Entscheidend is auf'm Platz

Gijón oder Bielefeld?

Ich hab mir mal das Vergnügen gemacht, das Halbvier-Heft zum gestrigen Karlsruhe-Spiel heute morgen nach dem Spiel zu lesen. Und darin die beliebte Rubrik "Entweder oder", diesmal mit Dominik Rotter, unserem 19jährigen Alpentalent.

Ich weiß nicht, ob die Gegenfrage auf die letzte Frage

scherzhaft gemeint war. Aber aufgrund seiner Juvenilität will ich nicht gänzlich ausschließen, daß es diesbezüglich tatsächlich eine Wissenslücke gibt. Deshalb sei für Dominik und alle anderen, die es nicht wissen, auf den Wikipedia-Artikel "Nichtangriffspakt von Gijón, auch Schande von Gijón" verwiesen.

Als Ergänzung zu den darin aufgezählten Fakten möchte ich noch kurz beschreiben, wie sich das Spiel in Gijón damals für die Zuschauer am heimischen TV und im Stadion anfühlte: Nämlich wie das gestern gegen Karlsruhe*. Der Unterschied zu '82 ist, daß gestern nicht beide Mannschaften mit dem Ergebnis zufrieden sein konnten. Umso erstaunlicher die gestrige Leistung - oder sollte etwa die in diesem Beitrag beschriebene Theorie dahinterstecken?

* tatsächlich habe ich mich gestern, ohne von diesem Entweder-Oder-Artikel zu wissen, auf dem Heimweg mit wem über das Spiel unterhalten und wir kamen übereinstimmend auf "Deutschland-Österreich '82" und mein Gesprächspartner sagte, auch in seiner Ecke auf der Tribüne war von diesem Vergleich zu hören.
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And the winner is..: Augsburg!

Da sage noch einer, auf der Alm in der "Schüco-Arena" ginge es langweilig zu: Statt total gewöhnlich nur die erste oder nur die zweite Halbzeit zu verpennen, hat Arminia gegen sich nach ihrer Führung nicht einmal um Konterchancen bemühende Karlsruher zur Abwechslung mal beide Halbzeiten verpennt. *Gäääääähn*

Ich weiß nicht, wie der ZDF-Reporter vorhin in den Nachrichten zum Urteil kommen konnte, Arminia sei in der zweiten Halbzeit engagierter zur Sache gegangen. Man muss der Vollständigkeit halber allerdings erwähnen, daß die gezeigten Arminia-'Chancen', mit denen das belegt werden sollte, wenn überhaupt, dann nur in einem solchen Grottenkick mit dem Begriff "Chance" geschmückt werden können (irgendwas muss man ja zeigen, wenn man die Fernsehrechte erworben hat). Unsere Jungs bemühten sich im ersten Durchgang jedenfalls genauso wie im zwoten - allein: sie können es offenbar nicht besser.

Ich hab hier bereits vor ein paar Tagen Erziehungsratschläge erteilt und will es heute erneut tun: So bitter diese Erkenntnis ist, gerade dann, wenn sie die Erwartungen, die man in sie gesteckt hat, nicht erfüllen, muss man seine Schützlinge wissen lassen, daß man sie weiterhin lieb hat und zu ihnen hält (auch wenn es schwer fällt und man sich mitunter verstellen muss).

Mein Leidensgenosse Gerwin und ich witzelten übrigens, ob Arminia nicht für das nächste Spiel eine "-1"-Aktion anbieten sollte: Man lässt seine Dauerkarte auf der Geschäftsstelle für ein Spiel entwerten und bekommt das Geld dafür.
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Das Leben ist eine Baustelle

Ihr Arminen der Welt: Schaut auf diese neue(!) Pauli-Tribüne (welche früher übrigens noch die Gästetribüne war): Oben Sitzplätze, unten ein paar Reihen Stehplätze (nach meinem Geschmack zu wenig, aber immerhin). Sieht auf den ersten Blick auch unter Finanzierungs-Gesichtspunkten ganz attraktiv aus. Ob das mit unten Steh- oben Sitzplätze später auf jeder Seite

so aussieht?

Wir werden es erfahren, wenn St. Pauli keine Baustelle mehr ist

und wir irgendwann mal wieder in die zweite Liga absteigen müssen. Denn so viel ist nach dem Spiel am Sonntag klar: Wir werden den Klasssenerhalt doch nicht schaffen und Pauli alleine in der zweiten Liga zurücklassen...

...dachte ich nach Abpfiff der super ersten Halbzeit. Die zweite Halbzeit, eingeleitet durch eine von gegenseitigen Sympathiebekundungen geprägte Matze-Begrüßung,

erinnerte mich dann an die ersten Halbzeiten der vergangenen Spiele. Insbesondere Arminias Fähigkeiten zum schnellen Umkehrspiel (in der BRD auch "Konter" genannt), welche in einem solchen Spiel von besonderer Bedeutung sind, sind erschreckend unausgeprägt.

