Zahlenschönreden
Wir sind aus dem Gröbsten raus - wirtschaftlich!
Verfasst von Uwe Mojela am 10. April 2013 - 9:49.Seit Jahren war "Arminia Bielefeld" unter den TOP 1, wenn es in der Medienlandschaft darum ging, insolvenzbedrohte Traditionsclubs aufzuzählen. Damit ist nun offenbar Schluß! SPIEGEL online hat den DSC jüngst aus dieser Liste gestrichen. In dem Artikel "Tradition am Abgrund" vom 9. April 2013 werden als abschreckende Beispiele nur noch der VfB Lübeck, der VfL Osnabrück, Kickers Offenbach und Alemannia Aachen genannt. Es scheint, wir sind aus dem Gröbsten raus...
Wie es dazu kommt, dass Arminia nächste Saison zwei Spiele in Hamburg haben wird. Und in Berlin.
Verfasst von heinm am 8. April 2013 - 17:27.Geschätzte Leserschaft, werte Mit-Arminen,
rechnerisch ist noch alles drin. Das haben unsere Fanclub-eigenen Nobelpreisträger für Fußballarithmetik in nächtelanger Rechenschieberei ausbaldowert.
Und so sieht es aus, unser Idealszenario:
- Die blauweißschwarzen Rothosen aus St. Ellingen verlieren die restlichen Spiele. Ob 9:2 oder 1:0 ist dabei so wurst wie Pinkel in Bremen und umzu. (In Hamburg würde so was übrigens niemand essen geschweige denn sagen.) Wie auch immer: Das reicht für einen Relegationsplatz. Weil gleichzeitig die Rotgrünweißen aus der St.-Glglgl-Arena eine bis dato nicht gekannte Siegesserie hinlegen. Und alle anderen Mannschaften sich freundlicherweise ebenfalls genau so benehmen, dass diese Prognose eintritt. Das Relegationsspiel vergeigt der HSV dann natürlich auch. Zusammengefasst: der selbsternannte Dino steigt ab.
- Nun zum nächsten Kandidaten: den Braunweißen aus St. Pauli. Um im Wortbilde von Punkt eins zu bleiben, wursteln sie sich weiter durch die Restsaison. Und landen damit im Nirgendwo von Liga zwo. (Oder auch auf dem Relegationsplatz wie der Nachbarclub eine Liga höher. Möglicher und nicht ganz unspannender Nebeneffekt: ein Millerntor-Relegationsspiel dieser einen Mannschaft aus der Nähe von Telgte, zu der wir gerade einen Link finden. Keine Frage, wer dabei gewinnt, sagen unsere Top-Spekulierer mit mehrfacher Mathematik-Promotion.) Kurz: Pauli bleibt drin.
- Die Schwarzweißblauen aus der Nähe der St. Apenhorststraße hingegen steigen natürlich auf. Und haben damit – humbahumbatäterä! – in der nächsten Saison zwei Spiele in der Hansestadt.
Mindestens zwei Spiele, müssen wir dazu sagen. Denn die DFB-Pokalfeen haben ja auch noch was zu sagen. In der nächsten Nacht wagen sich unsere Statistikitaka-Experten da mal dran. Und rechnen den Pokal bis zum Finale durch. Das voraussichtliche Ergebnis ist dem Blog5-Leser sicherlich keine Überraschung mehr: Arminia ist nächste Saison auch in der größten Stadt der Bundesrepublik zwei Mal zu Gast. Wir freuen uns!
Mit freundlichen Grüßen aus dem Norden (und einem lauthals geschmetterten "Von der Alster bis zur Elbe stets dasselbe – DSC!")
Hein M
Scheiß Auswärtssieg!
Verfasst von Sascha am 16. April 2012 - 13:43.Es tut mir ja außerordentlich leid, den zahllosen schwarz-weiß-blauen Freundentaumlern ob des 1:0-Siegs im Gasometer in die Suppe spucken zu müssen - aber wie so viele Medaillen, hat auch der gestrige Befreiungsschlag eine sehr, sehr dunkle zweite Seite.
