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unbiedere Haute Cuisine

Ach, egal: Kuss!

Auf der Südtribüne war es heute gar nicht so kuschelig warm wie noch vor 2 Wochen gegen Münster. Zwischen den Leuten gab es genügend Freiraum durch den sich eine kalte Brise immer und immer wieder durchschlängeln konnte.

Wohl, dem der was Wärmendes dabei hatte. Dachte ich zunächst, aber ein besonders auffälliges Exemplar eines verliebten Pärchens, das vor mir Stehplatz genommen hatte, strafte mich Lügen. Lieber frieren als dem Spielverlauf nur mit einem Auge folgen können, weil das Andere sich in der Wange der Geliebten verirren muss. Während des Spiels dürfte die Taktung Kuss pro Spielminute der Beiden selbst maschinell kaum zu erfassen gewesen sein.

Ah, Platins steht wieder im Tor. Kuss. Ah, Fehlpass, egal. Kuss. Rzatkowski ist durch – schnell noch Kuss. TOR! Kuss. Kuss. „Jaaa!“ brüllen und dann: Kuss. Kuss. Kuss. Kuss. Oh la la, es ging von Anfang hoch her. In Block 3. Weniger auf dem Spielfeld. Wohl dem, der was zu küssen dabei...ähm..Nein! Appiahs nächste Bogenlampe in die Offenbacher Abwehrreihen. Aufregung allorten, aber nicht in der rosaroten Nebelwolke vor mir: Kuss. Kuss. Kuss.

Was in der Halbzeitpause auf dem Block passiert ist, kann ich nicht wissen. War pissen.

Die zweite Halbzeit wurde bekanntlich nicht besser. Wenig Spektakuläres, viel Langeweile ohne Spielfluss. Nur unser Pärchen gab weiterhin Gas. „Ist das Spiel..“ - Kuss - „schlecht.Ach egal!“ Kuss. Ich übertreibe nicht.

Mit zunehmender Spieldauer beschlich wohl nicht nur mich das Gefühl, dass es wieder nichts mit einem Heimsieg wird und gleich ein dreckiges Ding durchrutschen wird. Ich war aber derjenige welcher, der dieses Gefühl aussprach: „Gleich kriegste wieder son Ding worübba de dich nur ärgerst!“ Mein Nachbar erwiderte: „Haste schonma ´nen Gegentor gekriegt worübba de dich nich geärgert hast?“ Welch schnoddriger Konter. Aber er hatte ja Recht. Ich dachte mir: „Ach, egal!“ Und wollte ihn küssen...

Dass es am Ende ein Witzelfmeter-Ding geworden ist, hätte mich zur Weißglut bringen können. Aber ich stand noch in der Wolke und dachte mir: „Kuss.“ Auf dem Heimweg fiel mir dann auf, dass die Lage weiterhin ernst ist und ich wünschte mir die Wolke zurück. Scheiss Unentschieden immer!

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Nächste Spielabsage nahe Telgte

Erneute Spielabsage in Münster. Der Platz im Preußen-Stadion ist weiterhin unbespielbar, somit wird das heiß ersehnte noch nicht einmal ausverkaufte Derby gegen Osnabrück verschoben. Nachdem blog5 schon vor Wochen die Frage in den Raum stellte, ob bei anhaltender Schneelosigkeit im nur wenig entfernten Bielefeld ein Naturwunder einen Skiurlaub in Telgte ermöglichen könnte, stellt sich diese Frage angesichts der ostwestfälischen Frühlingstemperaturen nun erneut.

Informationen waren der Preußen-Homepage zunächst nicht zu entnehmen. Sie war vorübergehend aufgrund zu vieler Zugriffe nicht zu erreichen.

Schwarz-weiß-blaue Zungen unken bereits, dass womöglich zig Tausend Skifahrer der einsetzenden Schneeschmelze in Süddeutschland trotzen wollen und sich auf die Preußen-Seite unter "Anfahrt für Gäste" vergoogelt haben.

Möglich erscheint aber auch, dass der Aufgang in den Gästeblock - neben dem Affenberg im Allwetterzoo die höchste alpine Erhebung Münsters - durch die Wintersportler im Januar so abgenutzt wurde,  dass das Verletzungsrisiko beim Betreten zu groß sein könnte.

