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Blutgrätsche

Arminia auf dem Schleichweg in den Lokalsport?

Die Zeiten wandeln sich.

Die Ewigkeiten, die vergangen sind seitdem wir die Bayern geradezu deklassiert haben, sind mittlerweile mehr als nur gefühlte Ewigkeiten. Heute stehen wir mit einem Bein in der dritten Liga (oder vor dem Nichts, wer weiß das schon?).

Mit dieser Entwicklung geht naturgemäß auch ein schwindendes öffentliches Interesse einher, das man nicht nur am Zuschauerschnitt festmachen kann.

Während Arminia sich im Internetauftritt der NW über zu geringe Aufmerksamkeit freilich nicht beschweren kann, dominieren auf den Sport-Seiten der Printausgabe zunehmend andere Themen.

Auch der bis dato klein gehaltene Nachbar aus Paderborn wartet nun häufiger mit Klatsch-Schlagzeilen auf, während Lienens Zahlenqualen auf die hinteren Seiten (gefährlich nah am Lokalsport) verbannt wurden.

Da aus dem Artikel kein sportlicher Bezug zur Überschrift hervorgeht, bleibt für mich als uninformierten Leser also die Erkenntnis, dass Philipp Heithölter offensichtlich beziehungstechnisch das Sagen zu Hause hat. Hut ab!

In Anbetracht dessen, dass Öffentlichkeit als Plattform für Sponsoren gilt und dafür jede "Info" Recht zu sein scheint, hätten wir vielleicht doch Lothar Matthäus verpflichten sollen.

Jeden Tag hätten Boulevard-Reporter und Fernseh"journalisten" von Taff, Switch, prominent!, red! und Co den guten Lothar vor der Schüco-Krone und dem Gerry Weber-Schriftzug interviewen können. Auch für die Oetkers wäre ein Engagement beim DSC attraktiver geworden, da das Argument mit Werbung im Fussball würde man die kochende Zielgruppe verfehlen so nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre.

Ob das wieder etwas ist, was man dem Arminia-Management ankreiden könnte oder ob Sponsoren doch auch etwas Wert auf die Qualität der Berichterstattungen legen, bleibt jetzt einfach mal außen vor...

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Noooon, je ne regrette rien!

Etwas getroffen hat es mich ja schon, was da heute auf diversen Arminia-Plattformen bekannt gegeben wurde:

Oliver Neuville hat sich mit Arminia Bielefeld einvernehmlich auf die Auflösung seines Vertrages zum 31. Januar 2011 geeinigt.

Gleichzeitig wurde eine sofortige Freistellung vereinbart. Die Initiative zu diesem Schritt ging von Neuville selbst aus, der zu Wochenbeginn das Gespräch mit Ewald Lienen und Ralf Schnitzmeier gesucht hatte. [Quelle: Arminia]

Jemand, der in einem WM-Finale für Deutschland aus 35m an den Pfosten schiesst und uns damit fast zum Champion gekürt hätte; wenn dieser Jemand dann sagt er spielt für Arminia; ja dann gehört sein Name aufs Trikot gebügelt.

Wenn der Pfostenknaller damals reingegangen wäre...über die Folgen brauchen wir nicht diskutieren, oder?

Dieser Abschied ist unrühmlich und seiner Karriere wohl nicht angemessen. Irgendwie sehe ich es aber als meine Pflicht an, Folgendes zu seiner Ehrenrettung hinzuzufügen:

"Gleichzeit räumte er allerdings auch selbstkritisch ein, dass seine Leistungen bisher nicht die Erwartungen erfüllt haben und er der Mannschaft nicht wie erhofft helfen konnte."

Und noch ein positiver Aspekt sei hervorgehoben:

An alle Schweinsteigers, Riberys, Messis dieser Fussballwelt:

Die 10 bei Arminia ist wieder zu haben!

Und kommt mir nicht mit "Ich wechsel doch nicht in die Zweite Liga!" Habt ihr schonmal in einem WM-Finale an den Pfosten geschossen???

 

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"So einen Fussball hat so ein Publikum wie in Bielefeld nicht verdient!"

Baldo di Gregorio beweist nach Abpfiff, dass keinen Taten immer große Reden folgen.

Aber schade wäre es wirklich um das Bielefelder Publikum, das nächste Saison nicht mal die Dritte Liga, geschweige denn Ascheplätze in Diebrock verdient hätte.

