unbiedere Haute Cuisine

Widder verloren?

Mitunter treibt die dritte Liga muntere Spielchen mit ihren Fans. Wobei, was heisst hier ihren Fans? Fan der dritten Liga ist man wohl eher selten, vielmehr ist man Fan seiner Mannschaft und nimmt daher die Ligazugehörigkeit irgendwie in Kauf. Dieses Phänomen kann natürlich auch in anderen Ligen beobachtet werden, kommt jedoch hier am deutlichsten zum Vorschein.

Arminias Spiel in Saarbrücken ist ein gutes Beispiel. Als eines der ersten Spiele der Rückrunde sollte es bereits im Dezember stattfinden, doch Schnee und Eis durchkreuzten diese Pläne. Und das gleich ein zweites Mal im Januar. Während in der ersten und zweiten Liga überwiegend auf einem grünen Teppich weiter gespielt werden konnte, fehlt in Saarbrücken oder an anderen exklusiven Orten der Liga die Rasenheizung.

Nun gut, geschenkt. Vorgestern, also im Februar, haben wir das Spiel ja nachholen können. Und wir haben es gewonnen. Warum griesgrämig sein?

Nicht zuletzt wurde es das schon erwartete Torfestival gegen den 1.FCS. Nach einem 0:4, einem 4:2 und einem 3:2 gab es nun wieder ein 4:2 aus Sicht des DSC. 6 Tore - da freut man sich doch auf die Zusammenfassung im TV!

TV? Wir wären dann beim nächsten Problem. Nachholspiele der dritten Liga bleiben vom Fernsehen weitestgehend unbemerkt. Im WDR war gar nichts zu sehen und in irgendeiner Sportschau im Ersten erst recht nichts.

Kurz bevor sich einige nun daran machten aus Bilderstrecken der NW oder dem Westfalenblatt ein Daumenkino zusammenzufügen, ertönte frohe Kunde aus dem Funkhaus des Saarländischen Rundfunk! Es waren Kameras vor Ort. Es existiert ein rund dreiminütiger Bericht!

Über die sozialen Netzwerke verbreitet sich der Filmschnippsel in Windeseile. Doch die Freude weicht dem Schock.

Schon die Ankündigung im Studio unter dem Slogan „Widder verlor“ schickt den Ostwestfalen gedanklich ins Tierreich. Einschlägiges Feedback auf Arminias Facebook-Präsenz: „Ich versteh nix, aber is' lustig. Ich hoffe sie konnten den Widder finden, den sie verloren haben.“

Es war der einzige Bericht über den DSC in Saarbrücken – und er war saarländische Folklore: „De Fans han die Flemm“. „Bisch dahin woar de Luginger zufridde!“. „Des Toar is füdde Klos nua Formsach!“.

Passend dazu einige Tore. Das 1:1 sowie das 3:1 gelangen nur unter gütigster Mithilfe der Saarbrücker, dazu noch ein Eigentor von Appiah. Man hatte sich mehr erhofft.

Vielleicht wäre das alles besser zu ertragen gewesen, hätte man sich im Saarland der Landessprache seines Nachbarn bedient. Ein französischer Kommentar hätte eleganter geklungen. Wir hätten uns bei einem wieder einmal starken Platööhn im Tor bedankt, hätten über Tore von Klo (stummes -s-) und Glasnööhr gejubelt, den schnellen Ille bewundert, uns an der Rückkehr von Übenöhr und Ornisch nicht satt gesehen und uns gefreut, dass sich beim Torschützen und Vorlagengeber Testroet an der Aussprache nichts ändert.

Morgen geht’s gegen Unterhaching. Bleibt zu hoffen, dass der WDR wieder im Stadion ist.

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Praktikumsbericht

Das fröhliche Fest ist schon wieder Geschichte, der Weihnachtsspeck ist unübersehbar. Besinnlich wurde es mit Ausnahme bei Blog5 wieder nur selten. Der letzte Beitrag – lang, lang ist er her.

Doch jetzt, wo sich das Jahr dem Ende neigt und Santon sein Praktikum beim DSC beendet, bietet sich die Gelegenheit zurückzuschauen.

