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Gibt es Texte, die wie Bielefeld sind?

Hände hoch: Wer hat Geld für Philipp Lahms feinen Unterschied berappt oder plant es zu tun?

Ich nicht. Bücher Ja, Biographien von 27-Jährigen oder anderen Fußballern Nein. Allein eine „Kneipographie“ rund um den DSC Arminia könnte meinen Weg zum Geldbeutel verkürzen.

Was wen bei der ZEIT nun dazu veranlasste Philipp Lahm neben einigen „wahren“ Schriftstellern gleich in den erlesenen Feuilleton-Bereich der ersten September-Ausgabe zu hiefen, bleibt sich wohl unbenommen. Schon bei der Überschrift „Hast du elf Freunde?“ ist man geneigt in Fußballermanier ein kräftiges „Altaaa“ bzw. „Oda was??“ zu ergänzen und begibt sich anschließend - wenn überhaupt - mit sehr wenig Erwartung an Geistreiches an das Interview.

Die Ausgangslage des Interviews ist für Philipp Lahm nicht einfach. Mit Moritz Rinke, der von der ZEIT als „einer der erfolgreichsten Dramatiker Deutschlands“ vorgestellt wird, stellt man ihm augenscheinlich einen wahren Schreiberling zur Seite, mit dem er auf Augenhöhe über Fußball und Autorentätigkeiten sinnieren soll. Die Übergänge von einem Thema zum Anderen anhand diverser übers Knie gebrochener Vergleiche wie „ohne Gattuso und Ottl können wir keinen Roman schreiben“ (Rinke) sind nie fließend, sondern kommen krampfhaft daher.

Dies gipfelt dann in Lahms sehr verunsichert wirkenden Frage an Rinke: „Gibt es bei dir Texte, die wie Bielefeld sind?“ Vermutlich hätte Moritz Rinke im Anschluss an diese Frage eine Aufzählung der schönsten Romane, klangvollsten Gedichte und weisesten Kurzgeschichten folgen lassen, hätte Philipp Lahm ihm die Antwort nicht bereits mit der altbekannten Leier „Champions League ist schon was anderes (…) als Bundesliga halb vier in Bielefeld“ häppchenweise in den Mund gelegt.

Und so tut Rinke das, was er tun muss. Er antwortet erwartungsgemäß und vergleicht „Korrespondenzen mit der Hausverwaltung oder etwas bei Facebook“ mit Texten, die wie Bielefeld sind oder im engeren Sinne Bielefeld an sich.

Lieber Philipp, „der feine Unterschied“ zu deinen Ergüssen an dieser Stelle: Zettelbotschaften für den Hausmeister und Posts bei Facebook werden in Bielefeld noch selbst geschrieben. So ganz ohne BILD....

 

(Vielen Dank an „hans“, der auf das Interview in der ZEIT vom 1.9.2011 (Seite 51) aufmerksam machte!)
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Bild von Anonym

Is einfach nen Lappen der Kerl. Erst groß das Maul in seinem Buch aufreißen und jetzt den Schwanz einziehen.

Man bittet nicht um Entschuldigung für etwas was man mit Absicht getan hat. Man steht dazu oder überlegt sich vorher mal was man da tut.

Bild von Anonym

Jau. Darum schreibst Du hier anonym.

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