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Hat eigentlich wer mal was von Tristesse und verpuffter Euphorie gefaselt?

Et hätt doch noch immer jott jejange!

  • Der neue Schatzmeister Andreas Erdmann legt einen furiosen Start à la Hans-Hermann Schwick hin und verspricht:

"Die Saison ist durchfinanziert. Bis zum Serienende gibt es keine Finanzprobleme."

  • Und zu guter Letzt verkündete die Studierendenschaft der Uni Bielefeld als erstes Resultat der Studierendenvollversammlung vom Nachmittag:

"Die Studierendenschaft der Uni Bielefeld fordert die Abschaffung des Kapitalismus."

Zack die Bohne, da ist sie doch wieder!

Die Aufbruchstimmung! Und das wieder sooo passend vor dem nächsten Heimspiel!Danke.

 

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„Es kann nicht sein, dass eine andere Mannschaft mehr kämpft als wir.“

besinnt Ewald Lienen nach dem Satz mit X in Oberhausen sich selbst und unsere Jungs aufs fußballerische 1x1 und beschwört die Klassiker-Tugend „Erstmal über den Kampf ins Spiel finden“.

Jawohl. Von mir aus. Alles, was Recht und billig bezahlbar ist. Piss-Pott-Schritte zum Erfolg. Und Freitag gegen Fortuna.

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Neunte Pleite! Wenn Roland nicht wär, hätten wir gar nix mehr zu lachen...

o-3, Ziege weg! Irgendwie ist sein Scheitern zu bedauern. Er hat sich nie versteckt, ist nie ausfallend geworden, hat sich voll und ganz mit der Situation identifiziert und scheinbar auch im Jugendbereich mitgeholfen an den richtigen Rädern zu drehen. Selten gab es einen Trainer für den ich so gehofft habe, dass er den Bock noch umstoßen kann.

Allerdings: eine kontinuierliche Entwicklung, mehr Stabilität oder Spielideen waren im Laufe der Zeit nicht zu erkennen. Stattdessen stehen da Trostlos-Vorstellungen  wie gegen Paderborn und Union. Am Ende bleibt die Frage, wie einer der vielen Trainer-Kandidaten die Mannschaft wieder aufrichten will oder ob es nicht doch ein reines Qualitätsproblem ist.

Ach... und dann war da ja noch was! Arminias Bemühungen den Vorstand aus Duisburg sicher zurück nach Herford zu kriegen.

»Wir haben Sie mit Karten für die Loge in der Ebene 4 der Schüco-Arena ausgestattet. Dort sind alle Vorkehrungen für Sie getroffen. Sie dürfen davon ausgehen, dass Sie empfangen und auf Ihre Plätze geleitet werden. Wir bitten um Verständnis, dass wir im weiteren Verlauf des Spiels von unserem Hausrecht Gebrauch machen. Wir können Ihnen nicht gestatten, sich durch Ausweis Ihres DFL-Ausweises frei auf dem Gelände der Schüco-Arena zu bewegen.« (Westfalenblatt)

Mit diesen  Zeilen wird nicht nur die Kategorie "Faxgerät" bereichert, sondern auch die Episode des Duweisstschonwer. Es ist die Vernunft, die mich daran hindert die Machenschaften dieses bedauernswerten und ständig ungerecht behandelten "Finanzfachmannes" flegelhaft zu kommentieren.

Nur so viel: Ich sehe hier keinen Bedarf den Ligavorstand anzurufen, um Demütigungen seitens des DSC anzuprangern und ich glaube er hat sich damit selbst keinen Gefallen getan. Peinlich kleinlich.

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Im Partnerlook mit Ewald

Ein interessanter Artikel aus dem Jahre 2003 von der Spiegel online-Redaktion, der hier nachzulesen ist.

Die gegenwärtige Gerüchteküche wirft ein interessantes Licht auf diese Aussage... Beide zusammen als Team, im selben Laibchen, in der selben Trainingsjacke, im selben Büro - eben im Partnerlook. Beide müssten sich dann die Haare wieder wachsen lassen, Ziege ohne (ist ja quasi im Namen enthalten) und Ewald mit Ziegenbart, und alles wäre perfekt.

Auch die Spieler müssten sich optisch verändern, vielleicht mit Porno-Balken über der Oberlippe und Minipli. Besonders bei Rübe und Morike sieht das bestimmt ganz brauchbar aus. Dann läuft es sicher bald wieder.

