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Wir sind wieder wer!

Ein Pokal, ein Pokal – Trainer wir danken Dir

Die heutigen Vorkommnisse auf der Alm waren einfach zu sonderbar um im Blog unerwähnt zu bleiben. Das Spiel an sich verdient die Bewertung „besserer Vorbereitungskick“. Ehrgeiz war zu erkennen, spielerisch holperte es trotz lichter Momente noch ganz schön. Aber weil Patrick Schönfeld – von mir seit einigen Monaten „Zidane der dritten Liga“ genannt – elegant chippen und Marcel Appiah eine Etage höher springen kann als alle anderen, geriet der 2:0-Sieg gegen Preußen eigentlich nie wirklich in Gefahr.

So weit so gut. Kurios wurde es gegen Spielende mit der Durchsage, man solle doch bitte nach Abpfiff auf den Plätzen ausharren um der Siegerehrung einen würdigen Rahmen zu verleihen – Worte, die man so in Bielefeld nicht kannte. Mit großen Augen erwiderte mein Stehnachbar: „Ist gleich nicht Platzsturm? Ich wollt doch den Elfmeterpunkt.“ Eine Bielefelder „Fußball-Schande“ galt es zu vermeiden, also entgegnete ich ein Platzsturm sei im Protokoll nicht vorgesehen, die Jungs müssten schnell duschen und dann per Autokorso über Stapenhorst und Niedernwall zum Rathaus, wo sicherlich schon mehrere Zehntausende warten würden. Und so hielt sich die Begeisterung nach Abpfiff hinter Zäunen.

Das gellende Pfeiffkonzert für die Telgteraner, die sich sicherlich schöneres hätten vorstellen können als in Bielefeld als „2.Sieger“ geehrt zu werden, verlief erwartungsgemäß. Eine akustische Untermalung der Pokalübergabe offenbarte für den titellosen Arminen jedoch ihre Tücken. Selbst die härteste Fan-Kehle musste sich eingestehen, dass ein langgezogenes „Oooooh“ über zwanzig mit Plaketten auszustattende Profis nicht durchzuhalten ist. Hochrote Köpfe signalisierten den Wechsel zu rhytmischem Klatschen. Nach einigen Minuten war es dann soweit: Thomas Hübener streckte als DSC-Kapitän einen Pokal in den Himmel. Wow!

Man sehnte sich nach Standards wie Queen: „We are the Champions!“ Und sie spielten Queen. Wow! Sich zu „We are the Champions“ in den Armen zu liegen während ein Pokal in die Kurve getragen wird. Wow! Vor zwei Jahren hat man uns schon totgeschrieben – und jetzt das!

Am 12. August geht’s wieder von vorne los. In Petershagen-Ovenstädt. Yeah!

NACHTRAG

Wer sich wundert, dass Bundespräsident Gauck im Sommerinterview auf ZDF den Arminen nicht gratuliert hat: Das Ganze war eine Aufzeichnung.

Prominente Glückwünsche aus Berlin lassen dennoch nicht auf sich warten, wie etwa dieser Tweet von Casper belegt: „ARMINIA HAT DIE UNAUSSPRECHLICHEN WEGGEWICHST! glueckwunsch zum pokal!“

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FC Valencia Olé

Diese Vorbereitung hat es in sich. Vor allem organisatorisch. Durch EM-Frust und Finalfreuden unbemerkt, verabschiedeten sich die Arminen bereits ins Trainingslager nach Teistungen. Doch einer fehlte: „Du kannst in einem Trainingslager jeden ersetzen, aber nicht den Physiotherapeuten!“ (Uhlig). Michael Schweika wechselte nahezu unbemerkt nach Berlin. Auf Anraten der Hertha gar ohne sich abzumelden.

Die hinterlassene Lücke konnte Arabi über alte Aachener Kontakte noch rechtzeititg stopfen.

Nächstes Ungemach zog dann aus Schottland herüber. Wohl entgegen aller deutschen „Das wird schon gut gehen“-Erwartungen wird den Glasgow Rangers tatsächlich die Lizenz entzogen. Ein Deutschland-Trainingslager fällt somit natürlich genauso flach wie das geplante Testspiel auf der Alm.

Erst hatten wir Meppen, dann hatten die Dortmund und wir hatten Cloppenburg in Schwagstorf. Zwischendurch wollten wir Paderborn, aber die kommen lieber im Pokal.Dann hatten wir Glasgow und dachten „Yes“ bis uns über Nacht neue Optionen geöffnet wurden. Olé! Valencia kommt! Drittplazierter aus dem Schlaraffenland des Fußballs. Schade um Glasgow, aber am 25.7. steigt ein wahres Highlight.