Völlig ausschließen kann man dagegen, dass ein Drittligastadion keine zwei Regentage aushält ohne die Wassermassen weitestgehend über eine Drainage umzuleiten....

 

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„Verschuldung an sich sagt doch erstmal gar nichts aus.“

Gut möglich, dass es einige es leid sind. Gut möglich, dass einige nicht mehr zurückschauen möchten. Aber gerade weil viel (und häufig auch von mir) über Herrn Kentsch gemosert und gewitzelt wird, sollte man ihm heute noch einmal Beachtung schenken. Denn: In einem Interview mit dem Westfalenblatt bricht Herr Kentsch sein Schweigen. Nach gründlicher Lektüre, hier meine eigene bescheidene Meinung.

Es mag kleinkarriert sein jede einzelne vom Westfalenblatt wiedergegebene (!) Äußerung zu zerpflücken aber dennoch gibt es in den Antworten auffällige Gegensätzlichkeiten, auf die ich mir keinen Reim bilden kann. So spricht Herr Kentsch von kalkulierten Gesamtkosten von 15,5 Mio € für die Osttribüne, die aus landesverbürgten Bankdarlehen (12 Mio €) und einem geplantem Umsatz von 3 Mio € aus der Fananleihe abgedeckt werden sollten, um am Ende festzustellen, dass die Tribüne de facto 18,5 Mio € gekostet hat.
Seine Begründung: „Da fielen etliche Zusatzarbeiten an, die mit der Tribüne direkt nichts zu tun hatten, die aber sowieso hätten vorgenommen werden müssen (..)“.
Diese „Zusatzarbeiten“ beinhalten auch den Kauf des Grundstücks von der Stadt Bielefeld, der in der Kentschen Wahrnehmung „gern noch draufgelegt wird“.

Sachen, die „gern noch drauf gelegt werden“ und „sowieso hätten vorgenommen werden müssen“ sind also für Kostenkalkukationen zunächst nicht relevant. Interessant.
Vielleicht ist es ein handwerklicher journalistischer Fehler, vielleicht habe ich etwas überlesen, aber nachdem nun ein Finanzloch von 3 Mio € ausgewiesen wurde, ist Kentschs abschließendes Urteil, dass „es nicht ein Euro gewesen ist, der nicht bezahlt war“ sehr abenteuerlich.
Zumal von „bezahlt“ überhaupt nicht die Rede sein kann, wenn Bankdarlehen aufgenommen werden und durch eine Fananleihe der Schuldenstand noch zusätzlich erhöht wird. Aber darauf kommt es ja auch gar nicht an, schließlich haben ja auch Schalke und Bayern hunderte Millionen von Schulden und große Konzerne gar in Milliardenhöhe. Die Verbindlichkeiten zu bedienen, das ist die „ganze Kunst“.

Vielleicht wird hier das große Missverständnis zwischen Herrn Kentsch und Arminia Bielefeld deutlich. Arminia wäre in Fußballdeutschland vermutlich nur dann ernsthaft konkurrenzfähig, wenn überhaupt keine langfristigen Verbindlichkeiten zu bedienen sind. Arminia ist nicht Schalke, Arminia ist nicht Bayern, Arminia ist kein großes Unternehmen, aber für einen Arminia-Fan ist sein Verein und vor allem auch das Stadion dennoch etwas Besonderes - und nicht wie im Kentschen Duktus etwas „Übliches“. In seinem ersten und einzigen Eingeständnis eines eigenen Fehlers gibt Kentsch folgerichtig zu Arminia nicht verstanden zu haben:

"Wir haben damals die emotionale Bedeutung der alten Stehtribüne unterschätzt und hätten die Fans mehr mitnehmen müssen."