Ach, na ja... sind wohl nur ein paar wirre der Spielweise des DSC angepasste Gedankenspiele...

NACHTRAG: Habe gerade den neuesten Film über den "Hero of the world" gesehen. Es ist schon wieder Lohmann:
http://en.tackfilm2.se/?id=1288787576016ID937
(man beachte den eingeblendeten Schlusssatz am Ende des Clips - als wär´s für uns gemalt!)

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Gesucht: Wege zum Glück

"0:3 stand es da beim Gastspiel des MSV Duisburg auf der Bielefelder Alm, und ich wusste nicht, ob Tränen der Verzweiflung, Häme, Zynismus oder Stoizismus die passende Antwort auf diese Vorstellung waren. Stattdessen habe ich weiter zugesehen, wie ein ziemlich erbärmlicher MSV mühelos eine Arminia in Schach hielt, für deren Spiel mir das geeignete Attribut fehlt."

Häme, Zynismus, Stoizismus... oh, wie ich Peter Körte verstehen kann.

Als jemand, der sich einst durchweg als Optimist bezeichnet hat, verfalle auch ich jetzt in größte Skepsis, denn das Finanz-Credo der Arminia "Es kommt a) schlimmer und b) als man denkt" ist jetzt endgülitg auf den sportlichen Bereich übertragen worden. Man kann natürlich nach Montag versuchen jede Rosine aus dem Schmarrn  zu picken, man würde die Situation damit aber fahrlässig verklären. Anfangs der Spielzeit war uns allen bewusst, dass diese junge Mannschaft ihre Zeit braucht, um sich zu entwickeln. Spätestens nach dem verdienten Heimsieg gegen Ingolstadt durfte man sie auf dem richtigen Weg wähnen. Sucht man jetzt vier Spiele später nach Entwicklung oder Stabilität, findet man nichts.

Kopflose Bemühungen die Schmach der ersten Halbzeit auszubügeln, wurden Montag von wahrlich nicht überragenden Duisburgen kinderleicht gekontert. Eilhoff war es zu verdanken, dass die Gegentore vier und fünf nicht fielen. In den Duisburger Statements nach Abpfiff schwang offenkundig schon Mitleid mit; vielleicht die größte Erniedrigung für einen Sportler.

Natürlich muss man Leuten wie Gerry Weber oder Herrn Hindrichs zu Dank verpflichtet sein, dass sie die Arminia am Leben erhalten haben und mittlerweile auch Ämter besetzen. Doch neben all den vielen Millionen für Formel 1, Golf oder Bandenwerbungen in Erstligaarenen wäre es vielleicht notwendig gewesen einen kleinen Teil des Kuchens in die Qualität des Arminen-Kaders umzulegen. Mit den Vorstellungen der letzten Wochen möchte ich als Unternehmer jedenfalls nicht werben und wer sich zu dieser Region bekennt, der kann den drohenden Abstieg nicht begrüßen. Die vielen positiven Bewegungen um die sportliche Abteilung herum lassen hoffen, dass es Wege gibt.

Die Verantwortlichen, die jetzt die Wege aus der Krise finden müssen, sind aber auch nicht zu beneiden. In Mainz wird ein Jugendtrainer zum neuen Trainerstar, dessen Wechselmanöver jedes Spiel Früchte tragen und ein Eigengewächs entwickelt sich zu einem 11Mio €-Ertragsposten. Wem soll man es also verdenken auf Ziege gesetzt zu haben? Ein Mann mit großer Vita, der vor Tatendrang und Ehrgeiz im Sommer nur so strotzte? Wem soll man es verdenken konsequent auf junge, günstige Spieler gesetzt zu haben? Es ist eben schade, dass keiner von denen die Gunst seiner Stunde nutzen möchte.

Was wird jetzt passieren? Neuer Trainer? Wenn ja, wer? Neue Qualität für den Kader, der dann bald 40 Mann stark ist?

"Altverdiente" wie Ansgar Brinkmann, die nach nicht einmal 2 Jahren in Bielefeld als "Arminia-Legenden" hochzitiert werden, bieten nun allerorts Lösungen an. Aber Patentlösungen für diese Großbaustelle gibt es nicht. Es bleibt nur Glück wünschen und Daumen drücken, auf das ein geschicktes Händchen gefunden wird.

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Ziege für Arminia - ein Drahtseilakt

Über Arminias Twitterfeld bin ich auf einen sehr lesenswerten Artikel in der Frankfurter Rundschau aufmerksam geworden.

