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Pausentee

Profifußball als inszenierter Lebensstil und ein Kultur-Euro namens "Fan-Abgabe" - Gedanken zum "Fall Pezzoni"

„Oha, als Journalist und Soziologe würde ich ja gerne auf den Link von Marcus Uhlig und deinen Kommentar antworten“ - durch diese Kurznachricht entwickelte sich eine spontane Diskussion unter unausgelasteten, fußballbegeisterten Politik-Studenten um das, was sich in Köln im „Fall Pezzoni“ zugetragen hatte.

Mit den Worten „Bislang das Beste - weil Differenzierteste - was ich in Sachen "Pezzoni" gelesen habe!“ machte Uhlig via Facebook auf einen lesenswerten Blog-Beitrag von effzeh.com aufmerksam. Er diskutiert Fragen der Verantwortung und Schuld, nimmt Fans, Vereine und auch Politik in die Pflicht, schiebt allerdings auch den „unreflektierten Medien“ eine gewichtige Teilschuld zu.

Mit der gemeinsamen Ansicht die Medien hier aus der Schusslinie nehmen zu wollen, entwickelte sich nun ein (Chat-)Gespräch, das – so unser Gedanke –vielleicht auch andere interessieren könnte. Und da wir unsere Gehirnzellen in den Semesterferien mal in Bewegung gesetzt haben, möchten wir das auch dokumentiert wissen ;-)

Jan: Profi-Fußball lebt von Fans. Fans bedeuten Geld. Wenn sich Vereine selbst zu einer Art Lebensstil stilisieren („Echte Liebe“, „Mia san mia“), dann machen sie das letztendlich aus wirtschaftlichen Aspekten. Und dann müssen sie in Krisensituationen auch damit rechnen, dass da Leute austicken, wenn "ihr Leben" davon abhängt. Da kann ein Verein noch so sehr um Fan-Projekte, Deeskalation und sonst was bemüht sein. Kernproblem ist die Kommerzialisierung des Sports. Zwar lässt sich prima über die Verantwortung von Profi-Vereinen diskutieren. Aber der so implizierte Anspruch, dass Vereine für aufgeklärte Fans sorgen müssen, kann nicht erfüllt werden.

Santon: Kommerzialisierung ist sicherlich ein Problem. Aber ich werfe mal die "Arminia-Perspektive" ein. Unter normalen Umständen wäre Arminia vor 2 Jahren insolvent gegangen und hätte unten wieder anfangen müssen. Das ist nicht geschehen, weil der emotionale Wert des Vereins zu groß für die Region war und Privatpersonen, Unternehmen etc. mit ihrem Geld eingesprungen sind. Hier fehlt die eigene Inszenierung. Das ist vielmehr als Auftrag zu sehen eine Geschichte weiterzuerzählen.

Jan: Im Prinzip hast du also eine Firma, die schlecht gewirtschaftet hat. Weil die Kunden aber alle so begeistert sind von den Produkten, die dort mal hergestellt worden sind, zahlen sie weiterhin Geld. Ohne Gegenleistung, nur in der Hoffnung, dass bald wieder ein gutes Produkt kommen könnte?

Santon: Ich weiß nicht, ob es das trifft. Ein vergleichbares, vermeintlich sogar besseres Produkt wäre ja im regionalen Umfeld schnell gefunden.

Jan: Ich führe hier mal ein Zitat von jeder Oma der Welt an: "Den Oetkerpudding haben wir immer genommen. Der andere ist zwar billiger (und genau gleich), aber der schmeckt nicht". Stichwort: Markentreue und Kommerzialisierung von emotionaler Bindung.

Santon: Eben. Diese Bindung kann auch ohne Inszenierung entstehen. Die Vereine wären natürlich schön blöd, wenn sie dem entgegenwirken würden. Sie gießen eher noch Öl ins Feuer. Das kann dann zwar eine von vielen Ursachen für den „Fall Pezzoni“ sein, aber nicht der Kern der Sache.