Neben vielen unwichtigeren, auslaufenden Verträgen läuft auch mein Praktikumsvertrag in diesen Tagen aus. Die Verschwiegenheitsklausel verliert ihre Gültigkeit und meine Arbeitskollegen auf der Geschäftsstelle werden Blog5 in diesen Tagen wohl nervös verfolgen. Wann packt er aus?

Jetzt ist es soweit! Ich hole aus: Es ist ein Unding, dass acht Monate alte Schlagsahne, sieben Monate alter Frischkäse und ein mittlerweile gebräunter Orangensaft mehr als eine Halbserie hindurch ein unbeachtetes Dasein im Kühlschrank fristen konnten. Die Schlagsahne biederte sich als dunkel-bröckige quarkige Masse an, während der Frischkäse Pilzkulturen in Form von Walnüssen entwickelte. Der Orangensaft war als solcher schon gar nicht mehr zu erkennen.

Bei jener exorbitant häufigen Nutzung der Kaffeemaschine und gleichzeitig extremer Belastung der Spülmaschine hätte das auffallen müssen! Und niemand soll mir sagen, dass der Kühlschrank nie genutzt würde – so ist es doch nun wirklich nicht! Das ist doch – ohne drumherum zu reden – in Anbetracht der Situation, in der wir uns befinden und ohne die Lage unnötig zuzuspitzen: Das kann von niemanden bestritten werden! Und meine Damen und Herren, warum auch nicht?

OK, mein Praktikumsbericht verliert sich im Thema Schimmelpilze und wird inhaltslos wie MdB Karl-Heinz Stiegler. Den an Arminia interessierten Lesern sei daher zugerufen, dass dies nur Ausdruck einer neu gewonnenen Gelassenheit rund um den DSC sein kann. Es war ein Praktikum in einer Reihe von vorherigen Praktika, die ohne Hiobsbotschaften auskamen. Selbst wenn ich es gewollt hätte, aus Blog5 wäre nie Arminia-Leaks geworden. Es wurde schon häufiger gesagt oder hier und da geschrieben: Arminias Mitarbeiter investieren viel Herz und Kraft in diesen Verein! Das ist keine Floskel und tilgt noch keinen Kredit, aber davon durfte ich mich überzeugen. Wo Arminia drauf steht, ist auch Arminia wieder drin. Es mag noch etwas dauern, aber der Karren wird schon wieder aus dem Dreck gezogen. In diesem Sinne... vielen Dank!

 

Ach, einer muss aber noch: Liebes DSC-Team, ich hatte mit dem Frankiergerät nie irgendetwas zu tun! Ich saß nur in der Nähe!
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Bielefeld - Chemnitz 0:0

Es ist erschreckend zu sehen, wie schnell der Westfalenpokal (Sieg im Finale gegen MS), der DFB-Pokalsieg gegen Paderborn und die Tabellenführung vergessen werden. Auch wenn der Stachel aus dem Telgte-Debakel tief sitzt: Es hat etwas von Hochnäsigkeit jetzt über die Mannschaft herzuziehen oder zu pfeiffen.

Sogar  "Krämer raus"-Stimmen soll es schon gegeben haben, nachdem dieser angeblich - so liest es sich im NW-Liveticker - einigen, buhenden Sitzplatzinhabern den Scheibenwischer entgegenbracht hat.

Die 3. Liga ist eben nichts für Feinschmecker. Oft genug wurde betont, dass in jedem Spiel an die Grenze gegangen werden muss, um in dieser Liga eine gute Rolle zu spielen. Arminias Kader kann das und ist ausgeglichen genug, um oben dran zu bleiben. Dafür braucht es nur Geduld. Und kein Pfeiffen.

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Auf zum Mühlenstein!

Morgen steht wieder ein Derby an, von dem alle behaupten es sei ein Derby. Kein Nord-Süd-Derby wie etwa Bayern-HSV und auch kein Großkonzern-Derby wie Hoffenheim-Wolfsburg. Nein, morgen gibt es trotz aller inflationären Verwendung des Begriffes ein richtiges Derby.

Grund genug nachzuschlagen, was "Derby" eigentlich bedeutet und wie dieses Wort entstanden ist.