Man könnte ihn nun noch daran erinnern, dass er sich der fünf Jahre Bundesliga, von denen spätestens mit dem Abgang von Hessens drei Jahre sportlich zum visionslosen Geplänkel inklusive spektakulärer Trainer-Entscheidungen à la Frontzeck und Jörg Berger verkommen sind, nicht besonders rühmen sollte, aber man sollte ihm fairerweise zustimmen, wenn er sagt:

„Ganz Bielefeld hat sich in diesem Thema doch gesonnt: Das Stadion ist schuld. Die Tribüne ist schuld. Also ist Kentsch schuld.“

Fussballvereine leben von ihrem Umfeld und in Bielefeld hat eben jenes versagt. Arminia ist gegenüber der heimischen Wirtschaft häufig in Vorleistung getreten. Die Vereinsmitglieder haben in der Hoffnung auf finanzielle Großhilfe vorschnell auf Souveränitäten verzichtet. Immer wieder standen Gerüchte und Summen im Raum, während die Zeit lief. Bei knapper Kasse und unter dem großen Druck möglichst schnell wieder aufsteigen zu müssen, wurden letztlich auch sportlich zu viele Fehlentscheidungen getroffen. Der Teufelskreis aus immer geringeren Einnahmen bei gleichbleibend hoher Finanzlast nahm dem Verein nach und nach die Luft zum Atmen.

Die dritte Liga ist ein Wust aus alledem, aber sie bietet die große Chance sich selbst endlich bewusst zu werden, was man eigentlich ist, nämlich Arminia Bielefeld. Perfekt unperfekt und titellos.

Nur dann geht’s vielleicht auch wieder mal nach oben...

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Denn sie wissen nicht, was sie tun...

"Harren wir einfach der Dinge, die da kommen...", schrieb ich vor zwei Wochen zum Thema Machtkampf beim MSV Duisburg.

Duisburger Journalisten hatten zu der Zeit festgestellt, dass der MSV ein "Spielball persönlicher Interessen und Eitelkeiten geworden ist" und ein unübersichtliches Machtgeflecht existiere.

Meine und unsere Vorahnung, welches Rumpelstilzchen für die Grabenkämpfe verantwortlich sein konnte, hätte schon eher ein Licht in die Duisburger Dunkelheit bringen können.

Die "Rheinische Post" hat zwei weitere Wochen gebraucht, um seine Leser mit der Überschrift "Schon einen Sieger im Machtkampf gefunden" zu überraschen.

Im Artikel heißt es, dass Geschäftsführer Kentsch mit "Form und Stil" eine "Weihnachtsbotschaft mit Symbolkraft" an das anwesende Medienvolk richtete während der "Vorsitzende des Vereins, Dieter Steffen, nur in einer der hinten Reihen saß und zuhörte".

Die "Rheinische Post" zieht daher ihr Fazit:

"Es scheint jetzt so, als habe der Matchkampf beim MSV schon einen Sieger gefunden. Das Sprichwort von den Zweien, die sich streiten, und dem Dritten, der lacht, bestätigte sich am Freitagabend erneut."

 

Nun ist Arminias Absturz in die dritte Liga nicht gänzlich dem Regime Kentsch zuzuschreiben, aber der Ursprung einer Kettenreaktion von Fehlleistungen liegt dennoch genau dort. Eine machtgetriebene One-Man-Show des Herrn Kentsch, der sich - wie jetzt in Duisburg - seine Kritiker vom Halse schaffen konnte, ließ Arminia beinahe zugrunde gehen.

In Bielefeld gibt es Menschen, die durch diese rücksichtslose Show viele Kunden oder sogar ihren Arbeitsplatz verloren haben. Es wird sie freuen, dass der Kapitän schon nach kurzer Zeit wieder erhaben im Fahrtwind steht...

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Warum man den Jena-Schiri trotzdem kritisieren darf....

Die Aufregung in Jena war groß! Alles, was bei den Arminen die Berechtigung hatte sich im Stadioninnenraum aufzuhalten, rannte nach Spielende wutentbrannt gen Referee Bastian Dankert. Warum? Aus aufgestautem Frust, Ärger über die eigene Niederlage und Wut.

Sich animalisch ausbrüllen und einen Sünder finden – menschlich.

Nahezu zeitgleich macht die Nachricht die Runde, dass Babak Rafati in einer Blutlache liegend in einem Kölner Hotel gefunden wurde und dem Selbsttod nur knapp entkam. Schock, Entsetzen, Spielabsage und Anteilnahme folgten– menschlich.

