"Einerseits denke ich: Verdammt, Arminia. Andererseits: ein Leben ohne den DSC?"

Die kleine Meise mit dem großen Herz schreibt's wunderschön auf den Punkt bringend:

Einerseits denke ich: Verdammt, Arminia. Da haben ein paar Leute den Karren echt in den Dreck gefahren. 12 Millionen Euro Schulden. Wie soll man dafür eine Lösung finden? Und soll die Stadt wirklich Geld geben, wo man wirklich nicht behaupten kann, dass diese Summe ganz unverschuldet ist? Wo Kindergärten, Schulen, das Theater usw. doch auch dringend Gelder bräuchten? Wo Spielplätze und Straßen in zum Teil katastrophalem Zustand sind?

Andererseits: ein Leben ohne den DSC? Keine Fans mehr in der Straßenbahn? Keine Treffen am Kreisel in der Melanchthon-Straße? Kein Aufregen mehr über die Entscheidungen des Schiedsrichters? Kein stilles Grinsen, wenn man die Spieler in irgendwelchen Cafés herumlungern sieht und man sofort und immer denkt, dass sie doch eigentlich gefälligst mal trainieren sollen. Kein blaues Trikot mehr? Kein ärgern, verzweifeln, enttäuscht sein und doch – auch immer mal wieder – fröhlich und glücklich sein? Kein durch die Straßen tanzen, wenn man überraschend gewonnen hat? Kein übellauniges Rumgenörgel auf der Tribüne mit dem Zusatz, man hätte ja gleich gewusst, dass das heute nichts wird? Keine Gänsehaut mehr, wenn die Hymne gespielt wird? [dieschoenheitderchance.wordpress.com]

Recht hat sie! Doch mit welchem Absatz mehr..?

Vielleicht kann man es auch so zusammenfassen: Ein paar Leute haben den Karren in den Dreck gefahren und deshalb muss man sich nun solche Fragen stellen und zukünftig an Absatz-Eins denken, wenn man in Absatz-Zwei-Situationen ist...

Ja ja, populistisch*, ja ja, es gibt kein Bargeld, ja ja ja. Aber irgendwie ist das schon ne neue Situation jetzt. Ein paar Leute fahren den Karren in den Dreck und die Stadt, die sich eigentlich um ganz andere Dinge kümmern müsste, soll nun die Probleme von Arminia zur Chefsache machen? Das kann mir keiner erzählen, daß das normal ist. Eigentlich will man das doch nicht. Eigentlich ist das doch zu schalke.

Aber ein Leben ohne den DSC...?

Nachtrag:

Lese grad auf nw-news.de, wie das konkret aussehen könnte:

(...) Brinkmann macht sich für die Gründung einer Stadion-GmbH stark, die als Eigentümer der Schüco-Arena auch den Kapitaldienst für die Kredite übernehmen würde. Nach NW-Informationen liegen auf dem Stadion insgesamt (Altschulden plus Neuschulden für die Osttribüne) 25  Millionen Euro Verbindlichkeiten: 13 Millionen davon als Sparkassen-Kredit und weitere zwölf Millionen, die die Fußballprofi-Abteilung (KGaA) dem Verein als Eigentümer bereitgestellt habe.
(...)
Bei der Gesellschafter-Struktur einer Stadion-GmbH gebe es verschiedene Möglichkeiten, so Brinkmann weiter. Verein, Stadt und Wirtschaft könnten sich die Eigentumsrechte teilen. Denkbar sei aber auch, dass der Verein einziger Gesellschaft der Stadion-GmbH werde und dass die Stadt dieser lediglich mit der Bürgschaft beistehe (...) [nw-news.de]

Worüber ich gestern nach Runterfahren des Rechners noch nachgedacht habe: Es gibt ja nicht nur den Aufsichtsrat, der damals in Grübeln hätte kommen können, weil die Finanzierung des Regimes Kentsch eine mittelfristige Bundesligazugehörigkeit Arminias vorsah, sondern auch die Kreditgeber. Oder haben die auch "nicht so genau hingeschaut und sich nicht so genau berichten lassen"...? Ich bin wohl zu doof für sowas, deshalb frage ich mal ganz populistisch, ob man ihnen nicht das Recht auf Rückforderung der Kredite entziehen kann, weil sie das nicht ordentlich geprüft haben?

* selbstverständlich viel, viel populistischer als der Theater-Vergleich...
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