Jan: Aber daraus resultieren ja viele andere Sachen: Berichterstattung in den Medien und ihr gesellschaftliche Wirkung zum Beispiel. Natürlich kann man nicht sagen, dass Profi-Vereine schuld sind. Aus diesem ganzen Business entstehen einfach selbstbefeuernde Dynamiken, die nicht kontrollierbar sind. Und wenn so Schaden entsteht, wird versucht, das Ganze über Normen (Vereine appellieren an ihre Fans etc.) zu lösen. Und diese Normen sind letztlich willkürlich. Übrigens gibt es dieses Phänomen auch in anderen Gesellschaftsbereichen (Recht-Politik, Politik-Religion, Erziehung-Wirtschaft).

Santon: Und wie wäre das deiner Meinung nach zu lösen? Sollen Vereine aus dem Bewusstsein ihrer eigenen gesellschaftlichen Verantwortung heraus auf die Emotionalitätsbremse treten? Wäre das dann Prävention? Soll in Fanprojekten auf die Nebensächlichkeit des Fußballs hingewiesen werden?

Jan: Das ist ja der Witz an der Sache: Das ist nicht zu lösen.

Santon: Aber das wäre die Lösung in Utopia, oder?

Jan: So einfach kann man das, glaube ich, nicht sagen. Dass Profi-Sport entstanden ist, hat ja einen Grund. Aber dieser Komplex entzieht sich der systemeigenen Kontrolle. So arbeiten zum Beispiel Medien nur nach ihrer eigenen Logik. Genau wie der Profisport. Diese Ohnmacht der gegenseitigen Einflussnahme wird durch die Berufung auf Normen nur verschleiert, oder?

Santon: Dann wäre es aus Sicht der Vereine wohl ratsamer sich für den Ernstfall zu wappnen und sowas in Kauf zu nehmen bzw. Wege zu finden, die Akteure vor "Mobbing" zu schützen. Ganz pragmatisch.

Jan: Aber auch das können sie ja nur bedingt tun. Es werden immer wieder Situationen entstehen, bei denen jemand fragt: "Was macht der Verein?" Und die müssen wieder sagen: "Wir machen in Zukunft das und das." Oder nicht? Es entsteht sozusagen ein Kreislauf von Katastophe- Gesellschaftliches Echo- Normformulierung-Neue Katastrophe etc.

Santon: Ein Verein könnte sich aber Grenzen stecken und diese auch deutlich formulieren: "Wir können das und das im Bereich unserer sozialen Verantwortung leisten, aber das und das nicht mehr." Damit wäre man sogar verlässlich gegenüber staatlichen Institutionen und könnte automatisch andere Akteure in die Pflicht nehmen.

Jan: Und wo sind die Grenzen der sozialen Verantwortung?

Santon: Das ist vielleicht die falsche Frage. Man müsste fragen, wo für einen Verein die Grenzen der Machbarkeit liegen seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden.

Jan: Führt zum gleichen Ergebnis. Wo liegen die Grenzen der Machbarkeit? Fängt das damit an, dass man bei Fan-Projekten dabei ist oder dass alle Fußballfans nur noch nüchtern ins Stadion kommen? Alles halt schwer abzugrenzen.

Santon: Man könnte möglicherweise von allen Verein eine "Fan-Abgabe" verlangen. Ein ausgehandelter Prozentsatz des Vereinsumsatzes (der ja auch in einem gewissen Zusammenhang mit dem Fan-Aufkommen steht) müsste in Fan-Arbeit reinvestiert werden. Es wäre aus meiner Sicht nicht unverschämt das zu verlangen.