Doch ich will nicht nur meckern: Etwas ist auf der Baustelle Arminia dann immerhin doch fertig geworden: nämlich die letzten Minuten irgendwie über die Runden bringen zu können (man erinnere sich ans Rostock-Spiel). Besondere Verdienste hat sich in diesem Zusammenhang Rübe erworben. Zum ersten Mal hatte ich eine Ahnung davon, was es bedeutet, wenn man sagt, ein Spieler habe sehr viel Erfahrung: Großartig, wie er mit feinstem Klein-Klein-Spiel, kurz ausgeführten Einwürfen sowie durch Anschießen von Pauli-Spieler-Schienbeinen den Ball immer wieder ins Seitenaus beförderte - das alles erinnerte mich an ein Spiel gegen Dortmund damals, in welchem Arminia und insbesondere auch Rübe das schon mal so praktiziert hatten. Den Rest haben Dennis

und tags zuvor Buttermaker erledigt - und nicht der Schiri, wie es Holger Stanislawski abends im NDR-TV mit ziemlich dick aufgetragenem Zynismus unterstellte, was Matze glücklicherweise richtigstellte.

"Der Schiedsrichter hat keine Schuld an dem Ausgang der Partie. Bielefeld hat es hier sehr gut gemacht - vor allem in der ersten Halbzeit", sagte der Schlussmann der Gastgeber, der von 2000 bis 2008 das Tor der Arminia gehütet hatte und 243 Ligaspiele für den Klub absolvierte. [welt.de]

Also:

...Arminias glorreiche Tage haben Sonntag begonnen, wenn die Jungs auf'm Platz die ersten Halbzeiten weiterhin nicht verschlafen, sie in den zweiten wachbleiben, zwischenzeitlich kein jähes Erwachen durch DFL-Punktabzug erfolgt und wenn alles Hätte, Wenn und Aber nicht wäre nur Gelaber.

Auf Sobald-Nicht-Wiedersehen: Baustelle St. Pauli. Auf Wiedersehen in einer knappen Woche: Baustelle Arminia.

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"Der FC verlor mit 0:1 gegen Arminia Bielefeld, wobei die Arminia einen Fußball spielt, der genauso attraktiv ist wie die Stadt."

notiert das Bundesligablog hinsichtlich Arminias Spiel beim FC St. Pauli.

Schon verblüffend, wie vergleichsweise süffisant lässig man überhebliche Sätze wie diesen belächeln kann, wenn man zuvor als Sieger vom Platz gegangen ist :)

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Bewegte Bilder

Bewegende Bewegte Bilder vom St. Pauli Wochenende. Fotos folgen die Tage.

Unsere schwarz-weiß-blauen Freunde aus Hamburg haben uns in ihrer Tankstelle das Gästezimmer hübsch zurechtgemacht, das Buttermaker dann gerockt hat:


Am Tag darauf hat Arminia dann das Millerntor gerockt:


Nachtrag: Johnny Dresden kommentierte, daß er die Videos nicht sieht. Eigentlich ist das ganz normal via Youtube eingebunden. Sicherheitshalber (obwohl ich nicht behaupten möchte, daß man suuuuuper viel verpasst, wenn man sie nicht sieht) hier die Links auf die Youtube-Seite:

Tankstelle: http://www.youtube.com/watch?v=UqwcFprLsKE

Millerntor: http://www.youtube.com/watch?v=ffJuFC447Ho

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"Auf den Klassenerhalt!"

Mit diesen Worten habe ich gestern beim Anstoßen nach dem Duisburg-Spiel versucht, etwas Stimmung in die Runde zu bringen. Eine weitere Spielzeit in der zwoten Liga ist uns nun wohl vergönnt. Rein rechnerisch geht zwar noch ne ganze Menge, aber geprägt ist meine Prognose von der Entwicklung oder besser: Nicht-Entwicklung des Geschehens unten auf dem Spielfeld.

Andererseits hat es einer aus der Runde so formuliert: "Eigentlich können wir ganz zufrieden sein: Drei Mal scheiße gespielt und sechs Punkte geholt". Auf die gesamte Saison übetragen könnte man auch sagen: Ca. 15 Mal schlecht bis scheiße gespielt, 40 Punkte geholt und um den Aufstieg mitgespielt. Eigentlich nicht schlecht.

Gestern war ein guter Tag, denn ich hatte erstmals das Vergnügen, neben Lutz auf der Südtribüne stehen zu dürfen. Wenn er nicht gerade Südtribünenimpressionen festgehalten hat und ich nicht gerade Südtribünenimpressionenfesthalten festgehalten hab

dann diskutierten wir darüber, ob Arminia genauso schlecht wie gegen Fürth spielte (Lutz Meinung) oder etwas besser (meine Meinung; etwas besser auf niedrigem Niveau wohlgemerkt). Lutz meinte, ich solle die Rechte der Domain fussballkompetenz.de mal schnell an ihn abtreten. Leidensgenosse Gerwin vermittelte: Unterschiede können eventuell in der unterschiedlichen Stärke des Gegners begründet sein.