Ich traue mich kaum, es niederzuschreiben, zittern meine Finger doch so heftig:
Arminia sorgt für den Klassenhalt von Prxxßxx Mxxstxx
Angenehme Tage beim SC Prxxßx Mxnstxx: Nachdem der Aufsteiger aus den letzten sechs Spielen zwölf Punkte holen konnte, ist der Klassenerhalt für die Westfalen nun sicher. Begünstigt wurde diese Tatsache durch den Rivalen aus Bielefeld: da die Arminia am heutigen Sonntag gegen Rot-Weiß Oberhausen mit 1:0 gewonnen hat, kann der SCP nun nicht mehr auf einen der noch zu vergebenen Abstiegsplätze abrutschen. Die Prxxßxx liegen derzeit neun Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Da sich in den kommenden Wochen die direkten Abstiegskonkurrenten noch gegenseitig die Punkte wegnehmen werden (unter anderem Darmstadt gegen Babelsberg, Bielefeld gegen Jena, Wiesbaden gegen Oberhausen, Jena gegen Wiesbaden, Wiesbaden gegen Babelsberg) ist der Klassenerhalt bereits jetzt unter Dach und Fach.
(Quelle: liga3-online.de)
Diese alptraumhafte Schlagzeile des Teufels vor meinem Auge, höre ich, wie in meiner Brust ein zweites Herz zu pulsieren beginnt und diabolisch flüstert: "Ach, hätten wir doch gestern bloooß nicht gewonnen!".
Ich würge es ab - und genieße noch einmal das schöne Siegestaumel-Video mit Stefan Krämer ("DAFÜR machen wir das - jeden Tach!").
Irgendwann werden wir für diese uns're selbstlos-gute Tat Wiedergutmachung verlangen von den Telgter Tölpeln. Irgendwann, eines fernen Tages.
Locker weg: Regionalliga wird einfacher!
Verfasst von Santon am 11. April 2012 - 13:28.Liga3-Online: Ein Portal, das sehr nützlich sein kann um sich fluchs die gröbsten Infos über die Liga einzuholen. Wer am 34. Spieltag immer noch nicht weiß, welche Mannschaften und Dörfer sich in Arminias Liga tummeln, kann sich hier sein Halbwissen aneignen.
Liga3-Online ist zudem ein Portal, dessen Facebook-Auftritt im Kommentarbereich sehr dazu einlädt sich in Trash-TV-Manier die aktuell hippsten Beleidigungen unter Fußball-Fans anzueignen ("isso huan..nua der CFC").
Liga3-Online ist aber auch ein Portal, das Arminia dazu dient die numerische Überlegenheit seiner Fans clever auszuspielen und sich halbjährlich für seine überragenden Choreographien auf der Südtribüne auszuzeichnen.
Heute ist Liga3-Online aber ein Portal, dass allen Arminen vor dem Weg auf die Alm zum Chemnitz-Spiel die größten Sorgen nimmt. Ein Abstieg in die vierte Liga scheint nämlich (noch) nicht zwangsläufig das Ende der 107-jährigen Geschichte Arminias zu besiegeln. Denn: Die "Regionalliga wird für Klubs einfacher"! Damit sind finanzielle Aspekte angesprochen, sportlich erscheint mir jede Liga einfach uuunglaublich schwer zu spielen...
Wir lesen aber über die Regionalliga-Lizenz: "Im Allgemeinen sind die Auflagen für diese Liga nicht mehr so anspruchsvoll wie bisher, für die Klubs wird es daher einfacher." Hauptgrund: Die Zuständigkeit für die 4. Liga wandert vom DFB zurück zu den Regionalverbänden.
Weiter:
"Die Gäste- und Heimfans müssen nun auch nur noch bei Risikospielen getrennt werden. Die Anforderungen bezüglich des Flutlichts sind ebenfalls ein wenig herabgestuft worden, so mussten Stadioneubauten fernsehtaugliches Flutlicht mit Beleuchtungsstärke von 500 – 800 lx haben. Ab der nächsten Saison reichen die vorher schon üblichen 400 lx, auch muss es nicht mehr fernsehübertragungstauglich sein (es gibt auch keine TV-Gelder mehr!)"
