Respekt ist unsere Aufgabe und und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe
Wer in der Hitze des Gefechts noch nie derb in der Wortwahl geworden ist, werfe den ersten Stein.
Welche Worte genau den Lippen entweichen, sagt vielleicht manchmal etwas über den aus, der meckert - aber nicht zwangsläufig. Wer "Alter Wichser!" schreit, hat ja auch wahrscheinlich weder was gegen Senioren, noch allgemein gegen Wichser. Doch im Gegensatz zu Wichsern, Senioren und Säuen sind Schwule im Fußball noch immer ein Tabu. Als wie schlimmes Schimpfwort "schwul" offenbar empfunden wird, zeigt die Reaktion des Schiedsrichters.
Aber es geht ja vielleicht nicht um das s-c-h-Wort, sondern um die Folgen: Von Morddrohungen gegen den Schiri ist die Rede. Womöglich hat er Kinder, die sich jetzt auf dem Schulhof auch noch was anhören müssen. Insofern hat seine Reaktion vielleicht gar nichts damit zu tun, daß er was gegen Schwule oder Arminia hat oder nicht will, daß wir aufsteigen, damit Augsburg aufsteigen kann etc etc...
Obwohl auch ich mich über den Schiri aufgeregt habe, ist die Phrase Im Laufe der Saison gleicht sich immer alles aus so hohl wie sie wahr ist. Unsere Trainer sind ja Freunde deutlicher Worte und ich würde unabhängig von irgendwelchem "Schwebenendes-Verfahren"-Blabla sehr gerne hören "Nein, ich habe das nicht gesagt. Wer das unterstellt ist scheiße." oder aber immerhin "Ja, ich habe es gesagt, und das war scheiße und ich entschuldige mich dafür." aber auf jeden Fall jetzt mit einer Woche Distanz "Ja, Herr Schalk hat suboptimal gepfiffen aber jeder hat mal einen schlechten Tag. Wir haben in der ersten Halbzeit ja auch scheiße gespielt. Nein, er trägt keine Schuld daran, daß wir nicht mehr an der Tabellenspitze stehen. Und anonyme Drohanrufe sind scheiße!"*. Auch die Phrasen von wegen der Vorbildfunktion sind ja so hohl wie sie wahr sind.
Wie es der Zufall will:
Zum Heimspiel gegen Union Berlin wird die Kampagne „respect" im Stadionumfeld um Aufmerksamkeit werben (...).
Arminia Bielefeld und der Westdeutsche Fußball und Leichtathletikverband e. V. stehen für Toleranz und gegenseitige Achtung im Sport, wie Hermann Korfmacher (Präsident des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes e.V.) erklärt: "Wer Respekt zeigt, ist nicht zu provozieren und tut alles dafür, Gewalt zu vermeiden." [arminia-bielefeld.de]
Update:
Mittlerweile gibt es von Frank Eulberg eine Stellungnahme auf arminia-bielefeld.de. U.a. mit
Am kommenden Sonntag werden vor unserem Heimspiel gegen Union Berlin im Stadion den DFB - Aktionsflyer „Viele Farben - ein Spiel! Gegen die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball" verteilt. Diese Aktion werde ich entsprechend begleiten und unterstützen. Dadurch erhoffe ich mir eine erhöhte Aufmerksamkeit für das Projekt sowie für die Gesamtproblematik „Homophobie im Fußball".
und
Dennoch verbürge ich mich dafür, dass besagter Ausspruch wirklich in keinster Weise auf den Schiedsrichter bezogen war. Sollte Herr Schalk im Zusammenhang mit dieser Geschichte Drohungen jedweder Art erhalten haben, möchte ich mich an dieser Stelle davon deutlich distanzieren. Solche Dinge sind scharf zu verurteilen und haben im Fußball absolut nichts zu suchen."




Ach ja, mich gibt's ja auch noch...
Punkt 1: Was unser Co-Trainer da auch immer von sich gegeben haben mag, es war nicht ok. Er hat sich entschuldigt und ich unterstelle ihm da mal Aufrichtigkeit.
Punkt 2: Ich habe weder was gegen Schwule noch gegen Augsburger noch gegen Schiedsrichter im Allgmeinen!
Punkt 3: Auch Schiedsrichter dürfen Fehler eingestehen und eigene mangelhafte Leistungen zugeben! Wir sind alle Menschen und Menschen machen leider Fehler!
