsel diese Woche erklären – inklusive des "klaren Konzepts" des Nachfolgers. Denn so ein Konzept entwickelt man im Profisport ja nicht innerhalb weniger Stunden und über Nacht. Bilden wir uns mal so ein, mit unserem gefährlichen Halbwissen.

Und da fällt uns dann auch die Vokabel "freigestellt" noch mal wieder ein. Passt ganz gut ins Reimschema, oder? Und dass der alte Trainer den neuen auf der Pressekonferenz vorstellt – und ihn anschließend angeblich noch vier Stunden einarbeitet, bevor er dann tatsächlich seine Sachen packt, sich verabschiedet und  nach Hause fährt.

So. Und nun reimt Ihr mal schön weiter.

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Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf.

Man ahnt nichts Böses, man ahnt nichts Gutes, mahnt ahnt eigentlich überhaupt nichts. Weil man denkt: Krämer, Arminia, das wird eine Ära. Die reiten gemeinsam in den Sonnenuntergang. Egal in welcher Liga.

Dann ist der Trainer auf einmal gefeuert. Man fällt aus allen schwarzweißblauen Wolken der norddeutschen Diaspora. Und schlägt jäh auf der Realität der Hartalm auf:

"Die Entscheidung die Cheftrainer-Position neu zu besetzen, haben wir uns nicht leicht gemacht, sondern sie sehr genau abgewogen. Es geht einzig und allein um Arminia Bielefeld und darum, den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga zu schaffen." (Samir Arabi in der NW)

"Mit dieser Entscheidung wollen wir neue wichtige Impulse im Kampf um den Klassenerhalt setzen." (Marcus Uhlig im Kicker)

Unser neuer Cheftrainer Norbert Meier bei seiner Vorstellung: "Wir haben ein Ziel: Klassenerhalt. Das schaffen wir nur gemeinsam!" (@Die_Blauen über Twitter)

Meier weiter: "In den nächsten zweieinhalb Monaten zählt nur Arminia und wir werden ab heute hart für das Ziel arbeiten."(@Die_Blauen über Twitter)

"Wir müssen alle Kräfte bündeln, um mit Arminia die Klasse zu halten. Meiers klares Konzept und sein Herangehen an die Situation hat uns überzeugt." (Marcus Uhlig in der NW)

"Wir haben schnell eine absolute Identifikation mit Arminia Bielefeld gespürt." (Marcus Uhlig im Westfalen-Blatt)

 

Man bekommt fast den Eindruck, das Ganze wird übers Phrasenschwein refinanziert.

 

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Vorgefürth

Eins mal vorweg angefürth: So ein klarer Dreier verfürth schnell zu Häme, aber die fürth ja bekanntlich beim Verspotteten zu noch mehr Trauer – und die Fürther sind ja auch sportlich genug vorgefürth worden. Lassen wir das also. Das fürth denn doch ein wenig zu weit.

Dennoch kann den Fürthern ein sportlicher Hinweis nicht erspart bleiben. Wer keinmal fürth, kann auch nicht gewinnen. Denkt dran, Ihr Fürther: Falls Ihr beabsichtigt, dass der Weg in der Tabelle weiter nach oben fürth, müsst Ihr da noch nachlegen.

So, genug Argumente ins Feld gefürth. Obwohl, eins gäbe es da noch. Euer Trainer heißt Kramer, unser Krämer. Und was fürth zur Steigerung? Richtig, ein simpler Umlaut! Jetzt fürth fahrt mal schön wieder nach Fürth!

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Arminia abgestiegen?

Da guckt man zunächst mäßig interessiert, nach dem ersten Gegentor zunehmend mürrisch ob der untauglichen deutschen Bemühungen das Länderspiel – und blättert zur Abwechslung in der Zeitung herum, bis man plötzlich elektrisiert an einem Artikel über Fangewalt hängen bleibt. Nein, nicht wegen des Themas, sondern weil man ganz beiläufig zwischen den Zeilen erfährt, dass Arminia abgestiegen ist!

Aufgedeckt wurde diese erschütternde Tatsache durch die Neue Ruhr-/Neue Rhein-Zeitung (NRZ). Natürlich ist man immer dankbar, wenn Medien darüber wachen, dass auch im Fußball alles mit rechten Dingen zugeht. Aber muss es gleich so bitter sein?

„Problemfall 3. Liga“ heißt es in der Unterzeile. Und im Text liest man „Die ,Problemfans’ von Dynamo Dresden stehen jetzt beispielsweise in der 3. Liga unter besonderer Beobachtung.“ Dresden? DSC? Die spielen doch in der Liga gegeneinander, erinnert sich man dunkel, guckt furchtsam beim Internetauftritt des DFB vorbei, wird bestätigt: Am 6. Dezember gibt es das Heimspiel gegen die Dynamos. Aber halt, das steht in der Rubrik „2. Bundesliga“. Sollte man sich an der Otto-Fleck-Schneise vertan haben? Oder war der 11. Mai 2013 ein Traum – ein zwar schöner, aber eben doch nur geträumter Aufstieg?