(...)
Zudem müssen die Teams ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht mehr nachweisen, es wird nur noch eine Bürgschaft in Höhe von 35.000 Euro verlangt."
Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit muss nicht mehr nachgewiesen werden? Scheint ja fast so, als wächst zusammen, was zusammengehört...ach, wasn Kappes! Siegen und glücklich sein! Heute klappt´s!
Hereinspaziert, hereinspaziert!
Verfasst von Santon am 12. März 2012 - 22:29.Blog5 ist werbefrei und unkommerziell – mit einer großen Ausnahme: Werbung für Arminia, die machen wir gerne und oft. Und so rühren und rühren und rühren wir hiermit die Werbetrommel für den Samstag. Das Derby steht an, Preußen Münster wird zu Gast sein.
Es sind nur noch 5 Tage bis zum Anstoß und im Gegensatz zum Hinspiel hören wir nichts von Glasflaschenverboten, sicherheitspolitischen Großkonferenzen oder Anschreiben an und von Fanvertretern. Warum nicht?
Nun ja, ein wesentlicher Grund wird das Münsteraner „Fanaufkommen“ sein. Nachdem die Preußen großspurig 5000 Karten ordern wollten, hatte Arminia sie zunächst mit 2200 Karten ruhig stellen wollen, um nun festzustellen das bis heute geradezu rekordverdächtige 1100 Karten vergriffen wurden. Die Gründe dafür sind vielfältig.
(NACHTRAG vom Mittwoch: 1900 Karten wurden in Münster verkauft.)
Es kann daran liegen, dass sich Fangruppierungen in Münster am liebsten gegenseitig aus dem Stadion schreien möchten („Vorstand raus!“, „Ultras raus!“, „Alle raus!“) und da für Antipathien gegenüber anderen Vereinen keine Zeit mehr bleibt.
Es können sich aber auch Vermutungen bewahrheiten, die blog5 über Facebook erreichten. So stellte Thomas Röper sachlich fest, dass sich ein Debakel vor dem heimischen Fernseher (WDR überträgt live) besser ertragen lässt, während Dominik Pió augenzwinkernd eine „schlechte Fahrradweganbindung“ als Grund ausmachte.
Wie dem auch sei: Leute, kommt ins Stadion! Am Samstag kratzen wir die 20.000er Zuschauer-Marke. Das war mal Regelmäßigkeit, wird jetzt aber zum Fußballfest auserkoren.
Wir verzichten auf martialische Youtube-Teaser und kollektives blutdürstiges Gebrülle, sondern bieten einfache Argumente: eine top motivierte Mannschaft und eine klasse Atmosphäre, in der man sich fast ohne Gegner selbst feiern kann. Auf den Derbysieg!
Ach..und sone Choreo soll´s auch wieder geben.
„Verschuldung an sich sagt doch erstmal gar nichts aus.“
Verfasst von Santon am 16. Januar 2012 - 16:45.Gut möglich, dass es einige es leid sind. Gut möglich, dass einige nicht mehr zurückschauen möchten. Aber gerade weil viel (und häufig auch von mir) über Herrn Kentsch gemosert und gewitzelt wird, sollte man ihm heute noch einmal Beachtung schenken. Denn: In einem Interview mit dem Westfalenblatt bricht Herr Kentsch sein Schweigen. Nach gründlicher Lektüre, hier meine eigene bescheidene Meinung.
Es mag kleinkarriert sein jede einzelne vom Westfalenblatt wiedergegebene (!) Äußerung zu zerpflücken aber dennoch gibt es in den Antworten auffällige Gegensätzlichkeiten, auf die ich mir keinen Reim bilden kann. So spricht Herr Kentsch von kalkulierten Gesamtkosten von 15,5 Mio € für die Osttribüne, die aus landesverbürgten Bankdarlehen (12 Mio €) und einem geplantem Umsatz von 3 Mio € aus der Fananleihe abgedeckt werden sollten, um am Ende festzustellen, dass die Tribüne de facto 18,5 Mio € gekostet hat.