Jan: Ist eigentlich ´ne gute Idee. Ruft allerdings wieder Geschichten wie "Keinen Zwanni für´n Steher" auf den Plan. Denn der Verein wird seinen Gewinn wohl kaum dafür hergeben (siehe: Wirtschaftsunternehmen). Du siehst, die Komplexität des Fußball-Geschäfts ist kaum zu bewältigen ;-)

Santon: Die Vereine könnten aus meiner Sicht immerhin Verlässlichkeit gegenüber Anderen demonstrieren (auch gegenüber Rainer Wendt und seiner Polizeigewerkschaft). Öffentliche Einrichtungen, Sponsoren und Verbände wären vielleicht in die Pflicht genommen. Aber ja, wir können die Probleme hier nicht lösen :-)

 

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Arminia kann sich nur noch selber schlagen. Sagt der Kicker. Und die Soziologie. Und wir auch. Vielleicht.

"Die Blauen schenken den Arminen den Dreier" titelt kicker.de heute.

Huch! denkt da der geneigte Arminia-Anhänger, können die Blauen sich jetzt nur noch selber schlagen? Und: Wieso weiß der Kicker etwas, das wir selbst nicht glauben? Oder ist das fränkische Fußballfachblatt womöglich unter die Soziologen gegangen und will uns zeigen, wie Selbstreferenzialität geht?

Vermutlich schreibt kicker.de dann bald nur noch darüber, wie die Blauen Arminia schlagen, das gleichzeitig Bielefeld unterliegt, das wiederum den DSC besiegt. Und darüber, dass der Doppelpass ein soziales System ist (aber nur, wenn er klappt). Und benennen sich um in Halbvier, sozusagen.

Wo wir schon beim soziologisieren sind: Die NW bringt heute einen wunderschönen Kommentar eines 13-jährigen Arminia-Anhängers. Er wünscht sich von seinem Verein vor allem eins: Er möge ihn künftig noch besser darüber informieren, dass es den Schülerrabatt nur im Vorverkauf gibt. Na, wenn das keine Möglichkeit ist, um den Studierenden an der hiesigen, landesweit einzigen Fakultät für Soziologie anhand eines (lebens-)nahen Beispiels den Unterschied zwischen Information und Wissen darzulegen.

Aber wir schweifen ab. Und fremdreferenzieren dauernd. Dabei gibt es doch nur eins: Blog5. Denn eigentlich brauchen wir ja nur über uns selbst zu schreiben. Und insbesondere über diesen Beitrag. Also los, hier ist Platz:

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Arminia in Offenbach – Kaninchenzüchter on Tour?

Der Auswärtssieg in Offenbach war schön, aber dass er angesichts solcher Erfolge wie gestern gegen Paderborn so in Erinnerung bleiben würde, war nicht zu erwarten.

Die Anekdoten sind vielfältig, beschränken sich aber im Besonderen auf die Busfahrten. Nachdem wir nun wissen, dass die Mannschaft zwei Tage nach ihrer Rückreise den KSC rein ohne Restalkohol abgefertigt hat, kommen nun weitere Kuriositäten ans Tageslicht.

So fuhr ein prall gefüllter Fanbus von Bielefeld gen Offenbach. Fans, die ein Spiel in Offenbach unter der Woche besuchen, zählen zweifelsohne zu den treuesten der Treuen und haben einen weiten Erfahrungsschatz rund um Arminia und den Fußball. Man würde jedenfalls nicht vermuten, dass neun junge Zwergkaninchen als Hauptgesprächsthema der Hinfahrt her hielten.

Doch von vorne. Fan A erklärte sich gegenüber Freunden als Kaninchensitter während des Urlaubs bereit. Zwei Kaninchen, die in getrennten Käfigen gehalten werden, sollten fortan observiert werden. Fan A versteht diese Trennung nicht und will der Einsamkeit entgegentreten. Er entfernt ein Gitter und schafft gemeinsamen Wohnraum ohne allerdings beachtet zu haben, dass es sich bei beiden Mitbewohnern um Männlein und Weiblein handelte. Wenig später wurden aus zwei Zwergkaninchen nun elf Zwergkaninchen und es stellte sich die Frage: Was tun? Und wie erklären?