Mit Angstschweiß liest man noch einmal: „Fans...Dresden...jetzt...3. Liga“. Puh, Schwein gehabt, nur die Fans sind abgestiegen. Wieder was gelernt. Wahrscheinlich haben die die Relegation gegen die Fans vom VfL Osnabrück verloren.

PS: Die NRZ ist schon eine verdammt gute Zeitung und eine ehrliche dazu – nach dem Druck hat sie ihren Fehler bemerkt und in der Online-Version korrigiert!

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Hefte raus, Taktikschulung!

Hefte raus, Taktikschulung, Thema heute „9 ½“ – nein, nicht mit dem Nachnamen Wochen, Ihr Ferkel! Doch lassen wir unseren Cheftrainer selber sprechen. „Ich sehe Anass als Zehner oder sogenannte Neuneinhalb, weniger als Außenbahnspieler“, wird Stefan Krämer in der NW zitiert. Hut ab vor so viel Fachwissen in der Redaktion und selbstverständlich auch bei den Lesern des roten Blatts, weswegen (pep) auch gar nicht erklärt, was die Neuneinhalb ist.

Gehen wir doch einmal mit dem gesunden Menschenverstand an das Thema heran. „Weniger als Außenbahnspieler“: Das klingt schon mal gut, weil in der Mitte werden die Tore erzielt. Aber die Erklärung ist natürlich viel zu simpel.

Vielleicht hilft ja Google. Bei der Suche nach „Neuneinhalb“ und „Fußball“ wird schon an vierter Stelle – äh – ausgespuckt: Mike Hanke. Der allseits als Philosoph Bekannte überrascht natürlich keineswegs mit der Selbsteinschätzung „Ich bin eine Nummer neuneinhalb“, nachzulesen in der FAZ, also die mit den klugen Köpfen dahinter. Wollen wir Hanke als Erklärer stehen lassen?

Zurückhaltend bei Google weiter hinten, erst auf der zweiten Seite, findet sich ein Beleg eines Schweizers: Lucien Favre sagt über seinen Stürmer Max Kruse, der könne problemlos „Neuneinhalb“ spielen – schreibt zumindest der Theaterkritiker der Zeit, Peter Kimmel. Lustiger Erklärungsansatz des Auch-Fußballerklärers zur Frage, was Neuneinhalb ist: „Wir vermuten, es ist der um einen Halbton erhöhte "klassische Neuner", also der Mittelstürmer alter Prägung, in den der Geist eines Spielmachers gefahren ist.“

Kimmel bringt auch noch einen falschen Neuner sowie einen scheinbaren Zehner ins Spiel. Das führt jetzt aber zu weit! Und über die hängende Spitze soll hier auch nicht geredet werden.

Tja, da muss wohl doch der Trainer ran: Stefan, erklär uns doch bitte mal an dieser Stelle, was Du denn unter Neuneinhalb verstehst. Kobra Krämer, übernehmen Sie!

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Tabellenletzter? Das rede ich mir schon schön.

Mein Sofa-Sky-Abo war gerade 10 Minuten alt, da hatte ich schon leicht die Ahnung, den selben Fehler gemacht zu haben, wie zuletzt zu Bundesligazeiten, aber dann hab ich Sky gekündigt und alles wurde gut. dann wurde Arminia besser und es war eine ordentliche zweite Halbzeit und ja auch immerhin bei einem Aufstiegskandidaten zu Gast.

Am Ende ist Arminia der repräsentativste unverdienteste Tabellenletzte*, den ich je am ersten Spieltag sah und denke so in meinem eigenen Statistikhirn: Saisons in denen wir am ersten Spieltag Tabellenführer waren, egal welche Liga, haben uns am Ende nicht vor Glück laut schreien lassen (und Träume barfuß weiter) vielleicht drehen wir 2013/2014 einfach mal den Spieß um.

Vielleicht ist ja nicht nur in der Kneipe alles anders.

* Stand vor dem Schlusspfiff im Rheinstadion!

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Eine kurze Lanze für den VfL

Bei all dem Freudentaumel muss eine kurze Lanze für den VfL Osnabrück gebrochen werden.

Unser Fußballnachbar droht im Falle des wahrscheinlichen Nichtaufstiegs im Chaos zu versinken und führt damit vor Augen, was den DSC vielleicht in diesem Fall erwartet hätte. Einige interne Problemen der Lilaweißen scheinen hausgemacht. Der Rücktritt von Pele Wollitz hat das eindrucksvoll gezeigt. Der VfL ist aber auch ein Opfer der defizitären Pleiteliga 3.

In der letzten Saison hatten die beiden Direktaufsteiger nach 38 Spieltagen 66 bzw. 64 Punkte. Der VfL wäre mit 70 Punkten nach 37 Spieltagen jetzt schon Meister. Nach so einer Saison mit leeren Händen dazustehen, ist verdammt bitter.

Pele Wollitz hat mit wenig Geld eine erfolgreiche Truppe zusammengestellt und die Region ist genauso fußballverrückt wie Schwarzweißblau. Die Duelle beider Clubs werden mir sehr fehlen. Und das nicht nur, weil ich mit dem Rad zur Bremer Brücke fahren konnte, sondern weil die Spiele sportlich rassiger waren als gegen Telgte.