Seine Begründung: „Da fielen etliche Zusatzarbeiten an, die mit der Tribüne direkt nichts zu tun hatten, die aber sowieso hätten vorgenommen werden müssen (..)“.
Diese „Zusatzarbeiten“ beinhalten auch den Kauf des Grundstücks von der Stadt Bielefeld, der in der Kentschen Wahrnehmung „gern noch draufgelegt wird“.
Sachen, die „gern noch drauf gelegt werden“ und „sowieso hätten vorgenommen werden müssen“ sind also für Kostenkalkukationen zunächst nicht relevant. Interessant.
Vielleicht ist es ein handwerklicher journalistischer Fehler, vielleicht habe ich etwas überlesen, aber nachdem nun ein Finanzloch von 3 Mio € ausgewiesen wurde, ist Kentschs abschließendes Urteil, dass „es nicht ein Euro gewesen ist, der nicht bezahlt war“ sehr abenteuerlich.
Zumal von „bezahlt“ überhaupt nicht die Rede sein kann, wenn Bankdarlehen aufgenommen werden und durch eine Fananleihe der Schuldenstand noch zusätzlich erhöht wird. Aber darauf kommt es ja auch gar nicht an, schließlich haben ja auch Schalke und Bayern hunderte Millionen von Schulden und große Konzerne gar in Milliardenhöhe. Die Verbindlichkeiten zu bedienen, das ist die „ganze Kunst“.
Vielleicht wird hier das große Missverständnis zwischen Herrn Kentsch und Arminia Bielefeld deutlich. Arminia wäre in Fußballdeutschland vermutlich nur dann ernsthaft konkurrenzfähig, wenn überhaupt keine langfristigen Verbindlichkeiten zu bedienen sind. Arminia ist nicht Schalke, Arminia ist nicht Bayern, Arminia ist kein großes Unternehmen, aber für einen Arminia-Fan ist sein Verein und vor allem auch das Stadion dennoch etwas Besonderes - und nicht wie im Kentschen Duktus etwas „Übliches“. In seinem ersten und einzigen Eingeständnis eines eigenen Fehlers gibt Kentsch folgerichtig zu Arminia nicht verstanden zu haben:
"Wir haben damals die emotionale Bedeutung der alten Stehtribüne unterschätzt und hätten die Fans mehr mitnehmen müssen."
Man könnte ihn nun noch daran erinnern, dass er sich der fünf Jahre Bundesliga, von denen spätestens mit dem Abgang von Hessens drei Jahre sportlich zum visionslosen Geplänkel inklusive spektakulärer Trainer-Entscheidungen à la Frontzeck und Jörg Berger verkommen sind, nicht besonders rühmen sollte, aber man sollte ihm fairerweise zustimmen, wenn er sagt:
„Ganz Bielefeld hat sich in diesem Thema doch gesonnt: Das Stadion ist schuld. Die Tribüne ist schuld. Also ist Kentsch schuld.“
Fussballvereine leben von ihrem Umfeld und in Bielefeld hat eben jenes versagt. Arminia ist gegenüber der heimischen Wirtschaft häufig in Vorleistung getreten. Die Vereinsmitglieder haben in der Hoffnung auf finanzielle Großhilfe vorschnell auf Souveränitäten verzichtet. Immer wieder standen Gerüchte und Summen im Raum, während die Zeit lief. Bei knapper Kasse und unter dem großen Druck möglichst schnell wieder aufsteigen zu müssen, wurden letztlich auch sportlich zu viele Fehlentscheidungen getroffen. Der Teufelskreis aus immer geringeren Einnahmen bei gleichbleibend hoher Finanzlast nahm dem Verein nach und nach die Luft zum Atmen.
Die dritte Liga ist ein Wust aus alledem, aber sie bietet die große Chance sich selbst endlich bewusst zu werden, was man eigentlich ist, nämlich Arminia Bielefeld. Perfekt unperfekt und titellos.
Nur dann geht’s vielleicht auch wieder mal nach oben...