Wohl ebenfalls unbemerkt blieb zunächst, dass dieses Testspiel bereits nach dem ersten Pflichtspiel stattfindet. Von Vorbereitung kann also eigentlich kein Gerede mehr sein, vielmehr ist es ein Bonbon für die Fans, was wir bei Möglichkeit auch wahrnehmen sollten.

Ein weiterer Leckerbissen steht schon Sonntag (übermorgen) an. Westfalenpokal gegen Münster! Finale dahoam. Eines jener Spiele, in denen nur drei Mal gewechselt werden darf. Es geht also um was! Mindestens um eine Zeile im Briefkopf! Alle, die da sein werden, dürfen Geschichte mitschreiben.

Ihr merkt´s: Die Fußballpause, die es nie gegeben hat, ist bereits vorbei.

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Neue Strahlkraft oder Abraumhalde?

Nach dem Osnabrücker VfL-Spieler Stephan Salger und dem gebürtigen Münxxlüsimpfer Marc Lorenz hat jüngst ein neuer Co-Trainer aus Paderborn bei Arminia angeheuert.

Ist das ein Witz, den wir noch nicht verstanden haben? Lachen sich die Nachbarn heimlich scheckig? Oder werden dort sinkende Schiffe verlassen? Oder ist es etwa die neue Strahlkraft eines zukünftigen Champions? Sind wir wieder wer?

 

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Glasgow Rangers Olé

Gemosert ham wa. Gestänkert ham wa auch. Wie die Ostwestfalen.„Oh Mann, Leute, bei den Testspielgegnern sind wir mittlerweile auch endgültig unten angekommen.“, war in Kommentaren zu lesen. Zudem wurde noch Schwagstorf als Austragungsort verhohnepiepelt. Auf der Suche nach Vorbereitungshöhepunkten wurde Meppen schon als Heilsbringer auserkoren, um sich auf Telgte nicht freuen zu müssen. Dann der Schock: Meppen bevorzugt ein Spiel gegen Dortmund. Braunschweig nun als Highlight? Wäre wohl eher eins als Paderborn gewesen.

Blog5 wäre aber wohl auch nicht Blog5, wenn ausschließlich gemurrt worden wäre. Die Lichtblicke lieferte Uwe Mojela nämlich gleich mit:

„Die Glasgow Rangers testen seit Jahren immer wieder mal in Lotte gegen die Sportfreunde. Und ich frage mich seit Jahren, warum man die bei der Gelegenheit nicht mal auf die Alm kriegt...“

Wir wollen nicht so vermessen sein und uns Anteile an diesem kleinen Management-Erfolg zuschreiben, schließlich werden auch andere gewusst haben, dass die Rangers OWL gern haben. Aber die Freude, dass das Spiel gegen Glasgow nun tatsächlich am 25.7. auf der Alm (nicht Schwagstorf!) über die Bühne geht, teilen wir.

Und mit jetzigem Blick auf das Testspielprogramm in diesem Sommer machen wir einen reumütigen Knicks und schließen uns Marcus Uhlig an, der da in der Pressemitteilung sagt:

 

Ich denke, dass sich unser Sommerprogramm mit den Begegnungen gegen Braunschweig, Paderborn, Münster und nun auch gegen Glasgow absolut sehen lassen kann und wir damit das attraktive Vorbereitungsprogramm aus der letzten Saison noch übertroffen haben.“

Jou, geht klar Chef!

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Klassenerhalt mit Sprachfehler

Gesprochenen Dialekt in geschriebene Worte zu wandeln, ist immer eine schwierige Sache. Ich versuche es trotzdem, da dieses Happening von der verregneten Osttribüne erzählt werden muss.

Auswechslung bei Arminia, in normal kräftiger Lautstärke mit kleinen unregelmäßigen Unterbrechungen von Stadionsprecher Lothar Buttkus verkündet.

Von unten dreht sich ein Herr mit Jena-Schal um und ruft uns Arminen mit stereotypem Ossi-Dialekt zu: "Man vörstääht euern Stadionspreschar ja kaüm. Der hat ja ön Spraachfehlör oda söwas!"

Was alle dachten, wurde ausgesprochen. Die Antwort, die kommen musste, sie kam: "Ja, Junge! Du doch auch! Keiner versteht dich!"

Großes Gelächter, anschließend das Siegtor für Arminia. Ein schöner Tag!

Wer hätte den Klassenerhalt in der 3. Liga denn vor drei Jahren auch für möglich gehalten?

