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Zahlenschönreden

"Es ist nicht so einfach, Arminia Bielefeld in einer Kolumne unterzubringen, in der es in jeder Woche um das Beste und Interessanteste aus Europas Fußball geht."

leitet Christian Eichler (u.a. „Lexikon der Fußballmythen“) seine FAZ-Fußballkolumne ein, in deren Verlauf er Parallelen zieht zwischen Arminias 1:11 in Dortmund (im Nov. '82) und Wigan Athletics 1:9 in Tottenham (am gestrigen Sonntag).

Das Endergebnis lautete 11:1, in Worten: elf zu eins. Bielefeld hatte in einer Halbzeit zehn Gegentore bekommen, bis heute Rekord für die Bundesliga (und möglicherweise für Erstligafußball in ganz Europa). Bis heute erklären Arminia-Fans diese düsterste Dreiviertelstunde ihrer Geschichte mit den linguistischen Defiziten ihres finnischen Torwarts Olli Isoaho. Der soll die Kommandos der Abwehrspieler („Ich hab ihn, nimm du ihn“) nicht verstanden haben.

(Quelle: FAZ / Christian Eichler)

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"Vielleicht befinden wir uns ja jetzt in einer genauso langen Zu-Null-Serie - nur bzgl. der geschossenen Tore."

...sagte mein Wegbegleiter Gerwin nach dem Spiel. Hui, da lief es mir trotz der milden Temperaturen gestern Abend ganz kalt den Rücken runter. Der Winter hat begonnen.

PS: Gegen einen nicht unbedingt Top-Gegner trotz Endes der Siegesserie in Frankfurt am letzten Spieltag gestern über 18.000 Zuschauer - beim Spiel um 20.30 Uhr. Vielleicht beantwortet das ja die ein oder andere Frage...
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Nullnummern schönreden

Julesjulians Kommentar zum Tipp hab ich sinngemäß häufiger gehört:

Klar, irgendwann ist jede Serie vorbei... aber nicht gegen den Vorletzten, bitteschön!

Ich hingegen sage: Aber bitteschön gegen den Vorletzten! Wichtiger ist doch, daß wir in den nächsten Wochen nicht die direkten Aufstiegskonkurrenten mit Punkten füttern. Ein unerwartetes Unentschieden gegen einen unterschätzten Gegner kann dazu vielleicht sogar einen guten Beitrag leisten - sag ich mal als jemand, der sich wie Olli Kahn unheimlich viel mit Psychologie beschäftigt hat. Und immerhin hat Dennis Eilhoffs Serie ja gehalten.

Kommen wir nach dieser kurzen Reflexion des Arminiaspiels nun zur Auswertung des Tippspiels - obwohl: damit lasse ich mir noch etwas Zeit. Muss mir in den nächsten Tagen noch ein paar Formulierungen für meinen Triumpf die sachliche Tippspiel-Berichterstattung einfallen lassen ;-)

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Genusstipps für Genießer

Die Perle der Natur - so wertvoll wie Naturperlen wurde hier vor einiger Zeit getitelt. Es ging natürlich um Krombacher und festgestellt wurde

(...) Bei den Arminen handelt es sich (...) eher um Genuss- denn um Frusttrinker. Wär'n wir Frusttrinker, dann wär'n wir ja ständig betrunken...

Es gibt hier im Blog allerdings auch Beschreibungen wie Fahrten mit dem Krombacher-Saufen-Express (genauer: meine Vorurteile über solche) oder Bremen-Fans, die noch eine Nachhilfestunde in Sachen Genusstrinken gebrauchen könnten.

Und so ist es gut, daß es die Halbvier gibt, wo man nochmal nachlesen kann, wie das mit dem genussvollen Konsum von Allohol funktioniert:

Blog 5 will diesen noch um einen weiteren Genießertipp ergänzen: Kein Bier vor vier - doch dieser Tipp dürfte wohl nur für Bäcker oder Zeitungszusteller interessant sein.

Also: Gegen Cottbus heute Mittag nicht die ganze Bierdauerkarte vor 13.00 Uhr wegtrinken, sondern mindestens ein Bier für nach'm Abpfiff draufbehalten, damit der Sieg gefeiert kann (wüsste nicht, wie das ohne elf Krombacher im Blut funktionieren sollte).

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"Warum bleibt Arminias Stadion so leer?"

...fragt nw-news heute:

(...) Arminia macht Spaß - aber der Fußball-Zweitligist schafft es nicht, die Fan-Massen zu mobilisieren.
Im Schnitt kamen bislang rund 17.000 Zuschauer zu den fünf Heimspielen (...)