In dieser wohl einmaligen Situation ist es nachvollziehbar, dass sich ein DFB-Präsident für eine Stellungnahme zur Verfügung stellt. Eine Stellungnahme im direkten Anschluss an die Vorgänge sollte sich dann jedoch auch auf die aktuellen Umstände, Ausdrücke des Bedauerns und die Aufarbeitung der Spielabsage beschränken und nicht genutzt werden, um vogelwild zu spekulieren. Theo Zwanziger, dessen Stellungnahmen schon im FIFA-Skandal abenteuerlich waren („Man muss wissen, wie die FIFA funktioniert. Das ist eben so.“); Theo Zwanziger,der vor Blatter und seinen Kumpanen also nie in der Lage war Rückgrat zu zeigen, nutzte am Samstag diese öffentlichkeitswirksame Situation wie schon nach dem Enke-Tod wieder einmal für sein Gesicht.

Mit staatstragender Miene sinnierte er über den hohen Druck im Leistungssport und dass man diesbezüglich nicht die richtige Balance finden würde, ohne überhaupt Kenntnis davon zu haben, was Rafati beinahe in den Tod getrieben hatte. Zwanzigers Menschlichkeitsschelte – Part II.

Eine Schelte mit Signalwirkung. Allerorts lassen Trainer durchblicken, sie wollen ihr Verhalten überdenken. Allerorts bemüht man sich mildere Töne zu finden. Auch bei Arminia. Der absolut verständlichen Elfmeter-Aufregung folgt ein weiches Statement am Tag danach:

„Mit einem Tag Abstand und unter Einbeziehung der Eindrücke rund um den tragischen Suizid-Versuch von Babak Rafati möchten wir von unserer Seite aus allerdings jede weitere öffentliche Diskussion über die Entscheidungen in Jena beenden.“

(Quelle: DSC)

Ist das angebrachte political correctness oder ein Gewissensbiss? Sollte es trotz aller Vorkommnisse und Umstände, die kein Außenstehender (auch nicht Herr Zwanziger!) genauer einschätzen kann, nicht weiterhin möglich sein in einem respektvolleren Umgangston Schiedsrichterleistungen angemessen zu kritisieren?

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Sagt allen "Prügelt euch nicht"....

Ungewöhnliche Woche, findet ihr nicht?

Auf Glasflaschenverbot in ganzen Landstrichen folgen Ankündigungen großer Ausweichmanöver per Kleinbulli und Bier-Hänger.

Auf Pyro- und Prügelphobie folgen Großkonferenzen zwischen Fan- und Sicherheitsbeauftragten, Vertretern der Fanprojekte, Polizeibeamten beider Städte, Ordnungsdienst, Bundespolizei, Landespolizei, der Ordnungsdienst der Stadt Münster, Feuerwehr... (was für eine Aufzählung!)

Auf Ultra-Fanbrief folgt Willkommensgruß der Polizei Münster.

Dazu jede Menge Kriegsrhetorik, selbst in Statistiken...

"Bei 16 Aufeinandertreffen konnten sich die Preußen erst dreimal über einen Sieg freuen, fünfmal trennten sich die Mannschaften unentschieden und achtmal ließ die Macht aus dem Teutoburger Wald in Münster nur Schutt und Trümmer zurück."

(Quelle: dasWettangebot)

… oder in Ratschlägen zum richtigen Umgang mit den eigenen Fanartikeln:

„Generell gilt: Eure Utensilien sind Bielefelder Utensilien und gehören nicht in des Feindes Hand.“

 

Der „Feind“ darf meinen Schal sehen, nur spüren, darf er ihn nicht! Jawohl!

Ist es bei aller Vorfreude nicht angebracht die Situation um eine Portion Dramatik zu entschlacken und sich vielleicht am Samstag ausschließlich die folgende Marschroute der Lokal Crew zu Herzen zu nehmen ?

 

"Es gilt die Jungs nach vorn zu peitschen. Beim für uns alle wichtigsten Spiel muss auch der beste Support her. Das bedeutet die Betonung jeder Menge Antipathien für die Gegenseite, wir wollen aber unbedingt unser Team siegen sehen und sollten die Unterstützung nicht vernachlässigen!"