Immerhin: Beim Halbzeitgespräch mit Neu-Mitglied Vanni und der darin von ihm geäußerten Mutter aller Halbzeitempfehlungen ("Mehr über die Außen kommen") mussten wir dann alle zustimmend nicken. Ach ja, Gewinnen könnte so einfach sein.

Egal. Denn an welchen Spruch wurde ich gestern erinnert? "Hätte, Wenn und Aber, alles nur Gelaber!"

Ich möchte an dieser Stelle noch kurz die Gelegenheit nutzen, auf Venkmäns Kommentar zu verweisen und schalt nach dem Publishen dieses Beitrags sofort MTV an, um zu gucken, ob dort schon die ersten Werbefilmchen laufen:

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Arminia in Ahlen: Auftakt zum Aufstieg!

Na ja, mit dieser Schlagzeile will ich mir in erster Linie selbst die Freude machen, die Akte Ahlen etwas aufzufüllen. Sie hat insbesondere angesichts der ersten Halbzeit gestern (aber ich will mich heut nicht schon wieder so aufregen) wohl weniger mit Überzeugung als vielmehr mit Hoffnung zu tun. Doch die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Und vielleicht sogar überhaupt nicht, wenn das weiter so durchgezogen wird: teilweise unerträglich schlecht spielen und trotzdem gewinnen, während auf anderen Plätzen

Punkte liegen bleiben (den Tabellenstand mailte mir Lutz mit dem Betreff "6 Punkte auf Matze").

[Ich frage mich immer, ob das ("Die_Blauen" in roter Schrift) aus irgendeinem Psychologie-Handbuch für Sinnestäuschungen stammt und man Teil eines Experiments ist #MarkeArminia].
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Unser Blog5-Lieblings-Besucher der vergangenen Woche gab bei Google ein:

sind fananleihen von Arminia sicher?

(Quelle: Blog5  / Recent Visitors by Referrals / 05. Februar 2010)
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War das Spiel gestern die erste der angekündigten unpopulären Maßnahmen?

Wenn das Spiel gestern gegen Fürth nicht vor dem Hintergrund der gegenwärtigen finanziellen Situation stattgefunden hätte, dann hätte ich das Geschehen unten auf dem Platz bis zur ca 60sten Minute (wir haben es als "Kick and Rush ohne Rush"-Taktik definiert) als bodenlose Frechheit eingestuft. Es fügte mir sogar leichte körperliche Schmerzen zu. Auch Wolfgang Kneib wurde im Halbzeitgespräch recht undiplomatisch: "Ich vermisse die Leidenschaft" o.s.ä., zustimmender Applaus von den Rängen.

Doch es fand halt vor dem Hintergrund der ggw. finanziellen Situation statt und so ergibt alles Sinn: Die Mannschaft bekam - als erste der angekündigten "unpopulären Maßnahmen" - ihre Siegprämie auch für eine Zu-Null-Niederlage ausgezahlt. Allerdings mit der Verpflichtung, sie zuvor auf dem chinesischen Wettmarkt auf ein entsprechendes Ergebnis zu setzen, um so ihren Beitrag zu Sanierung der Finanzen zu leisten ("Die eine Hälfte des Gewinns bekommt ihr, die andere die KGaA"). Doch dann landete der Ball aufgrund eines Torwartfehlers zufällig doch zum 1:1 im Tor. "Na ja, dann können wir auch gleich gewinnen und kriegen immerhin die Siegprämie zurück" sagten sie sich und schossen noch das 2:1.

Auch nach dem Abpfiff habe ich etwas die Leidenschaft vermisst. Wenn ein Spieler mit seiner Leistung unzufrieden ist und schnell in die Kabine will, ist das völlig ok. Doch dieses Rüberwinken- und Schieben der vom Platz eilenden Spielern vor die Südtribüne seitens der Betreuer und die anschließend deshalb total aufgesetzten Feier- und Jubelposen sind schon ziemlich peinlich. Ist mir schon nach dem Spiel gegen Koblenz aufgefallen.

Übrigens: Als ich es gestern dann doch mal wagte, meinen Blick nach rechts rüber auf das Corpus Delicti

schweifen zu lassen, fragte ich mich, warum wir überhaupt fianzielle Probleme haben. Stecken die 18 Mio dafür nicht auf der Haben-Seite in den Büchern? Insofern wäre es ja sogar gut, daß sie 6 Mio teurer war als geplant. Ob es jemanden gibt, der uns das Ding im Falle eines Falles für 18 Mio abkaufen würde (oder auch nur für 18 Euro), ist ja erstmal egal - macht doch auch Schalke mit seiner Turnhalle so...

Ja, ja, das kenn ich vom Sonntagabend aus Spiegel-, Stern- und Süddeutsche-TV:

Völlig überschuldet die Leute, doch im  Wohzimmer den größten Flachbildfernseher.

Nach dem Spiel dann im Stolander für das Vergessen des Geschehens auf und neben dem Platz angetrunken und die ersten Bielefelder Kneipenpfennige ausgegeben.

Doch offenbar immer noch nicht genug getrunken, denn ich weiß ja immerhin noch genug, um diesen Beitrag zu schreiben.

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