Wikipedia berichtet:

Der Begriff „Derby“ geht im Zusammenhang von Mannschaftssportarten auf ein mittelalterliches „Sportereignis“ – das „Shrovetide-Fußballspiel“ – in England zurück. (...) Bei dem Spiel des „derby village“ ging es darum, dass die Spieler versuchten, mit einem Ball das gegnerische Tor – einen Mühlenstein – zu berühren. Die Entfernung der Mühlensteine zueinander betrug etwa 3 Meilen.

Wenn wir den Münsteraner Mühlenstein als erste treffen wollen, sollten wir uns noch heute unerkannt auf die Socken machen...

Was im Falle des Misserfolges in Bielefeld passiert, habe ich heute bei "UNSer UWE" gelernt. Radio-Kommentatoren, die Niederlagen gegen Münster kommentieren, müssen zur Strafe Arminia-Präsident werden. Nach all dem Schabernack der letzten Jahre ein hartes Strafmaß. Aber so geschehen beim aktuellen Präsidenten Zillies, der 1989 eine 1:3-Niederlage für den WDR kommentierte.

Wir stellen uns Uli Zwetz als DSC-Chef vor und wünschen uns trotz aller Sympathie dann doch, dass kein Preuße einen Bielefelder Mühlenstein findet.

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Arminia in Offenbach - Eine Stellungnahme von Marcus Uhlig

Sich auf Artikel der BILD-Zeitung zu  berufen, ist riskant. Wegen der schnellen Pointe und meiner ureigenen Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison, habe ich es heute dennoch getan.

Allen BILD- und Blog5-Lesern sei folgende Stellungnahme von Marcus Uhlig entgegengehalten, der ich persönlich auch deutlich mehr Glauben schenke  als den Lettern in der BILD ;-)

Die Stellungnahme von Marcus Uhlig im Wortlaut:

"Hallo zusammen,

ich lege großen Wert auf folgende Richtigstellung: Offensichtlich spielt die Geschichte „Spritis on Tour“ auf einen heute erschienenen Zeitungsbericht an. In diesem wurde kolportiert, dass auf der Rückfahrt aus Offenbach eine ausgelassene Siegesfeier stattgefunden haben soll und in Folge eines Staus auf der Autobahn die Getränke ausgegangen sind. Diese Information ist zu 100% falsch. Fakt ist, dass der Bus noch keine halbe Stunde vom Bieberer Berg entfernt war, als die meisten Spieler bereits eingeschlafen sind. Auf der gesamten Rückfahrt aus Offenbach ist genau das passiert, was eigentlich gerade auch in einer englischen Woche selbstverständlich ist: Nichts! Keine Ausgelassenheit, keine Party und auch keine Partygetränke. Kein Spieler und auch kein Trainer aus unserem Team neigt auch nur im Ansatz dazu, zu glauben, sich in irgendeiner Weise auf dem bisher Erreichten ausruhen zu können. Erreicht haben wir bisher einen besseren Start als in der letzten Saison. Nicht mehr und nicht weniger. Wir wollen uns weiter oben festbeißen und werden alles dafür tun. Natürlich kann auch schon mal gefeiert werden (wird sicherlich auch), aber ganz sicher nicht nach einem Auswärtssieg am vierten Spieltag unter der Woche, wenn drei Tage später der KSC und elf Tage später Paderborn warten. Also: Durchzecht wurde hier gar nichts, nicht einmal ansatzweise.

Beste Grüße,

Marcus Uhlig."

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Arminia in Offenbach - Spritis on Tour?

Gut, gut... Nach einem offensichtlich bescheidenem Auswärtsspiel in Dortmund sind nun zwei Siege mit jeweils drei Toren gelungen. Einer davon sogar nicht bei irgendwem, sondern bei Kickers Offenbach. Vor der Saison war ja von einem gelungenen Saisonstart die Rede, der Funken der Euphorie entfachen sollte, die Mannschaft und Fans dann möglichst lange auf Trab halten mögen. Im Stile des neuen sportlichen Leiters des FC Bayern München muss ich nun allerdings als antizyklischer Mahner auftreten. Dazu benutze ich nun eine Floskel: „Wer glaubt man könne sich auf diesen beiden Siegen erstmal wieder ausruhen, der ist schief gewickelt!“

Aber warum das? Ist das im Sinne des formulierten Saisonziels nicht kontraproduktiv?