Ja, richtig gelesen: Frankfurt! Das Derby am Freitag, was wohl  zu den brisantesten unbedeutendsten Derbys im Lande zählt, wird offenbar trotzdem überregional wahrgenommen.

Der Artikel hat mir sogar so gut gefallen, dass die üblichen Verunglimpfungen wie "bettelarme Ostwestfalen", "ärmste Kirchenmaus im deutschen Lizenzfussball" oder "ostwestfälische Provinz" gar nicht ins Gewicht fielen.

Interessant ist vor allem zu lesen wie die Situation aus der Ferne eingeschätzt wird. Distanz trägt ja bekanntlich zu einer sachlicheren Analyse bei - so ganz ohne Emotionsgeschwafel.

Und so ist zu lesen:

"„Ohne Netz und doppelten Boden“, habe Ziege seinen Job angetreten, sagen nahe Beobachter mit Hochachtung."

Wohl wahr, wohl wahr. Man sollte nun wirklich nicht vergessen, dass unser Teammanager sich in den schwersten Stunden sofort bereit erklärt hat Arminia zu helfen, wenn jetzt so nach und nach in den lokalen Medien die kritischen Stimmen lauter werden. Denen entgegnet er übrigens Folgendes:

"Von seiner bereits halblaut kritisierten Maßgabe, „nicht unbedingt immer mit dem selben System“ in ein Spiel zu gehen, will Ziege nicht abgehen, es sei nun mal so, fügt er lakonisch an, „dass einem das in unserer Situation als Ratlosigkeit ausgelegt wird, während es bei Mainz 05 derzeit als Heldentat gefeiert wird“."

Nebenbei dürften sich auch Arminias Fans (also das WIR von UNS in DIR, oder so) über ein weiteres Lob freuen, das die Stadtgrenzen verlässt:

"Derzeit nimmt der Italien- und England-gestählte Ex-Profi die Fans als „unglaublich positiv“ wahr, „wir bekommen hier die volle Unterstützung, obwohl die Leute sehr viel mitgemacht haben.“ "

Nur am Ende wurde mir etwas mulmig:

" Ziege und Krücken planen die Zukunft der Arminia. Ob sie aber schnell genug sein werden, der Vergangenheit damit zu entwischen?"

Was soll da denn bitte mit gemeint sein? Klar werden sie das sein! Am besten schon in Paderboring.

Viel Glück, Herr Ziege!

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„Wir stehen mit anderen Vereinen wie Bielefeld, Bochum, Mainz, Freiburg oder Karlsruhe unter den mittleren 12 Clubs der 36 Profimannschaften in Deutschland. Für diese Teams geht es mal rauf und mal runter.“

Diese durchaus vernünftigen, nach kühler Kalkulation klingenden Worte, die jene Clubs beschreiben, für die Michael Meier mal den Begriff Borderline-Vereine geprägt hat, auf die ich über Santons Zweitliga-Zustandsbeschreibung imwesten.de gestoßen bin und die man unserer alten Geschäftsführung gerne mal um die Ohren würde*, diese Worte stammen... ääääh... *Augenreib*... sie stammen von unserer alten Geschäftsführung:

Kentsch weist darauf hin, dass die Höhe der Jahresmiete keine alleinige Entscheidung der Stadionprojekt GmbH, sondern eine Bedingung des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bürgschaft beim Bau des Stadions war. Fest steht aber: „Diese Summe wird auf Dauer in der Zweiten Liga nur schwer zu erwirtschaften sein“, weiß der Geschäftsführer und hofft, dass der Verein mittelfristig den Aufstieg in die Eliteklasse schafft: „Wir stehen mit anderen Vereinen wie Bielefeld, Bochum, Mainz, Freiburg oder Karlsruhe unter den mittleren 12 Clubs der 36 Profimannschaften in Deutschland. Für diese Teams geht es mal rauf und mal runter.“ [derwesten.de]

Als MSV-Fan müsste man sich spätestens jetzt ("auf Dauer in der Zwoten schwer zu erwirtschaften", "mittelfristig Aufstieg") ernsthafte Sorgen machen. Junge, Junge, Junge... Kann die Staatsanwaltschaft Bielefeld den Horst Schimanski nicht mal um Amtshilfe bitten...?

* ich überleg kurz, wo ich stehe und ergänze: nicht im vandalistischen, sndern so im rein metaphorischen Sinne selbstverständlich.
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