DSC-Profis überraschen Arminis
(So gestern eine Überschrift auf der Arminia-HP, die man gut und gerne auch folgendermaßen ergänzen könnte:)
In einem kurzfristig angesetzten Trainingsspiel kamen Arminias Profis zu einem klaren 11:0-Erfolg gegen die vereinseigenen Arminis. Damit setzten die Profis zumindest ihre Glückssträhne in Testspielen fort und bleiben abseits von Pflichtspielen weiter unbesiegt.
Die 30 Trainingskiebitze an der Friedrich-Hagemann-Straße staunten nicht schlecht als bereits nach 40 Sekunden eine verunglückte Rzatkowski-Flanke in Richtung Arminis-Tor segelte. Torhüter Timmy (9) strecke seine 150cm-Körperlänge vergebens – der Ball schlug für ihn unhaltbar im Toreck ein. Die Arminis wurden überrascht und kalt erwischt.
Beflügelt von diesem Blitztreffer schienen sich die Profis nun den Ligafrust von der Seele zu spielen. Die Offensivbemühungen wurden von Minute zu Minute mutiger, auch der Torlos-Verteidiger Schuler setzte Akzente im Spiel nach vorne. Besonders beeindruckend war sein 70 Meter-Sololauf in der 14. Minute: Aussichtslos verfolgend, versuchte ein Rattenschwanz kleiner Knirpse sich an Schulers Fersen zu heften. Erst ein beherzter Einsatz des leicht übergewichtigen Sören (11), der sich zwischen die Beine Schulers warf, verhinderte wohl das Tor des Jahres. Der anschließende Freistoß des Testspielers Heithölter hätte daraufhin fast für einen Spielabbruch gesorgt. Heithölters wuchtiger Linksschuss blieb in der 8 Kinder starken Mauer der Arminis hängen, die dem Aufprall des Balles nicht Stand halten konnte und gänzlich zu Boden ging. Den Nachschuss brachte Eric Agyemang aus dem nun völlig verwaisten Strafraum sicher im Tor unter.
Aufgebrachte Eltern vom Spielfeldrand unterstellten Heithölter Absicht, schließlich bringe es der größte Spieler im Kader der Arminis auf gerade einmal 160cm. Es dauerte ein paar Minuten bis sich die Gemüter beruhigten und der letzte Armini wieder aufrecht gehen konnte, ehe es weiter ging. Doch die Unterbrechung änderte nichts an den Kräfteverhältnissen auf dem Platz. Besonders in den Zweikämpfen war ein Klassenunterschied unübersehbar.
Erneut Rzatkowski mit einem Kopfball aus dem Stand sowie Patrick Schönfeld und Tom Schütz mit jeweils einem Doppelpack schraubten das Halbzeitergebnis noch auf 7:0 in die Höhe.
Lasse, der 10-jährige Hoffnungsträger im Sturm der Arminis, wurde vom mittlerweile bundesweit bekannten Rauhbein Thomas Hübener derart eingeschüchtert, das ihm keine Aktion gelingen wollte. Trainer Lohmann reagierte in der Pause und versuchte die Unbekümmertheit der kleinen Sina (8) für den zunehmend verängstigten Lasse in die Waagschale zu werfen. Außer einem Distanzschuss, der etwa zwei Meter vor Patrick Platins zum Liegen kam, blieben die Arminis aber auch in der zweiten Hälfte chancenlos.
Interimstrainer Stefan Krämer wechselte jetzt fleißig durch, so dass der Spielfluß etwas verloren ging. Allein Onel Hernandez, dessen Antritte für die Arminis in keinster Weise zu verteidigen waren, hätte mit starken Einzelleistungen das Ergebnis noch um eine Turmlänge ausbauen können. Auch angesichts der zunehmenden Lustlosigkeit des Gegners beschränkten sich die Profis nach den Toren von Appiah, Demme und zwei Mal Hernandez jedoch darauf den sicheren Vorsprung zu verwalten.
Besonders bitter für die Arminis: Noch nach Spielschluss verletzte sich Kapitän Petrick (9) am Sprunggelenk, als er im getauschten Torwarttrikot von Keeper Platins auf selbiges trat und umknickte. Er droht für das Herbstfest der Arminis auszufallen.
Nach dem Spiel zeigte sich Stefan Krämer zufrieden mit der Leistung seiner Elf: „Wichtig ist mir einfach, dass die Jungs den Spaß am Spiel zurückgewinnen. Deshalb auch heute dieses Testspiel. Ich freue mich, dass wir so viele Tore erzielt haben. Das gibt Mut und Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben.“




Großartig!
sinn dieses spiels bleibt mir zwar verborgen, aber sensationeller beitrag :D insbesondere der leicht übergewichtige sören ist ein highlight :D
Ich dachte zunächst, dein Beitrag bezieht sich auf den "Interimscoach sorgt für Torfestival beim Training"-NW-Beitrag, der m.E. den Tief- vom Tief- vom Tief- vom Tiefpunkt nach dem Saarbrückenspiel noch unterbietet und wozu er auch großartig gepasst hätte. Aber unabhängig davon natürlich: großartig.
Danke für die Blumen!
Ist natürlich reinste Fiktion, aber wer Anspielungen auf den NW-Artikel erkennt, erkennt die mit Recht :)
Warum bringe ich mich nicht auch mal ins Spiel (scheint Stefan Krämer ja auch durch einen guten Freund bei der NW getan zu haben)? Also: Für lockere Stimmung könnte ich auch sorgen, Reden (sogar mit den Spielern) ist kein Problem, ginge auch Französisch und Englisch. Sogar ne Philosophie hätte ich zu bieten: Kant, Hegel, Aristoteles oder Huub Stevens ("Hauptsache, die Null steht.")Irgendeine Lizenz hätte ich sicher auch noch, es muss ja nicht die zum Töten sein. Sonst noch Fragen? Ach ja, ne Theologie hätte ich auch noch: "Hinten zu - und vorne hilft der liebe Gott." Was ja für den Klassenerhalt in der 3. Liga locker reichen müsste.
Oder steht hinter der Personalie Stefan K. die grausame Erkenntnis, dass keiner, der auch nur ein bisschen an Renommée verlieren könnte, diesen unattraktivsten Verein im bezahlten Fußball trainieren möchte?
...oder die grausame Erkenntnis, daß man kein Geld mehr hat für Angestellte, die nicht ohnehin schon auf Arminias Gehaltsliste stehen.
Fantastischer Artikel - Danke, Santon.
Ich halte viel von so Trainings-/Freunschaftsspielen, da sie einfach mut machen und den Teamgeist fördern.
Dieser Testspielerfolg wird aufgewertet, wenn man nach Osnabrück schaut.
Liga3-online berichtet von einem Schulbesuch der Profis: "(...)einige engagierte Sechstklässler konnten die VFLer mit 4:3 besiegen."
Da sind die Arminis ja noch gut bei weg gekommen! Es hätte auch locker 12 oder 13 zu 0 ausgehen können...
Und in diesem Zusammenhang von "Glückssträhne" zu sprechen, halte ich für anmaßend. Viel mehr würde ich es als wohlverdienten Lohn resultierend aus der harten Arbeit des Trainerstabs der letzten Wochen bezeichnen.
Aber solche Spiele zeigen: Wir sind wieder wer in Europa!
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