 

Die Betonung von Antipathie, wird in meinem Fall auch eine Betonung bleiben und ich hoffe, dass viele der Anwesenden im Stadion das genauso handhaben werden. Aus meiner Sicht durfte Arminia sich lange Zeit und in jeder Lage besonders seiner Fans rühmen. Wenig Gewalt, viel kreativer Support! Lokal Crew und Co haben einiges für die Stimmung im Stadion sowie für das Bielefelder Fan-Image getan und ich bin mir sicher, dass man sich das am Samstag nicht nehmen lassen wird, zumal viele – darunter auch ich – den Ursprung der Rivalität allenfalls aus Erzählungen kennen.

Rivalitäten entstehen ja eh oft dann, wenn sich zwei Vereine besonders ähneln und nach Alleinstellungsmerkmalen suchen. Davon kann zwischen Prxn und Arminia jawohl keine Rede sein. Es dürfte direkt beim Anblick des Stadions deutlich werden, wer vor wenigen Jahren Bundesliga gespielt hat und wer zur gleichen Zeit in der Oberliga herumgekrochen ist. Nach Anpfiff wird dann hoffentlich auch deutlich, dass beide Seiten den Weg, der sie zu diesem Derby geführt hat, wieder rückwärts antreten werden.

Eigentlich hat uns Münster also gar nicht zu interessieren. Wir „ziehen das Ding“ (Fabian Klos), feiern ein wenig und fahren nach Hause! Is´ja nur Fußball...

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Schweigepause

Nachdem besonders auf den Kommentarseiten der NW völlig zu Recht kritisiert wurde, dass Arminia in dieser erneut sehr prekären Lage eine ziemlich beunruhigende Sprachlosigkeit an den Tag legt, ist der DSC nun bemüht entgegenzusteuern.

Über die NW meldet sich Marcus Uhlig:

"Wir bitten die Fans um Geduld. Wir sind aber nicht tatenlos, wir müssen die Situation nur genau analysieren. Das ist für viele ein unbefriedigender Zustand, doch wir dürfen uns keinen weiteren Fehlgriff erlauben. Der nächste Schuss muss sitzen."

Interpretation: Es soll offensichtlich einen neuen Trainer geben.

 

Auf der Arminia-Homepage meldet sich das Präsidium mit relativ unübersichtlichen Sätzen, deren Inhalt ich einfach versuche richtig zu interpretieren.

Die Trainerfrage und die Bemühungen um Neuzugänge ist völlig überraschend eine Frage des Geldes:

„Eigene Spielräume sind kaum gegeben. Gleichzeitig ist der DSC Arminia auf das außerordentliche Wohlwollen und die Geduld seiner Vertragspartner und Sponsoren angewiesen.“

Angst machen kann der erste Absatz der Stellungnahme, der die vergangene Saison in Erinnerung ruft, in der „mit großem externen finanziellem Engagement ein kompletter personeller Neustart des DSC Arminia zur sportlichen und finanziellen Stabilisierung unternommen“ wurde und durch den dennoch ein „zusätzlicher Finanzbedarf“ entstand.

 

Weiter geht’s hier mit:

„Die aktuellen Zielsetzungen werden durch die Notwendigkeit bestimmt, den erhöhten Finanzbedarf für die laufende Saison zu decken und gleichzeitig mindestens den Klassenerhalt zu erreichen. Außerdem gilt es, einen realistischen Geschäftsplan für 2012/2013 vorzubereiten.“

Interpretation: Der aktuelle Etat reicht offensichtlich auch ohne Trainerentlassung und Neuverpflichtungen erneut nicht aus, da natürlich wieder mal deutlich weniger Zuschauer im Stadion sind als angenommen.

"Wir bitten somit um Verständnis, dass wir eine Diskussion zu aktuellen Positionen und den Anstrengungen oder zum allgemeinen Projektstand nicht in der Öffentlichkeit austragen."

Das ist eine Arbeitsweise, an die man sich beim DSC erstmal gewöhnen muss, die man aber eigentlich nur begrüßen kann.

Alles zusammengefasst, sehe ich die wenigen Aktivitäten trotz akuter Notsituation nun darin begründet, dass hinter den Kulissen gerungen wird, ob man der Arminia den Genickschuss gibt oder aber sie doch noch einmal vom Sterbebett zur Intensivstation umbettet.