Der eine Punkt ist leider weg und kommt durch lamentieren nicht wieder zurück, also: Arschbacken zusammenkneifen, wieder Fussball spielen und gegen die Eisernen drei Punkte holen...
Ich wünsche Euch allen, ob schwul oder hetero, Augsburger oder Düsseldorfer, Blauer oder Bayernfan, einen schönen dritten Advent!
P.S: Das mit den Arschbacken war jetzt zweideutig, ich weiss...
@venkmän
ne, war eindeutig!!!
Also eindeutig zweideutig... :D
Wie geschrieben: Wenn er sich irgendwo entschuldigt hat, hab ich's nicht mitbekommen und dann ist super.
Wir erinnern uns mal an Weidenfeller. Da galt "schwules Schwein" als Entschuldigung gegenüber "schwarzes Schwein". Dortmund bestand damals darauf, W. habe keinesfalls schwarzes "nur" schwules Schwein gesagt.
Man kann schon von einem Co-Trainer verlangen, dass er nicht derartiges von sich gibt. Aber wer hat denn nicht mal in Wut etwas gesagt, was er hinterher bereut hat. Daher ist es notwendig und richtig von Frank Eulberg sich zu entschuldigen.
Wir sollten aber hier im Block nicht die Super-Nanny spielen. Es reicht schon, wenn sich der DFB oft genug als Gouvernanten-Verein zeigt.
@Medea: Ich hoffe, mit meinen ersten beiden Absätzen klar gemacht zu haben, daß ich nicht die Absicht habe, "hier im Block nicht die Super-Nanny [zu] spielen."
daß ich NICHT die Absicht habe, "hier im Block NICHT die Super-Nanny [zu] spielen."
Hippo, bitte? Doppelte Verneinung gibt ein JA. Also doch Super-Nanny? ;-)
Allerdings klingen deine ersten beiden Absätze nun wirklich nicht nach Super-Nanny.
Mein Text war aber nicht auf deinen persönlichen Eintrag geschrieben, sondern war allgemeiner Art, auch auf vielleicht noch kommende "empörte" Kommentare.
@Medea: Danke für den Hinweis. Irgendwann werde auch ich das mit der deutschen Sprache lernen ;)
Denkt euch also die Anführungszeichen und das zweite "nicht" weg und macht aus dem "Block" ein "Blog".
Hippo, du kannst das sehr gut mit der deutschen Sprache. Ich lese deine Einträge gern.
@Medea: Ich schaue ob deiner Worte etwas verschämt auf den Boden - auch weil ich hoffe, daß @irsign und JonnyKuster das nicht lesen - wär mir etwas peinlich ;)
Arminia Bielefeld In der BILD am Sonntag vom 6. Dezember 2009 schreiben Sie in einem Artikel auf Seite 88 über mich in meiner Eigenschaft als Co-Trainer in meiner Eigenschaft als Co-Trainer von Arminia Bielefeld in der Überschrift:„Dieser schwule Schiri lächelt mich auch noch an!“ Peinlicher Ausraster von Bielefelds Co-Trainer dreht nach 2:3-Niederlage in Düsseldorf 2:3-Niederlage in Düsseldorf Hierzu stelle ich fest: Die Äußerung „Dieser schwule Schiri“ habe ich nicht getätigt. Berlin, 15. Dezember 2009 Rechtsanwalt Dr. Christian Schertz für Frank Eulberg
Arminia Bielefeld In der BILD am Sonntag vom 6. Dezember 2009 schreiben Sie in einem Artikel auf Seite 88 über mich in meiner Eigenschaft als Co-Trainer in meiner Eigenschaft als Co-Trainer von Arminia Bielefeld in der Überschrift:„Dieser schwule Schiri lächelt mich auch noch an!“ Peinlicher Ausraster von Bielefelds Co-Trainer dreht nach 2:3-Niederlage in Düsseldorf 2:3-Niederlage in Düsseldorf Hierzu stelle ich fest: Die Äußerung „Dieser schwule Schiri“ habe ich nicht getätigt. Berlin, 15. Dezember 2009 Rechtsanwalt Dr. Christian Schertz für Frank Eulberg
Sehr geehrter Herr Kollege Dr. Schertz,
in der vorbezeichneten Angelegenheit darf ich mich höflichst nach dem Sachstand erkundigen.
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
vanNieselroy
PS: Watt is nu?
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