Und genau diese Fragen wurden im Bus nach Offenbach diskutiert. Von Verzehren über „bei eBay reinstellen“ bis einen Arminis-Streichelzoo eröffnen, war alles an Vorschlägen dabei.

Welche Lösung nun in die Tat umgesetzt wurde, ist unbekannt. Auch in diesem Fall zeigt sich Blog5 für eine Gegendarstellung offen ;-)

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FC Valencia Olé

Diese Vorbereitung hat es in sich. Vor allem organisatorisch. Durch EM-Frust und Finalfreuden unbemerkt, verabschiedeten sich die Arminen bereits ins Trainingslager nach Teistungen. Doch einer fehlte: „Du kannst in einem Trainingslager jeden ersetzen, aber nicht den Physiotherapeuten!“ (Uhlig). Michael Schweika wechselte nahezu unbemerkt nach Berlin. Auf Anraten der Hertha gar ohne sich abzumelden.

Die hinterlassene Lücke konnte Arabi über alte Aachener Kontakte noch rechtzeititg stopfen.

Nächstes Ungemach zog dann aus Schottland herüber. Wohl entgegen aller deutschen „Das wird schon gut gehen“-Erwartungen wird den Glasgow Rangers tatsächlich die Lizenz entzogen. Ein Deutschland-Trainingslager fällt somit natürlich genauso flach wie das geplante Testspiel auf der Alm.

Erst hatten wir Meppen, dann hatten die Dortmund und wir hatten Cloppenburg in Schwagstorf. Zwischendurch wollten wir Paderborn, aber die kommen lieber im Pokal.Dann hatten wir Glasgow und dachten „Yes“ bis uns über Nacht neue Optionen geöffnet wurden. Olé! Valencia kommt! Drittplazierter aus dem Schlaraffenland des Fußballs. Schade um Glasgow, aber am 25.7. steigt ein wahres Highlight.

Wohl ebenfalls unbemerkt blieb zunächst, dass dieses Testspiel bereits nach dem ersten Pflichtspiel stattfindet. Von Vorbereitung kann also eigentlich kein Gerede mehr sein, vielmehr ist es ein Bonbon für die Fans, was wir bei Möglichkeit auch wahrnehmen sollten.

Ein weiterer Leckerbissen steht schon Sonntag (übermorgen) an. Westfalenpokal gegen Münster! Finale dahoam. Eines jener Spiele, in denen nur drei Mal gewechselt werden darf. Es geht also um was! Mindestens um eine Zeile im Briefkopf! Alle, die da sein werden, dürfen Geschichte mitschreiben.

Ihr merkt´s: Die Fußballpause, die es nie gegeben hat, ist bereits vorbei.

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Mit Pudelfrisur nach oben!

Carsten ist Fan des 1. FC Saarbrücken und betreibt das „FCSBlog 2.0“, das sich im Wesentlichen von Blog5 nicht unterscheidet. Der Carsten hat aber ein deutlich interessanteres Projekt zur neuen Saison gestartet als blog5 es wohl jemals auf die Reihe bekommen hätte. Und zwar lässt er Blogger eines jeden Drittliga-Vereins im Hinblick auf die neue Saison zu Wort kommen, um sich auf das gemeinsame Kräftemessen einzustellen. Quasi ein Blogger-Sonderheft zur 3. Liga, das mit Sicherheit interessante und amüsante Sichtweisen der Konkurrenz offenbaren wird.

Schaut doch einfach mal im FCS-Blog vorbei!

Wir bzw. ich durfte heute den Stein ins Rollen bringen. Mit der freundlichen Genehmigung aus Saarbrücken könnt ihr daher auch hier das blog5-Interview nachlesen:

 

FCSBlog: Stellt Euch mal bitte vor!

Santon: Blog5 ist ein Sammelsurium von Liebes- und Leidensgeschichten aus dem nicht immer ganz leichten Alltag als Fan des ehemaligen Fußball-Bundesligisten Arminia Bielefeld. Nicht immer todernst, aber manchmal. Die Übergänge sind da verwirrend fließend.