Wer dieses Blog bereits in der vergangenen Erstliga-Saison verfolgt hat, weiß, daß ich mit bis an Langeweile grenzender (oder diese vielleicht sogar längst überschritten habender) Regelmäßigkeit über die spärlich besetzte Osttribüne gelästert habe (hier oder hier oder hier; und hier hab ich sogar zu einem der drei wichtigsten Themen der vergangenen Saison erklärt) - und nicht nur meine Wenigkeit, sondern sehr deutlich uch Kommentatoren wie fetzordie.

Wenn ich mich bisher zu dem Thema nicht geäußert habe, dann hat das nicht etwa was mit Zurückhaltung oder Von-Mir-Selbst-Gelangweilt-Sein zu tun, sondern damit, daß ich einen Zuschauer-Schnitt von 17.000  überraschend gut finde; insbesondere, wenn man bedenkt, daß es zu Saisonbeginn noch nicht richtig so nach Aufstiegskampf aussah und die Anstoßzeiten wahrscheinlich ebenfalls viele daran hindern, zur Alm in die Schüco-Arena zu gehen (vgl. Kommentare von Piefke und Marcus K). Und wenn ich mich recht entsinne, haben selbst die Kritischen Arminen irgendwie, irgendwo, irgendwann ein Wunsch-Szenario geschildert, in welchem sie ein ausverkauftes Haus in Erstligazeiten und einenen Zuschauerschnitt von 16.000 für Zweitligazeiten anstrebten*.

Natürlich wär es ganz toll, Köln- oder Paulimäßig bis in die Kreisliga runter immer volle Hütte zu haben - auch wenn die Spiele mit Rücksicht auf den amerikanischen Fernsehmarkt irgendwann dienstagsmorgens um 4:45 Uhr angepfiffen werden. Doch bleibt die Frage: Warum stellt die NW jetzt so eine Frage? Mal die vielen Kommentare unter dem Artikel lesen, vielleicht sind die die gibt's darin ne Antwort auf die Frage. Doch zuvor schenke ich unserer Blog5-Kategorie Zahlenschönreden erstmal ein Geschwisterchen mit dem Namen Zahlenschlechtreden ;)

* das schreibe ich wirklich nur so aus meinem nicht mehr so juvenil saftigen, sondern etwas porös löchrigen Gedächtnis heraus. Hab grad auch keine Zeit für Recherche. Wenn's nicht stimmt: bitte melden. Gerne auch Belege schicken, wenn's stimmt.
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König Artur von Tasmanien

Ach ja, Arminia ist so selten Spitzenreiter einer Tabelle, daß man jede solche Tabelle 'zitiert', die einem auf den Bildschirm kommt. Ganz aktuell kommen wir sogar in den Genuss, regelmäßig gleich in zwei Tabellen als Spitzenreiter Erwähnung zu finden: Erstens - klaro - in der Zweitliga-Tabelle und zweitens - nein, nicht die Rekordaufsteiger-Tabelle; die wird von den Sportreportern erst Ende April aus dem Archiv geholt. Also zweitens in der Niederlagenserien-Tabelle, in welcher wir uns den ersten Platz zwar bedauerlicherweise mit zwei Vereinen teilen müssen, aber immerhin:

Die meisten Bundesliga-Niederlagen in Serie:

10 Tasmania 1900 (1965/66)

10 1. FC Nürnberg (1983/84)

10 Arminia Bielefeld (1999/2000)

9 Wuppertaler SV (1974/75)

8 Hertha BSC (2009/2010)

[welt.de]

Ich tue es nur sehr ungern, aber ich drücke Hertha fest die Daumen, daß sie nach der kommenden Niederlage wenigstens ein Unentschieden erreichen. Danach gerne wieder neun Niederlagen am Stück.

Als wenn das alles nicht schon genug mit Arminia zu tun hätte, macht uns die NW zusätzlich noch auf diesen Zufall aufmerksam:

Für Artur Wichniarek muss es ein ganz böses Déjà-vu-Erlebnis sein. (...) Schon 1999/2000 war er dabei, als der DSC Arminia unter Trainer Hermann Gerland souverän den von Tasmania 1900 Berlin und dem 1. FC Nürnberg gehaltenen Allzeit-Rekord einstellte. [nw-news.de]

Oder handelt es sich womöglich gar nicht um Zufall...?

Wie auch immer: Ich beantrage ein Sternchen hinter Arminia und Hertha in der, für eine Fußnote unter der Niederlagenserien-Tabelle. In dieser Fußnote soll Arturs Schicksal kurz notiert sein. Also in etwa so hier:

10 Tasmania 1900 (1965/66)
10 1. FC Nürnberg (1983/84)
10 Arminia Bielefeld (1999/2000) *
9 Wuppertal
9 Hertha (2009/2010) *
(...)
_____________________________
* mit Artur

Schön daran wäre nämlich, daß wir dann auch noch Spitzenreiter der Tabelle der Vereine, die in Tabellen mit Fußnoten vorkommen, wären: Erstens in der Niederlagenserien-Tabelle und zweitens in der Ewigen Bundesliga-Tabelle.

