"Insolvenz? Um Gottes Willen - wir haben Liquiditätsprobleme (...) Aber wir werden unsere Probleme lösen. Der Spielbetrieb ist nicht gefährdet."

Äh, kann mir jetzt mal bitteschön jemand sagen, warum wir uns überhaupt monatelang Sorgen gemacht haben? Wir hätten einfach nur Meister Schwick vertrauen müssen:

Hans-Hermann Schwick hat schon andere, viel schwierigere Zeiten in Bielefeld erlebt. Ende der 80er Jahre stand der DSC Arminia finanziell vor dem Aus, nur ein Vergleich rettet damals den Klub. "Davon sind wir aktuell ganz weit entfernt, glauben Sie mir", sagte Schwick Donnerstagabend und fügte überzeugt an: "Insolvenz? Um Gottes Willen - wir haben Liquiditätsprobleme und da reden wir auch überhaupt nicht drumherum. Aber wir werden unsere Probleme lösen. Der Spielbetrieb ist nicht gefährdet." [nw-news.de vom 5. Februar]

In spätestens 15 Jahren, wenn's mal wieder so weit ist, können wir uns alle ganz gelassen geben und die heutigen Arminis an 2010 erinnern: Nur ein Last-Second-Kredit eines Glücksspiel-Unternehmers rettete damals den Klub. Das war brenzlig! Davon sind wir aktuell ganz weit entfernt. Insolvenz? Um Gottes Willen!

Tja, und trotz aller Turbulenzen zuletzt: Irgendwie ist's schade, daß er jetzt nach 19 Jahren aufhört, unser vorerst letzter direkt von den Mitgliedern gewählter Präsident. Man hat sich an ihn gewöhnt und es ist auch eine anerkennenswerte Leistung, eine so lange Zeit einem so unglaublichen Club wie Arminia vorzustehen.

Als Dankeschön und Blog5-Abschiedsgeschenk habe wir die Rücktrittsmeldung aus einem der letzten noch vergänglichen Medien, dem Videotext, konserviert (wahrscheinlich schon morgen früh nicht mehr dort zu lesen):


Wir leben nun einmal im Zeitalter des Videotextes

Herr Schwick, wir haben nach der heutigen DFL-Entscheidung nicht den geringsten Zweifel daran, daß sich Ihr großer Wunsch, mit Arminia nochmal nach Italien zu fahren, in den drei, vier, spätestens fünf Jahren erfüllen wird!

Übrigens: Dafür, um Reportern einmal im Leben den wunderbaren Satz "Der Spielbetrieb ist nicht gefährdet" ins Notizbuch diktieren zu dürfen, lohnt es sich eigentlich, Präsident zu werden. Doch wie überzeuge ich nur den Verwaltungs-, Ehren- oder Was-Weiß-Ich-Rat...?
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Bild von Albrecht Thiel

Irgendwann im x. Jahrhundert wird die Erde ganz laut oder ganz leise für sog. höhere Lebewesen unbewohnbar werden. Wenige Minuten vorher wird ein seriöser Pressesprecher im dunklen Anzug den zuvor schon oft gehörten Satz verkünden: "Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr." Für die Unterabteilung Fußball wird dieses Stück bereits seit längerem mit einem ostwestfälischen Laiendarsteller geprobt.

Bild von Falk

Leider muss ich verkünden, dass ich durch die NICHT-Annahme des 500.000 Euro Darlehns von der Stadt Bielefeld, meine Kandidatür für das Amt des Präsidenten zurückgezogen habe.
Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen und wurde in einem langen Denkprozess mit Grillwürstchen und Becksbier getroffen. Sascha ist mein Zeuge!

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