Bei Markus Freise habe ich gelesen: "So weit ist es mit Arminia gekommen: Einen vermiedenen Mißerfolg als Erfolg feiern. Naja. Ab heute nachmittag geht dann der Blick endlich wieder nach oben."

Der Blick kann nur nach oben gehen. Aber zurückgedacht an die Situation nach den ersten 10 Spielen und dem 0:5 in Unterhaching ist der Klassenerhalt dennoch als Erfolg zu werten. Also: Prost!

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Scheiß Auswärtssieg!

Es tut mir ja außerordentlich leid, den zahllosen schwarz-weiß-blauen Freundentaumlern ob des 1:0-Siegs im Gasometer in die Suppe spucken zu müssen - aber wie so viele Medaillen, hat auch der gestrige Befreiungsschlag eine sehr, sehr dunkle zweite Seite.

Ich traue mich kaum, es niederzuschreiben, zittern meine Finger doch so heftig:

Arminia sorgt für den Klassenhalt von Prxxßxx Mxxstxx

Angenehme Tage beim SC Prxxßx Mxnstxx: Nachdem der Aufsteiger aus den letzten sechs Spielen zwölf Punkte holen konnte, ist der Klassenerhalt für die Westfalen nun sicher. Begünstigt wurde diese Tatsache durch den Rivalen aus Bielefeld: da die Arminia am heutigen Sonntag gegen Rot-Weiß Oberhausen mit 1:0 gewonnen hat, kann der SCP nun nicht mehr auf einen der noch zu vergebenen Abstiegsplätze abrutschen. Die Prxxßxx liegen derzeit neun Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Da sich in den kommenden Wochen die direkten Abstiegskonkurrenten noch gegenseitig die Punkte wegnehmen werden (unter anderem Darmstadt gegen Babelsberg, Bielefeld gegen Jena, Wiesbaden gegen Oberhausen, Jena gegen Wiesbaden, Wiesbaden gegen Babelsberg) ist der Klassenerhalt bereits jetzt unter Dach und Fach.

(Quelle: liga3-online.de)

Diese alptraumhafte Schlagzeile des Teufels vor meinem Auge, höre ich, wie in meiner Brust ein zweites Herz zu pulsieren beginnt und diabolisch flüstert: "Ach, hätten wir doch gestern bloooß nicht gewonnen!".

Ich würge es ab - und genieße noch einmal das schöne Siegestaumel-Video mit Stefan Krämer ("DAFÜR machen wir das - jeden Tach!").

Irgendwann werden wir für diese uns're selbstlos-gute Tat Wiedergutmachung verlangen von den Telgter Tölpeln. Irgendwann, eines fernen Tages.

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Die gegen uns - wir gegen die - die haben gewonnen!

Wir haben gewonnen und die Klasse so gut wie sicher gehalten. Deshalb sind wir gut gelaunt und ärgern uns nicht wirklich über einseitige Berichterstattungen. Wir möchten daher nur kurz der WAZ unsere Hilfe anbieten und die korrigieren.

Folgende Passage muss umgeschrieben werden:

"Bielefelds Trainer Stefan Krämer strickte sich nach der Partie die Gründe für den Sieg zurecht, doch der starke RWO-Verteidiger Benjamin Weigelt brachte es auf den Punkt: „Die wissen gar nicht, wie sie hier gewonnen haben.“

Denn eigentlich sagte Stefan Krämer das:

"Wenn ich etwas kritisieren muss, dann, dass wir in der Schlussphase zu wenig Entlastung nach vorne hatten, da hätten wir uns über den Ausgleich nicht beschweren dürfen. So freue ich mich über ein schmutziges 1:0."

(Quelle:  Arminia-HP)

Auch das hier kann man deutlich entdramatisieren:

"Im Zweiminutentakt hatten die Rot-Weißen durch Felicio Brown Forbes (2.), Tobias Willers (5.), Timo Kunert (6./25.) oder Jansen (11.) teils hochkarätige Gelegenheiten. Doch der Bielefelder Keeper Patrick Platins meisterte sie alle mit Können und Glück."

 

(Quelle: WAZ)

Die NW trifft´s da besser:

"Über weite Strecken der Partie waren die Gastgeber deutlich feldüberlegen, erspielten sich jedoch kaum Tormöglichkeiten."

Anzuzweifeln ist auch der zweite Teil dieses Satzes, wenn man u.A. an die zwei Riesenchancen von Kullmann denkt:

"Doch die Ostwestfalen verteidigten nun mit Mann und Maus in zwei Viererketten und mühten sich gar nicht mehr sonderlich um Konter."