Zeitgleich mit der Arminia-Krise wurde auch Blog5 ordentlich durchgerüttelt, aber wie der Verein, so können auch wir von uns behaupten: Blog5 lebt! Die Altvorderen sind in Teilzeit gegangen und neue „Autoren“ drangen nach vorne. Der Weg war das Ziel. Es musste weitergehen.

FCSBlog: Die -fast schon- etwas entschuldigende Frage zu Beginn: Das Unterzahlspiel 1986, die Relegation 1985 und letzte Saison das 0:4 zu Hause gegen Saarbrücken – beliebt wird der 1. FC Saarbrücken nicht mehr auf der Alm, oder?

Santon: Ihr seid ja nun nicht der erste Verein, mit dem wir Niederlagen assoziieren. Würden wir nach jeder Pleite neue Feindbilder aufbauen, wären wir ja verbitterte und vereinsamte Hinterwäldler. (..) Oh, einen Augenblick…

FCSBlog: Euer Trainer Stefan Krämer gilt nach seiner Erstlingssaison in Liga 3 als Wunderkind. Wie seht Ihr das?

Santon: Wir haben mehrere qualvolle Jahre ohne überzeugende Persönlichkeiten auf der Trainerbank hinter uns. Wir hatten ja nichts. Es gab niemanden mit positiver Ausstrahlung, der das Fanvolk hinter sich versammelt und gierig auf Erfolg ist. Stefan Krämer kann diese Sehnsüchte befriedigen – und zwar weil er das genaue Gegenteil eines Wunderkindes ist. Diese Pudelfrisur und seine unkonventionell offene Art sind ein Indiz dafür, dass unsere „Bosse“ den chemisch gereinigten Elfenbeinturm verlassen haben und sich hier demnächst sogar wieder Leute mit Dreitagebart bewerben dürfen.

FCSBlog: Bielefeld wird zwar offen aus unterschiedlichsten Gründen belächelt (wir lassen mal die Bielefeld-Verschwörung aus dem Spiel), hat aber stets sehr gute Fanmagazine und jetzt auch Blogs wie blog5 hervorgebracht. Woran liegt das?

Santon: Da regt mich ja die Frage schon auf. Was heißt denn hier belächelt? Humor und Kreativität sind doch nicht ausschließlich von Rheinländern gepachtet. Ich finde gerade ein Traditionsverein mit großer Familie sollte gute Fanmagazine und Blogs haben. Denn wenn die Spieler dann mal aus dem Haus sind oder es passiert irgendwas, dann haben wir immer noch unsere Fanmagazine und Blogs. Da haben wir was in der Hand und wir haben als Fans das Gefühl auf eigenen Füßen zu stehen. Da haben wir etwas Eigenes.

FCSBlog: Und was passiert diese Saison so auf der Alm?

Santon: Same procedure as last year: Wir stehen und sitzen dort, gucken in unsere kleine Stamford Bridge und verstehen nicht, warum man mit diesem Stadion 3. Liga spielen muss bis uns die niedere Spielqualität jäh aus allen Träumen reisst. Aber vielleicht machen wir ja doch noch einen Sprung nach vorne.

(Fragenblock!)

Wenn meine Mannschaft 2011/12 ein Film war, dann:

Einer mit vielen unbekannten Schauspielern, der aber wieder einmal genügend Dramaturgie bot. Von verruchten Ausflügen ins Rotlichtmillieu (Schnitzmeier) bis hin zur Wiederauferstehung (11 Spiele, 0 Siege), es war für jede Konfession etwas dabei.

Auf diesen Verein freue ich mich 2012/13 am Meisten:

Irgendwie ja doch auf die Preußen, dann ist die Hütte wenigstens voll.

