Alles nur ein Mummenschanz?

In fünf Jahren Bundesliga war ganz selten Arminia - ich erinnere mich spontan an eine Ausgabe als wir noch Bayern-Jäger waren - Thema im Indirekten-Freistoß-Newsletter, der Presseschau für den kritischen Fußballfreund, sondern in der Regel die Problemchen der jeweiligen Gegner von Arminia. Kaum abgestiegen sind wir in der Kategorie Unterhaus wohl sowas wie der FC Bayern und fanden gestern gleich nach dem ersten Spieltag Erwähnung.

Einen FAZ-Artikel zusammenfassend schreibt Oliver Fritsch Frank Baade, der neue Macher des indirekten-freistosses.de, vom Schwung und Optimismus, den Thomas Gerstner verbreite, die hohen Ziele, die er vorgebe, daß die Zusammensetzung des Kaders das alles wohl rechtfertige und abschließend

(...) Neben dem Endziel der Saison definiere Gerstner immer auch Etappenziele, in Form eines öffentlichen Tippspiels vor jeder Partie. Beim Pokalspiel in Unterhaching habe er mit seinem halb getippt, halb geforderten 0:3 schon mal richtig gelegen.

Man darf sicher selbst einen Tipp wagen, wie schnell Gerstner seine später allzu häufig falschen Tipps und Forderungen als Mummenschanz vorgehalten werden.

Von diesem "öffentlichen Tippspiel" hab ich ehrlich gesagt noch gar nix mitbekommen. Aber um das schöne Wort Mummenschanz hier unterbringen zu können, gebe ich meine Kompetenzlücke hier gerne offen zu und geselle ihr eine weitere offene zugegebene hinzu: Was ist ein Mummenschanz? Ein Maskenfest, Maskenscherz, glücklicher Wurf beim Würfelspiel. Aber was soll dieser Satz nur bedeuten - frage ich in die Runde, weil ich ja gerne dazulerne...

Aus der Kategorie:
Bild von Andy

Naja um ehrlich zu sein habe ich zuerst auch gedacht, dass die Sache mit den Tipps vor dem Spiel in der Kabine auch nach Hinten losgehen kann, wenn die getippten Ergebnisse ausbleiben (ich denke mal das wollte der Autor wohl auch sagen). Auf der anderen Seite traue ich Gestner und den Spielern zu, dass sie die Sache nicht allzu hoch hängen und nicht sofort verzweifeln, wenn die Tipps nicht stimmen. Ich finde es gut, wenn man vor jedem Spiel sagt, dass man gewinnen will. Der Tipp manifestiert das einfach nur. Das getippte Ergebnis ist dabei egal (die Tendenz zählt).

Vielleicht hat Gerstner sich als Fan von Tippspielen auch hier schon eingeschlichen und tippt fröhlich mit... wer weiß ;)

Bild von Plomb

Mummenschanz hin, Mummenschanz her. Ich finde gut das sich TG nicht in das so übliche Understatement der meisten Trainer einreiht. Sonst hätte man ja auch Thomas "Ich habe aufgegeben" Hörster verpflichten können... Klar will Arminia aufsteigen, das Potential ist da und die Ziele werden somit auch ganz klar formuliert. Wenn die Erfolge ausbleiben sollten gibt es so oder so Gegenwind. Aber da bin ich diese Saison sehr optimistisch, dass Arminia bis zum Ende oben mitspielt und den Aufstieg schafft.

Bild von Sascha

Die Jungs sollen ihre Tipps ruhig hier bei blog5 öffentlich machen (siehe Tippspiel rechts oben)!

Ich leg direkt mal ein paar Accounts an, die auf die Namen "Giovanni", "Rübe" und "Radim" hören.

Bild von hans

Ich erinnere mich dunkel daran, dass ein Skilangläufer einmal berichtet hat, dass er nach langer Führung im Endspurt nicht etwa deshalb nicht mehr zulegen konnte, weil die Kraft fehlte (die fehlt am Ende eines Skilanglaufes sowieso), sondern weil er nicht daran glaubte nach einer langen Führung zu gewinnen, wenn ihn jemand einholt.

Wo ist der Zusammenhang?

Die meisten Mannschaften, die gewinnen wollen, denken an ein 1:0, ein 2:1 usw. und versuchen eine entsprechend knappe Führung zu verwalten bzw. haben evtl. schon früh ihr Ziel erreicht; sie schalten gedanklich um. Wenn ich als Ziel aber ein 4:0 habe, ist nach einer 2:0 Pausenführung noch nicht das Ziel erreicht. Es gibt noch etwas, worauf ich hinarbeite. Man denkt nicht, hoffentlich ist das Spiel bald vorbei, damit wir das Ergebnis im Kasten haben, sondern: Oh, noch 45 Minuten für zwei Tore, die wir noch schießen wollten. Wenn am Schluss dann "nur" ein 3:1 herauskommt, schmunzelt man über den 4:0 Tipp, aber er hat seine Schuldigkeit getan.
Fällt im Spiel aber das 2:2, muss man nicht erst wieder auf Angriff/Tore schießen umschalten, sondern das Ziel bleibt dasselbe: Es sind immer noch (möglichst) zwei Tore zu schießen.

"Positiv denken" heißt für "unseren" Trainer offensichtlich, den Kopf frei zu machen für den Erfolg. - Ich muss sagen: Ich bin dabei!

Bild von hans

@Team

Ja, wie jetzt?! Ich habe das oben doch so schön erklärt! Da war von einem plötzlichen 2:3 ausdrücklich *nicht* die Rede!!
Ich darf mich selbst zitieren: "Es sind immer noch (möglichst) zwei Tore zu schießen."
Gemeint war natürlich auch: und dabei keins reizulassen!

Schade! Aber wenigstens lässt das Hyperventilieren ein bisschen nach...

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