(Quelle: WAZ)

 

Das sieht die NW naturgemäß wieder ein wenig anders:

"Arminia igelte sich wegen des Dauerdrucks von RWO in der eigenen Hälfte ein, strahlte aber bei den wenigen offensiven Vorstößen fast immer Gefahr aus."

 

Schließlich macht der WAZ-FanJournalist aber seine Position deutlich:

"Doch nach dem Blitzstart zeigte auch Bielefeld, warum die dabei sind, sich aus der Abstiegszone zu befreien."

Es war ein wichtiges Spiel und DIE haben gewonnen. Schade für RWO. Ich persönlich hoffe aber, dass es für die Oberhausener zum Klassenerhalt reichen wird. Nicht nur weil Oberhausen in Bielefelder Reichweite liegt, sondern auch weil das Niederrheinstadion und die Kanalkurve wirklich ihren Charme hat.

 

Also: Auf geht’s RWO: Malochen!

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Spitzenreiter, Spitzenreiter - hey, hey!

Für diejenigen, die den Ausgleich und das "theatralische westfälische Bauerntheater" (WDR-Kommentar) noch nicht verkraftet haben, gibt es gute Nachrichten!

Arminias U19 hat heute 2-0 gegen Wattenscheid gewonnen. Damit nicht genug: Obwohl es ja kleine Scharmützel zwischen dem Kooperationsverein VfL Theesen und Arminia gegeben hat, haben die Theesener den Almbuben trotzdem geholfen und den bisherigen Tabellenführer Rheine 1:0 geschlagen.

Somit ist die U19 nun Spitzenreiter und steht auf einem Aufstiegsplatz zurück in die Bundesliga.  Wäre doch was! # Bielefelder Weg

 

1. Arminia 35Pkt

2. Rheine 33 Pkt

3. Paderborn 31Pkt

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Mief! - Stinkt es bei Arminia?

Eigentlich muss es sehr gute Gründe geben jetzt einen neuen Beitrag zu machen, der den interessanten Blog5-Diskurs über Attraktivität und Langeweile in der 3. Liga abwürgen könnte. Ein guter Grund kann in diesem Zusammenhang normalerweise kein Fundstück auf Seiten sein, in denen unter den „Top 5 News Inland“ Themen wie „Damals und heute – Die Kulturgeschichte der Schambehaarung“ oder „38cm lang! Das Geheimnis eines Gruselfingers“ aufgeführt werden.

Und dennoch ist es einfach zu kurios, was die BILD in ihrer Erzählung „So war der Tag ohne Frauen bei BILD“ verzapft hat:

 

„Im 16. Stock, in unserem Produktionsraum, um gleich mit einem Klischee aufzuräumen, riecht es NICHT wie in der Umkleidekabine von Arminia Bielefeld. Wir sind gewohnt gepflegt erschienen, auf Anweisung der Chefredaktion sogar im dunklen Anzug (…)“

 

Jetzt poppen natürlich Fragezeichen auf. Warum? Warum ausgerechnet Arminia? Wahrscheinlich dachte sich der Autor: ´Wenn ich einen charmanten, humorvollen Text schreiben möchte, kommt ein Vergleich mit Arminia Bielefeld immer lustig. Über die kann jeder sofort schmunzeln, netter Einstiegsjoke zum Warmmachen.`

Vielleicht ist uns aber verborgen geblieben, wofür Arminia in Medienkreisen längst berühmt - und vor allem berüchtigt - ist. Vielleicht stinken unsere Profis wie die Säue! Vielleicht pinkeln sie alle im Stehen und sind dabei nicht besonders treffsicher! Vielleicht runieren sie auf jeder Auswärtsfahrt die Kabinen dieser Republik wie es sonst keine Eishockey-Truppe machen würde!

Ich will das gar nicht weiter ausführen... Sollte die Aussage der BILD-Zeitung eine unverschämte Falschdarstellung sein, so wäre die Lutter für den DSC-Vorstand sicherlich überschritten. Chefredakteur Kai Diekmann müsste von seinem Heimatverein der Krieg erklärt werden und der gesamte Kader müsste gegen diesen Rufmord klagen.

Sollten die BILD-Behauptungen jedoch wahr sein, empfiehlt es sich die Kooperationen mit den Bielefelder Schulen mit Benimmkursen auf den Seniorenbereich auszuweiten...