Schweigepause
Verfasst von Santon am 7. Oktober 2011 - 14:33.Nachdem besonders auf den Kommentarseiten der NW völlig zu Recht kritisiert wurde, dass Arminia in dieser erneut sehr prekären Lage eine ziemlich beunruhigende Sprachlosigkeit an den Tag legt, ist der DSC nun bemüht entgegenzusteuern.
Über die NW meldet sich Marcus Uhlig:
"Wir bitten die Fans um Geduld. Wir sind aber nicht tatenlos, wir müssen die Situation nur genau analysieren. Das ist für viele ein unbefriedigender Zustand, doch wir dürfen uns keinen weiteren Fehlgriff erlauben. Der nächste Schuss muss sitzen."
Interpretation: Es soll offensichtlich einen neuen Trainer geben.
Auf der Arminia-Homepage meldet sich das Präsidium mit relativ unübersichtlichen Sätzen, deren Inhalt ich einfach versuche richtig zu interpretieren.
Die Trainerfrage und die Bemühungen um Neuzugänge ist völlig überraschend eine Frage des Geldes:
„Eigene Spielräume sind kaum gegeben. Gleichzeitig ist der DSC Arminia auf das außerordentliche Wohlwollen und die Geduld seiner Vertragspartner und Sponsoren angewiesen.“
Angst machen kann der erste Absatz der Stellungnahme, der die vergangene Saison in Erinnerung ruft, in der „mit großem externen finanziellem Engagement ein kompletter personeller Neustart des DSC Arminia zur sportlichen und finanziellen Stabilisierung unternommen“ wurde und durch den dennoch ein „zusätzlicher Finanzbedarf“ entstand.
Weiter geht’s hier mit:
„Die aktuellen Zielsetzungen werden durch die Notwendigkeit bestimmt, den erhöhten Finanzbedarf für die laufende Saison zu decken und gleichzeitig mindestens den Klassenerhalt zu erreichen. Außerdem gilt es, einen realistischen Geschäftsplan für 2012/2013 vorzubereiten.“
Interpretation: Der aktuelle Etat reicht offensichtlich auch ohne Trainerentlassung und Neuverpflichtungen erneut nicht aus, da natürlich wieder mal deutlich weniger Zuschauer im Stadion sind als angenommen.
"Wir bitten somit um Verständnis, dass wir eine Diskussion zu aktuellen Positionen und den Anstrengungen oder zum allgemeinen Projektstand nicht in der Öffentlichkeit austragen."
Das ist eine Arbeitsweise, an die man sich beim DSC erstmal gewöhnen muss, die man aber eigentlich nur begrüßen kann.
Alles zusammengefasst, sehe ich die wenigen Aktivitäten trotz akuter Notsituation nun darin begründet, dass hinter den Kulissen gerungen wird, ob man der Arminia den Genickschuss gibt oder aber sie doch noch einmal vom Sterbebett zur Intensivstation umbettet.
Einiges davon hätte man sich sparen können, wenn man sich frühzeitig trotz aller Schuldenberge rund um´s Stadion in Erinnerung gerufen hätte, dass es sich bei Arminia Bielefeld um einen Sportverein handelt, dessen Einnahmensituation hauptsächlich an den sportlichen Erfolg gebunden ist.
Die doppelte Unterzahl
Verfasst von Santon am 3. August 2011 - 10:54.Aus 0 zu 1 und einer ersten Halbzeit zum Abgewöhnen, mach 1:1 in – wie heißt es so schön – doppelter Unterzahl.
Gut möglich, dass es mein Denkfehler ist, aber bedeutet „doppelte Unterzahl“ nicht eigentlich, dass man mit der halbierten Anzahl von Spielern den Gegner bekämpft? Also dass doppelt so viele Gegner auf dem Platz stehen? Und wenn dem so wäre, müsste es dann nicht halbierte Unterzahl oder halbiert in Unterzahl heißen? Eine mir zusammengereimte Lösung ist, dass sich die Differenz, der sich für beide Mannschaften auf dem Feld befindenden Spieler verdoppelt hat. Hätte es jetzt in dieser Rudelbildung neben Burmeister noch einen Arminen mit Rot erwischt, wäre jeder Sportjournalist wohl aufs Glatteis gelegt worden. Von einer dreifachen Unterzahl könnte man dann jawohl kaum sprechen, oder?