Der VfL steht jetzt ungefähr da, wo Arminia 2011 stand. Und weil man weiß, wie sich das anfühlt, haben Fans und Mitarbeiter mein solidarisches Mitgefühl. Ich hoffe für den VfL auf den Relegationsplatz und ein Wiedersehen in Liga 2.

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Widder verloren?

Mitunter treibt die dritte Liga muntere Spielchen mit ihren Fans. Wobei, was heisst hier ihren Fans? Fan der dritten Liga ist man wohl eher selten, vielmehr ist man Fan seiner Mannschaft und nimmt daher die Ligazugehörigkeit irgendwie in Kauf. Dieses Phänomen kann natürlich auch in anderen Ligen beobachtet werden, kommt jedoch hier am deutlichsten zum Vorschein.

Arminias Spiel in Saarbrücken ist ein gutes Beispiel. Als eines der ersten Spiele der Rückrunde sollte es bereits im Dezember stattfinden, doch Schnee und Eis durchkreuzten diese Pläne. Und das gleich ein zweites Mal im Januar. Während in der ersten und zweiten Liga überwiegend auf einem grünen Teppich weiter gespielt werden konnte, fehlt in Saarbrücken oder an anderen exklusiven Orten der Liga die Rasenheizung.

Nun gut, geschenkt. Vorgestern, also im Februar, haben wir das Spiel ja nachholen können. Und wir haben es gewonnen. Warum griesgrämig sein?

Nicht zuletzt wurde es das schon erwartete Torfestival gegen den 1.FCS. Nach einem 0:4, einem 4:2 und einem 3:2 gab es nun wieder ein 4:2 aus Sicht des DSC. 6 Tore - da freut man sich doch auf die Zusammenfassung im TV!

TV? Wir wären dann beim nächsten Problem. Nachholspiele der dritten Liga bleiben vom Fernsehen weitestgehend unbemerkt. Im WDR war gar nichts zu sehen und in irgendeiner Sportschau im Ersten erst recht nichts.

Kurz bevor sich einige nun daran machten aus Bilderstrecken der NW oder dem Westfalenblatt ein Daumenkino zusammenzufügen, ertönte frohe Kunde aus dem Funkhaus des Saarländischen Rundfunk! Es waren Kameras vor Ort. Es existiert ein rund dreiminütiger Bericht!

Über die sozialen Netzwerke verbreitet sich der Filmschnippsel in Windeseile. Doch die Freude weicht dem Schock.

Schon die Ankündigung im Studio unter dem Slogan „Widder verlor“ schickt den Ostwestfalen gedanklich ins Tierreich. Einschlägiges Feedback auf Arminias Facebook-Präsenz: „Ich versteh nix, aber is' lustig. Ich hoffe sie konnten den Widder finden, den sie verloren haben.“

Es war der einzige Bericht über den DSC in Saarbrücken – und er war saarländische Folklore: „De Fans han die Flemm“. „Bisch dahin woar de Luginger zufridde!“. „Des Toar is füdde Klos nua Formsach!“.

Passend dazu einige Tore. Das 1:1 sowie das 3:1 gelangen nur unter gütigster Mithilfe der Saarbrücker, dazu noch ein Eigentor von Appiah. Man hatte sich mehr erhofft.

Vielleicht wäre das alles besser zu ertragen gewesen, hätte man sich im Saarland der Landessprache seines Nachbarn bedient. Ein französischer Kommentar hätte eleganter geklungen. Wir hätten uns bei einem wieder einmal starken Platööhn im Tor bedankt, hätten über Tore von Klo (stummes -s-) und Glasnööhr gejubelt, den schnellen Ille bewundert, uns an der Rückkehr von Übenöhr und Ornisch nicht satt gesehen und uns gefreut, dass sich beim Torschützen und Vorlagengeber Testroet an der Aussprache nichts ändert.

Morgen geht’s gegen Unterhaching. Bleibt zu hoffen, dass der WDR wieder im Stadion ist.

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Ätsch, Acki!

Wie würde es Pierre Brice sagen? Vielleicht: In diesem Zitat vom BVB-Geschäftsführer Watzke fehlt mir der Respekt!

"In einer dreigeteilten Bundesliga nur Siebter zu sein und hinter Bielefeld zu stehen, kann nicht der Anspruch von Borussia Dortmund sein. Das nehme ich nicht mehr hin!"

(WAZ, 10.01.2013)

Musste aber wohl! Und ein besseres Kompliment für unsere Jugendarbeit konnte es ja gar nicht geben. Ärger' Dich nur weiter!

Den 2:0-Sieg unserer Almbuben gegen den BVB hab ich übrigens vor Ort miterlebt. Ein enges Spiel, aber der Sieg war verdient. Und im Dormtunder Lager war schon da der Frust nur allzu deutlich. Daher: Mütter Ostwestfalens, jagt Eure Talente nicht  stundenlang auf die Autobahn ins Ruhrgebiet. Schickt sie auf die Alm!

 

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