Einiges davon hätte man sich sparen können, wenn man sich frühzeitig trotz aller Schuldenberge rund um´s Stadion in Erinnerung gerufen hätte, dass es sich bei Arminia Bielefeld um einen Sportverein handelt, dessen Einnahmensituation hauptsächlich an den sportlichen Erfolg gebunden ist.

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DSC-Profis überraschen Arminis

(So gestern eine Überschrift auf der Arminia-HP, die man gut und gerne auch folgendermaßen ergänzen könnte:)

In einem kurzfristig angesetzten Trainingsspiel kamen Arminias Profis zu einem klaren 11:0-Erfolg gegen die vereinseigenen Arminis. Damit setzten die Profis zumindest ihre Glückssträhne in Testspielen fort und bleiben abseits von Pflichtspielen weiter unbesiegt.

Die 30 Trainingskiebitze an der Friedrich-Hagemann-Straße staunten nicht schlecht als bereits nach 40 Sekunden eine verunglückte Rzatkowski-Flanke in Richtung Arminis-Tor segelte. Torhüter Timmy (9) strecke seine 150cm-Körperlänge vergebens – der Ball schlug für ihn unhaltbar im Toreck ein. Die Arminis wurden überrascht und kalt erwischt.

Beflügelt von diesem Blitztreffer schienen sich die Profis nun den Ligafrust von der Seele zu spielen. Die Offensivbemühungen wurden von Minute zu Minute mutiger, auch der Torlos-Verteidiger Schuler setzte Akzente im Spiel nach vorne. Besonders beeindruckend war sein 70 Meter-Sololauf in der 14. Minute: Aussichtslos verfolgend, versuchte ein Rattenschwanz kleiner Knirpse sich an Schulers Fersen zu heften. Erst ein beherzter Einsatz des leicht übergewichtigen Sören (11), der sich zwischen die Beine Schulers warf, verhinderte wohl das Tor des Jahres. Der anschließende Freistoß des Testspielers Heithölter hätte daraufhin fast für einen Spielabbruch gesorgt. Heithölters wuchtiger Linksschuss blieb in der 8 Kinder starken Mauer der Arminis hängen, die dem Aufprall des Balles nicht Stand halten konnte und gänzlich zu Boden ging. Den Nachschuss brachte Eric Agyemang aus dem nun völlig verwaisten Strafraum sicher im Tor unter.

Aufgebrachte Eltern vom Spielfeldrand unterstellten Heithölter Absicht, schließlich bringe es der größte Spieler im Kader der Arminis auf gerade einmal 160cm. Es dauerte ein paar Minuten bis sich die Gemüter beruhigten und der letzte Armini wieder aufrecht gehen konnte, ehe es weiter ging. Doch die Unterbrechung änderte nichts an den Kräfteverhältnissen auf dem Platz. Besonders in den Zweikämpfen war ein Klassenunterschied unübersehbar.

Erneut Rzatkowski mit einem Kopfball aus dem Stand sowie Patrick Schönfeld und Tom Schütz mit jeweils einem Doppelpack schraubten das Halbzeitergebnis noch auf 7:0 in die Höhe.

Lasse, der 10-jährige Hoffnungsträger im Sturm der Arminis, wurde vom mittlerweile bundesweit bekannten Rauhbein Thomas Hübener derart eingeschüchtert, das ihm keine Aktion gelingen wollte. Trainer Lohmann reagierte in der Pause und versuchte die Unbekümmertheit der kleinen Sina (8) für den zunehmend verängstigten Lasse in die Waagschale zu werfen. Außer einem Distanzschuss, der etwa zwei Meter vor Patrick Platins zum Liegen kam, blieben die Arminis aber auch in der zweiten Hälfte chancenlos.

Interimstrainer Stefan Krämer wechselte jetzt fleißig durch, so dass der Spielfluß etwas verloren ging. Allein Onel Hernandez, dessen Antritte für die Arminis in keinster Weise zu verteidigen waren, hätte mit starken Einzelleistungen das Ergebnis noch um eine Turmlänge ausbauen können. Auch angesichts der zunehmenden Lustlosigkeit des Gegners beschränkten sich die Profis nach den Toren von Appiah, Demme und zwei Mal Hernandez jedoch darauf den sicheren Vorsprung zu verwalten.