Auf diesen Verein freue ich mich 2012/13 überhaupt nicht:

Ich kann mir Namen so schlecht merken…

Wer steigt 2012/13 höchst wahrscheinlich in die 2. Liga auf?

Einer der drei Absteiger bestimmt. Der Rest der Liga kommt für alles in Frage – die 3.Liga hab ich persönlich noch nicht verstanden.

Und wer muss ab in eine der gefühlt 26 Regionalligen?

Einer der drei Aufsteiger bestimmt. Der Rest der Liga kommt für alles in Frage – die 3.Liga hab ich persönlich noch nicht verstanden. (Ich wünschte ich könnte besser antworten.)

Moderne Fußballarena oder Betonschüssel mit Flair?

Sind viele der modernen Fußballarenen nicht Betonschüsseln, denen Flair angedichtet wird?

In zwei Jahren ist die 3. Liga...

…für uns hoffentlich kein Thema mehr.

Relegation ist ja...

… kein gewaltverherrlichendes Synonym für Frustbewältigung.

Andere Fußball-Blogs sind...

…nicht anders, nur besser? :-)

Wenn Fußball nicht mein Sport wäre, dann...

…hätte ich als Politikstudent ja noch mehr Zeit über Sinn und vor allem Unsinn nachzudenken.

 

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Finale ist Standard - für Bielefeld!

Nach einem 2:1 gegen Braunschweig und einem 1:0 gegen Halle hat das Herrenteam der Bielefelder Universität nach der Vorrunde nun auch die Zwischenrunde überstanden und sich für das Finale um die deutsche Hochschulmeisterschaft qualifiziert.

Was das hier soll? Nun ja, angeführt wird die Truppe von Ex-Nationalspieler und Ex-Armine Tobias Rau und im Mittelfeld läuft der Studentennationalspieler und in dieser Saision treffsichere Armine Johannes Rahn auf. Zudem hat Arminia Daniel Barton und Nico Schneck (den Beinahe-Siegtorschützen in doppelter Unterzahl gegen Osnabrück) für die Uni-Spiele freigestellt. Zur großen Freude von Trainer Heiko Lex: „Das ist nicht selbstverständlich!“

In der Endrunde, die am 26. und 27. Juni bestimmt in Schwagstorf stattfinden wird, trifft Bielefeld dann auf Osnabrück, Freiburg und Karlsruhe.

Wer Probleme damit hat sich auf dieses große Turnier zu freuen, das heute angeblich in Polen beginnen soll und ohne Arminen stattfindet, sollte also die Uni-Meisterschaft verfolgen. Und wen das als Bielefelder immer noch nicht genug umgarnt, sollte die U12-Arminis im Blick behalten. Mit Trainer-Granate(a) Fabio, zwei Siegen im Elfmeterschießen in Achtel- und Viertelfinale und letztlich einem 1:0 gegen Hertha BSC im Finale qualifizierten sich diese als deutsche Vertretung für das Weltfinale des Danone-Nations-Cup. Schirmherr ist Zinedine Zidane und gespielt wird in Warschau. Und zwar auf keinen Nebenplätzen, sondern genau dort wo Polen heute die EM eröffnet.

Piękne lato!

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Erstreckend lahm

Es war eigentlich ein Versprecher eines Kollegen, aber aus einem „erschreckend“ ein „erstreckend“ lahm zu machen, beschreibt die aktuelle Lage rund um Arminia und die 3. Liga im Allgemeinen wohl am besten.

Wer in der Unentschieden-Orgie die Berichterstattung von Westfalenblatt und NW genauer verfolgt hat, wird den ersten kleinen, unterschwelligen Konflikt zwischen Journalisten und Trainer ausgemacht haben. Das aus vielen Remis keine Siege wurden, ärgert beide; aber die Entwicklung der Mannschaft bereitet den Journalisten deutlich mehr Kummer. Sie ärgern sich vermutlich ob der mäßigen Offensivleistungen und vermissen die tollen Spiele vom Ende der Rückrunde.