Nun, nach einem kurzen Überblick über die Berichterstattungen von heute, schrillten die Alarmglocken: Arminias Kicker standen nach Angaben eines Klatschblattes mit vier Großbuchstaben auf der Rückreise von Offenbach drei Stunden im Stau und begannen das Trinken! So wird es dem Leser jedenfalls durch ein Trainer-Zitat vermittelt: „Die Stimmung war nach dem Dreier total ausgelassen. Schade nur, dass uns irgendwann der Getränke-Sprit ausging.“ Es soll Trainer in Bielefeld gegeben haben, die für sowas noch immer eine Flasche Chardonnay im Taktik-Koffer dabei gehabt haben...

Man darf nach einer offenbar durchzechten Nacht also gespannt sein, wie sich die Truppe morgen um 14 Uhr gegen Karlsruhe präsentiert. Sollte das schief gehen, gebe ich umgehend meine antizyklische Haltung auf und referiere über Champagner-Exzesse unter Drittligaspielern... Ausrufe wie „Scheiß Millionäre“ sind dann schnell bei der Hand. Ich kann nur warnen. Das will doch niemand!

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BV Cloppenburg Olé

Ein Hinweis aus dem Ruhrgebiet im Kommentarbereich informierte die Blog5-Leserschaft bereits vor einigen Tagen, nun ist es aber bittere Realität:

Das Spiel gegen Meppen ist gestrichen. Stattdessen spielen wir gegen den BV Cloppenburg - zur selben Zeit, am selben Ort (Schwagstorf). Schade drum! Meppen meint Borussia Dortmund sei ein attraktiverer Gegner, um seinen 100. Geburtstag zu feiern...

Für die Cloppenburger wiederrum sind selbst die Kickers Emden einer der namhaften Gegner ihrer Vereinsgeschichte. Für die Attraktivität der DSC-Vorbereitung bleibt zu hoffen, dass "Arsenal weiter auf dem Zettel" ist.. Vielleicht können wir dann mal ganz wichtig popichtich absagen: "Ätsch, wir spielen gegen Arsenal. In Schwagstorf."

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Locker weg: Regionalliga wird einfacher!

Liga3-Online: Ein Portal, das sehr nützlich sein kann um sich fluchs die gröbsten Infos über die Liga einzuholen. Wer am 34. Spieltag immer noch nicht weiß, welche Mannschaften und Dörfer sich in Arminias Liga tummeln, kann sich hier sein Halbwissen aneignen.

Liga3-Online ist zudem ein Portal, dessen Facebook-Auftritt im Kommentarbereich sehr dazu einlädt sich in Trash-TV-Manier die aktuell hippsten Beleidigungen unter Fußball-Fans anzueignen ("isso huan..nua der CFC").

Liga3-Online ist aber auch ein Portal, das Arminia dazu dient die numerische Überlegenheit seiner Fans clever auszuspielen und sich halbjährlich für seine überragenden Choreographien auf der Südtribüne auszuzeichnen.

Heute ist Liga3-Online aber ein Portal, dass allen Arminen vor dem Weg auf die Alm zum Chemnitz-Spiel die größten Sorgen nimmt. Ein Abstieg in die vierte Liga scheint nämlich (noch) nicht zwangsläufig das Ende der 107-jährigen Geschichte Arminias zu besiegeln. Denn: Die "Regionalliga wird für Klubs einfacher"! Damit sind finanzielle Aspekte angesprochen, sportlich erscheint mir jede Liga einfach uuunglaublich schwer zu spielen...

Wir lesen aber über die Regionalliga-Lizenz: "Im Allgemeinen sind die Auflagen für diese Liga nicht mehr so anspruchsvoll wie bisher, für die Klubs wird es daher einfacher." Hauptgrund: Die Zuständigkeit für die 4. Liga wandert vom DFB zurück zu den Regionalverbänden.

Weiter:

"Die Gäste- und Heimfans müssen nun auch nur noch bei Risikospielen getrennt werden. Die Anforderungen bezüglich des Flutlichts sind ebenfalls ein wenig herabgestuft worden, so mussten Stadioneubauten fernsehtaugliches Flutlicht mit Beleuchtungsstärke von 500 – 800 lx haben. Ab der nächsten Saison reichen die vorher schon üblichen 400 lx, auch muss es nicht mehr fernsehübertragungstauglich sein (es gibt auch keine TV-Gelder mehr!)"