Besonders bitter für die Arminis: Noch nach Spielschluss verletzte sich Kapitän Petrick (9) am Sprunggelenk, als er im getauschten Torwarttrikot von Keeper Platins auf selbiges trat und umknickte. Er droht für das Herbstfest der Arminis auszufallen.

Nach dem Spiel zeigte sich Stefan Krämer zufrieden mit der Leistung seiner Elf: „Wichtig ist mir einfach, dass die Jungs den Spaß am Spiel zurückgewinnen. Deshalb auch heute dieses Testspiel. Ich freue mich, dass wir so viele Tore erzielt haben. Das gibt Mut und Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben.“

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"Ralf Schnitzmeier sagte mir, ich könne froh sein, wenn ich hier kostenlos hospitieren dürfe."

Zitat von Rüdiger Kauf, gefunden in der Sport Bild vom gestrigen Mittwoch.

Auch wenn nun wirklich wenig Geld da ist, so scheint es doch Kräfte im Verein zu geben oder gegeben zu haben, die von Rübe nicht viel hören wollen. Ein weiterer Beitrag von Johnny Dresden erscheint angebracht. Nach Typen wie Matze Hain, Petr Gabriel, Radim Kucera und auch Jörg Böhme, darf nicht auch noch Rübe vergessen werden, wo eh nur noch wenig Identifizierungsangebote seitens Arminia geschaffen werden.

Ein weiteres O-Tönchen zum Wutaufstauen kommt von R.K., bekannt als Gallionsfigur der Osttribüne:

"Aufgrund des Lärmschutzes und um wettbewerbsfähig zu bleiben, war die Tribüne notwendig - und sie war durchfinanziert. Die Leute, die nach mir nachfolgten, waren nicht in der Lage, die Besonderheiten des Fußballgeschäfts zu bewältigen."

(SportBILD)

Ahja. Rolands Wege zur BILD waren schon immer recht kurz.

Lichtblick: Mit Hermann Richter haben wir einen Borussen zum Arminen bekehrt. Allein weil wir ihn für uns ehrenamtlich arbeiten lassen. Zu hören ist das im NW-Videointerview, indem BWL-Professor Richter außerdem erklärt, er habe sich vor seiner Kandidatur in Blogs über die Stimmungslage bei Arminia informiert.

Darum an dieser Stelle: Beste Grüße und eine erfolgreiche Amtszeit.

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Aufgefallen: Sandhausener Lokale streichen Schnitzel von der Tageskarte.

Einen Monat vor Auszahlung der alten Fan-Anleihe, also ein Monat, in dem so viele Arminen wie möglich dazu bewegt werden müssen eine neue Anleihe zu zeichnen um die Lücke, die Sponsoren dann zu schließen haben so klein wie möglich zu halten, verliert Arminia Spiel für Spiel und füllt zudem noch die Klatsch-Seiten mit Bordell-Affären.

So schafft man sich kein Vertrauen und somit ist das, was heute passiert ist, keine große Überraschung. Ob es aber angemessen ist - wie es in einigen Foren überschwänglich praktiziert wird - darüber zu jubeln?

Bemerkenswert sind für mich nur diese beiden Zitate, die wie allerletzte Strohhälme klingen:

Gerry Weber

"Uns liegt OWL am Herzen, uns liegt Bielefeld am Herzen. Wir sind nun einmal Ostwestfalen, denen Arminia am Herzen liegt und die wollen, dass die Fans wieder hinter Arminia stehen"

 

Thomas Helmer

"Es ist eine ernste Situation, in der man sich am wenigsten über die Treue der Fans beklagen kann. Aber auch deren Leidensfähigkeit ist begrenzt. Deshalb brauchen wir einen Neuanfang. Der Verein muss in eine anständige Zukunft geführt werden."

(beide nw-news)

Und wer´s alles nicht mehr auf die Reihe bekommt:

Arminia spielt heute! In Sandhausen.

Meine Leidensfähigkeit lässt zumindest gegen Nachtruhe einen Blick auf den Videotext zu. Bis dahin: Augen zu und durch.

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