Wie dem auch sei. Die „doppelte Unterzahl“ kann Spaß machen – und wie. Wer im Stadion war, wird zustimmen: Ein gefühlter Sieg.
Egal ob im Stadion oder nicht, eines wird alle ärgern: keine TV-Bilder!
Hübeners zweite gelbe Karte erschien von Weitem als eine astreine Grätsche Richtung Ball. Burmeisters Dummheit lässt sich wohl nicht abstreiten, aber der Faust-/Ellbogenhieb eines Osnabrückers (die Nummer 6 ist notiert) war unübersehbar.
Aber so ist wohl dritte Liga. Back to the roots. Amüsierend oft werden Bälle nicht richtig angenommen, gelegentlich offenbaren die Profis dass auch sie den Außenristpass nicht wie das Einmaleins beherrschen und wer zuhause nicht verzweifelt nach irgendeiner App sucht, sitzt vor dem Radiogerät
Aus dem Hintergrund müsste Stein schiessen...
Verfasst von Santon am 27. Juli 2011 - 23:05.Stein schießt....und....
Chaos!Chaos!Chaos!Chaos!
Beinahe hätte das Sportliche bei der Arminia wieder im Vordergrund gestanden. Noch gerade "in time" haben es die Räte und Präsidien oder Fast-Präsidien wieder auf die Agenda gebracht.
Aus dem Hintergrund schießt Stein, und zwar mit der Antrittsforderung Herrn Schnitzmeier zu entlassen. Man wird müde darauf im Detail einzugehen. Auch das im Westfalenblatt wieder von einer anstehenden Insolvenz noch in diesem Jahr die Rede ist, entlockt einem ja nur noch ein träges Schmunzeln. Sämtliche Horrorszenarien und Horrormeldungen perlen nach den letzten Jahren irgendwie nur noch so am dicken Fan-Fell ab.
Die Zeitungsberichte verdeutlichen eh nur eines: Chaos, Intrigen – alles wie gehabt. Stumpf!
Irsinnig genug schon, dass alle Räte rund um Arminia so viel Personal zur Verfügung haben, dass sie inklusive Verletzungspech locker durch eine Altliga-Saison marschieren könnten.Die totale Konfusion!
Wem soll man trauen?
Ist Uli Stein tatsächlich so naiv zu glauben er könne aus dem Off über Personalien entscheiden oder steckt mehr dahinter? Ist Schnitzmeier bei den Sponsoren in Ungnade gefallen oder möchte Uli Stein seinen bis vor Kurzem noch unsicheren Finanzfachmann mit einem lukrativeren Posten locken?
Was spielt der nebulöse Herr Geilhaupt für eine Rolle? Was veranlasst den Rest vom übermächtigen Verwaltungsrat trotz der prekären Lage für eine Ablösung des Geschäftsführer zu votieren? Wie kommt das in die Presse? Sind da die Gräben durch die Veröffentlichungen nicht eh schon zu tief gegraben?
Gut, dass Stumpf Trumpf ist.
Ich will das alles gar nicht mehr wissen. Wozu auch? Ganz ohnmächtig möchte ich den "verantwortlichen Verantwortlichen" (Zitat Hippo) nur eines zurufen:
Es geht um keine mit ein paar wenigen „Stars“ bestückten Altherrentruppe, es darf nicht um „Macht“ und Einfluss über einen Drittligisten gehen – es geht einzig und allein um die Rettung von Arminia Bielefeld.
Und da sollten endlich alle mit offenen Karten spielen. Die Wirtschaft, die Banken, die ganzen Räte, Herr Schnitzmeier, Uli Stein – mit offenem Visier, zu Gunsten des Clubs. So schwer dürfte das dank Maulwurf doch eh nicht mehr fallen!