(...)

Zudem müssen die Teams ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht mehr nachweisen, es wird nur noch eine Bürgschaft in Höhe von 35.000 Euro verlangt."

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit muss nicht mehr nachgewiesen werden? Scheint ja fast so, als wächst zusammen, was zusammengehört...ach, wasn Kappes! Siegen und glücklich sein! Heute klappt´s!

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Wasdalos?

In aller Kürze, weil es mir auf den Fingern brennt:

"Arminias Trainer Krämer spürt erstmals Gegenwind", titelte die NW unter der Woche. Grund für diese Überschrift sei der "Gegenwind der Fans in diversen Foren". Diverse Foren wie dsc4ever oder vor allem der geliebte Kommentarbereich unter den NW-Artikeln scheinen Evidenz genug zu sein, um derartige Thesen zu formulieren.

Ich kann nur davor warnen aus Kommentarbereichen ein breites Meinungsbild zu konstruieren.

Möglicherweise mag es wieder häufiger kritischere Stimme geben, aber nachdem man Krämer im Dezember beinahe schon einen Thron gebaut hatte, wird man ihn nach einer Niederlage in acht Spielen jetzt doch nicht einfach so fallen lassen. Schließlich gehen Arminia-Fans doch mit dem Abstiegskampf gelassen um.

Oder etwa nicht?

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Ach, egal: Kuss!

Auf der Südtribüne war es heute gar nicht so kuschelig warm wie noch vor 2 Wochen gegen Münster. Zwischen den Leuten gab es genügend Freiraum durch den sich eine kalte Brise immer und immer wieder durchschlängeln konnte.

Wohl, dem der was Wärmendes dabei hatte. Dachte ich zunächst, aber ein besonders auffälliges Exemplar eines verliebten Pärchens, das vor mir Stehplatz genommen hatte, strafte mich Lügen. Lieber frieren als dem Spielverlauf nur mit einem Auge folgen können, weil das Andere sich in der Wange der Geliebten verirren muss. Während des Spiels dürfte die Taktung Kuss pro Spielminute der Beiden selbst maschinell kaum zu erfassen gewesen sein.

Ah, Platins steht wieder im Tor. Kuss. Ah, Fehlpass, egal. Kuss. Rzatkowski ist durch – schnell noch Kuss. TOR! Kuss. Kuss. „Jaaa!“ brüllen und dann: Kuss. Kuss. Kuss. Kuss. Oh la la, es ging von Anfang hoch her. In Block 3. Weniger auf dem Spielfeld. Wohl dem, der was zu küssen dabei...ähm..Nein! Appiahs nächste Bogenlampe in die Offenbacher Abwehrreihen. Aufregung allorten, aber nicht in der rosaroten Nebelwolke vor mir: Kuss. Kuss. Kuss.

Was in der Halbzeitpause auf dem Block passiert ist, kann ich nicht wissen. War pissen.

Die zweite Halbzeit wurde bekanntlich nicht besser. Wenig Spektakuläres, viel Langeweile ohne Spielfluss. Nur unser Pärchen gab weiterhin Gas. „Ist das Spiel..“ - Kuss - „schlecht.Ach egal!“ Kuss. Ich übertreibe nicht.

Mit zunehmender Spieldauer beschlich wohl nicht nur mich das Gefühl, dass es wieder nichts mit einem Heimsieg wird und gleich ein dreckiges Ding durchrutschen wird. Ich war aber derjenige welcher, der dieses Gefühl aussprach: „Gleich kriegste wieder son Ding worübba de dich nur ärgerst!“ Mein Nachbar erwiderte: „Haste schonma ´nen Gegentor gekriegt worübba de dich nich geärgert hast?“ Welch schnoddriger Konter. Aber er hatte ja Recht. Ich dachte mir: „Ach, egal!“ Und wollte ihn küssen...

Dass es am Ende ein Witzelfmeter-Ding geworden ist, hätte mich zur Weißglut bringen können. Aber ich stand noch in der Wolke und dachte mir: „Kuss.“ Auf dem Heimweg fiel mir dann auf, dass die Lage weiterhin ernst ist und ich wünschte mir die Wolke zurück. Scheiss Unentschieden immer!

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