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Verzweifelter Versuch einer Gegenrede

Wie verteidigt man etwas, was man gar nicht verteidigen möchte – in diesem Fall die 3. Liga? Man verteidigt es am besten gar nicht! Santon hat mit fast allem Recht, was er schreibt. Was tue ich also hier? Ich suche nach dem Neuen, was mich in dieser Saison wirklich begeistert.

Arminia ist raus aus der Eventhölle

Die stetige Entwicklung im Fußball von einer sportlichen Veranstaltung zu einer hyperkommerzialisierten Werbeshow ist bedenklich. Jeder Bankdrücker ist ein „Star“, bei jedem Tor explodiert die Videowall, bezahlt wird mit Chipkarte, Spielfelder können in Stadien gefahren werden und Begeisterung kommt auf Knopfdruck. Dazu gibt es seelenlose Tempel aus Stahlbeton, die „Schau-ins-Land-Reisen-Arena“ heißen. Wären die Vereinsnamen nicht übergroß über die endlosen Sitzreihen gepinselt, man wüsste nicht mehr, wo man sich befindet. Ganz ehrlich Leute: ich will das nicht!

Jetzt mag man sagen, Arminia war nie eine große Leuchte an der Werbetafel der Bundesliga. Stimmt. Aber auch Arminia wollte gerne dazugehören und glitzern. Das zeigt schon das vermaledeite Projekt der neuen Tribüne. Wer mitspielen will, muss hip sein. Arminia wollte hip sein und hat sich damit in ein großartiges Schlammassel geritten. Der Club wäre fast daran zerbrochen.

So ist es fast ein Genuss zu sehen, wie sich Arminia in der 3. Liga wieder langsam darauf besinnt, was Arminia eigentlich ausmacht. Wie wieder Kontinuität in den Laden kommt. Wie man seit Jahren mal wieder anfängt, sich Spielernamen zu merken. Eine Zweitliga-Saison wie die letzte braucht kein Mensch. Dann lieber so.

Endlich sind die Erfolgsfans weg

Wer jetzt noch da ist, steht zum Verein. All die, die jetzt noch da sind, haben im Strudel des Niedergangs dasselbe durchgemacht, denselben Frust durchlebt. In jedem sitzt der Schmerz der letzten Jahre. Wer jetzt noch da ist, ist wirklich Armine. Es ist ein kleines Stück mehr - nun ja - Heimat.

Ich mag ein Romantiker sein, aber als die Fans damals den organisierten Dauer-Support in der Kurve eingestellen, ging mir das Herz auf. Es war wunderschön anzusehen, wie sich das Spiel spontan vom Spielfeld auf die Ränge übertrug. Wie aus dem Nichts die ganze Kurve zu singen oder zu johlen begann. Das war ein intensives Erlebnis, nicht die Dauerbeschallung.

Echte Derbys

Seit langem habe ich nicht mehr solche Derbys erlebt wie gegen Osnabrück und die anderen. Da liegt wirklich Pfeffer drin. Glaubt es mir, ich bin Osnabrücker. Wenn Arminia kommt, vibriert hier vorher wochenlang die Luft. Es sind Spieltage, die dick und rot im Kalender stehen.

„Attraktive Gegner“ sind kein Argument mehr für höhere Ligen. In der Bundesliga tummeln sich Augsburg und Hoffenheim, die 2. Liga wird vielleicht aufwarten mit Ingolstadt, Aalen, Sandhausen, Burghausen, Aue oder Paderborn. Der große Goldrush ist das auch nicht.

Westfalenpokal

Was für eine skurrile Veranstaltung, die mit einer Portion Humor sogar Spaß macht. Mir ist eine lange Pokalsaison in Westfalen mit realistischer Finalchance allemal lieber, als gegen Ingolstadt in der ersten DFB-Pokalrunde rauszufliegen. (Da trifft man noch auf Mannschaften, die „Chemie Plast“ als Sponsor auf dem Trikot tragen und nicht „Aston Martin“.)

Das Haar in der Suppe

Was mich an der Liga aber echt nervt, ist das allgemein niedrige sportliche Niveau. Hohe Fehlerquote, wenig Kreativität, kaum rassige Spielzüge, ständiger Ballverlust. Nicht ohne Grund ist die 3. Liga beim Tor der Woche gut vertreten: Hier gehen selbst die ganz krummen Dinger noch rein.

Was also jetzt anfangen mit der 3. Liga? Jammern? Arminia muss wieder in den Bezahlfußball, keine Frage; allein aus wirtschaftlichen Gründen. Aber bis es soweit ist, lasst uns staunenden Auges die Skurrilitäten genießen und mit Selbstironie und Zuversicht aus der Situation das Beste zu machen.

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