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"Unser Kader ist ja nicht billig."

entkräftet unser alter & neuer Präsi Hans-Hermann Schwick kritische Nachfragen hinsichtlich eines "finanziellen Engpasses":

"Unser Kader ist ja nicht billig. Und natürlich haben wir nicht die Einnahmen wie in der Bundesliga. Aber durch die Fernsehrate ist wieder alles im Lot."

Somit kann HH - wir wir alle - beim Blick auf die aktuelle Tabelle endlich wieder gut einschlafen - und hat sich obendrein ziemlich heftig in Thomas Gerstner verliebt:

"Herr Gerstner ist DER Glücksfall für Arminia. Er ist sehr selbstbewusst, denkt immer positiv. Auch wenn es mal eine Niederlage gibt, geht er nicht von seiner Linie ab. Beeindruckt hat mich auch seine klare Zielsetzung: Wir wollen Meister werden. (...) Gerstner lässt wieder Angriffsfußball spielen. Das wollen die Fans sehen."

Schnell wurde man sich einig. Denn was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Trier war gestern, morgen ist Aachen.

Alle auf die Alm! 3:0.

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"Und Stefan kann sich weiter auf Bundesliga-Niveau fit halten..."

..., beschreibt DSC-Torwarttrainer Thomas Schlieck die Vorzüge dieser Maßnahme.

auf arminia-bielefeld.de im Artikel "[Der ggw. vereinslose] Stefan Wessels hält sich in Bielefeld fit".

Und Thomas Schlieck hat mit dem Begriff Bundesliga-Niveau ja recht - wenn man berücksichtigt, daß die letzten drei der ersten Liga eigentlich zweite Liga sind, wir als Erstplatzierte der zweiten Liga eigentlich erste Liga sind und, ähem, wenn man das gestrige Spiel gegen Karlsruhe nicht berücksichtigt.

Wie dieser Hauptsache-3-Punkte-Sieg zu bewerten ist, wird ab diesem Kommentar diskutiert.

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Stenogramm einer Pokalpleite

7. Minute: "Richtig, Kasper. Geh auf Lücke!"
(Zwischenruf von Thomas Gerstner)

16. Minute: "Böhme + Schnäuzer = Berisha."
(Marcus und Sascha sind sich einig)

25. Minute: "Daniel Halfar zieht sich das Trikot aus."
(korrekte Beobachtung von sky-Kommentator Jürgen Schmitz)

36. Minute: "Unserem Kameramann gehts gut."
(Jürgen Schmitz gibt Entwarnung hinsichtlich des sky-Mitarbeiters, der einen Ball auf die Nase bekam)

42. Minute: "Was haben HTML und Arminia gemeinsam? - Beide zu statisch." (Marcus und Sascha versuchen sich gelangweilt aber erfolgreich an Flachwitzen)

Halbzeit: "Wir sind die bessere Mannschaft!"
(Mario Basler schwört in der Kabine sein Team ein)

46. Minute: 29 Sekunden nach Wiederanpfiff trifft Janjic zum 0:1.

49. Minute: Janjic erzielt das 0:2.
Prognose: Das Spiel ist gelaufen.

54. Minute: "Arminia, Arminia - wie schön sind Deine..." - "Schuhe!!" vollendet Janus (22 Monate) die Steilvorlage von Papa Marcus.

Janus Fußballgott

60. Minute: 1:2 per abgefälschter Bogenlampe.

73. Minute: 2:2 per Foulelfmeter.
1.) Das Foul war außerhalb. 2.) Das Foul war kein Foul.

73. Minute: Janus muß jetzt mal besser ins Bett.

Pokalpleite in Trier

Pause vor der Verlängerung: "Jetzt ist alles möglich!"
(O-Ton irgendeines Trierer Offiziellen)

109. Minute: 3:2 nach Fehlern von Schuler und Fernandez.
"Ein Tor des Willens!" stellt Jürgen Schmitz anerkennend fest.

111. Minute: "Wenns schief geht, krieg ich alles ab."
(Jürgen Schmitz zitiert Thomas Gerstner)

12o. Minute: 4:2.

120. Minute: "Aber weißte: Im Aufstiegskampf ist das auch nicht gut, wenn Du zweigleisig fahren mußt." (Marcus versucht sich verzweifelt in Zahlenschönreden.)

Schöne Scheiße.

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"Nach drei Spielen kann man noch gar nichts sagen. Ich sehe Arminia am Ende unter den Top vier."

...macht Marcel Ndjeng (in der NW) seinen früheren Mitspielern Mut.

Top 4 ist schonmal nicht schlecht, Marcel!
Auch wenn Top 3 offengestanden irgendwie schöner wäre.

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