Stefan Krämer hingegen ist zufrieden und sprach am Wochenende davon, dass er stolz auf seine Mannschaft und ihren Einsatz sei. Jeder von ihnen habe es verdient ein Spieler von Arminia zu sein.

Krämer ist das abzunehmen. Der Einsatz stimmt und nach katastrophalen Leistungen in der Defensive hat sich die Hintermannschaft stabilisiert. Arminia zu schlagen, ist für jede Mannschaft in der Liga sehr schwer. Der Trainer kennt aber auch das Leistungsvermögen seiner Jungs und weiß damit besser als wir alle, dass es für keinen Spitzenplatz reichen wird.

Auch wenn im zweiten Teil der Rückrunde vermeintlich leichtere Gegner warten und eventuell wieder mehr Siege herausspringen: es fehlt die Perspektive. Und das macht die 3. Liga „erstreckend lahm“.

Zu Erstligazeiten würde Platz 12 ein freudiges Dauergrinsen und Kieferschrägstellungen hervorrufen, in der dritten Liga bleibt der Mund wegen Langeweile geschlossen. Zu beliebig sind die Gegner, von denen man meist weder Trainer noch Spieler kennt. Zu eintönig ist die Stimmung im Stadion, weil ein mitgereister Gästeanhang meist per Handschlag zu begrüßen ist. Noch dazu spielt Arminia beim Trainingsauftakt vor mehr Zuschauern als bei einigen Auswärtsspielen.

Als i-Tüpfelchen der Spannungslosigkeit erweist sich dann auch noch die Tabellenkonstellation der Liga. Oben Aalen und Sandhausen, unten Jena, Bremen II und Oberhausen – die Abstände sind wie in Stein gemeißelt. Auch das Portal „Liga3-Online.de“ sucht mittlerweile verzweifelt nach Spannung.

Journalisten, die für jeden Aufreger dankbar sind, werden dann wohl unruhig.Fans, deren Leidenschaft von der Hoffnung lebt noch was reißen zu können, werden gelangweilt.

Schuld an Allem ist die Liga. Nix is´ gut in Liga 3!

Und darum dreht sich die derzeit größte Spannung um die Frage, ob Arminias Klinkenputzerei in der Wirtschaft erfolgreich genug sein wird, um in der nächsten Saison eine Mannschaft mit Aufstiegshoffnungen ins Rennen schicken zu können. Viel länger als zwei Jahre hält Arminia diese Liga nämlich nicht aus!

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Calli, wat mähs de do för en Stuss?

Es ist bekannt, dass Reiner Calmund mittlerweile auch abseits des großen Fußballgeschäftes allerlei Geschäftsideen für den schnellen Euro entwickelt. Der gute Calli ist sogar schon bei der WOK-WM gestartet und hat sich dort zum hilflosen Maikäfer Hugo gemacht. Nach Abspecksoaps mit Extremsportlernmusikern auf VOX folgt jetzt ein Buch zum gleichen Thema: "Eine Kalorie kommt selten allein."

Heute Abend gibt er dazu in Bielefeld eine Lesung inklusive Talk – denn ohne Talk ist Calli nicht zu kriegen.  Diese Veranstaltung war bekannt, darauf konnte man sich einstellen.

Was nun aber momentan in der Schüco Arena passiert, ist undurchsichtig und war so vorher nicht angekündigt. Calli grüßt auf Facebook aus unserem Stadion und lässt ein Bild posten, das uns allen nicht gefallen kann.

[Bild: Reiner Calmund - Facebookauftritt]

Was wir dort sehen, hat Skandalpotential: Ein voll besetzter VIP-Raum, Calli am Podium und mächtig viele GRÜNE SCHALS.
Ist Calli Opfer einer böswilligen Preußen-Intrige geworden? Oder hat er sich gar von den Herrschaften aus Telgte für einen Pre-Derby-Streich schmieren lassen? Warum funktioniert die Eingangskontrolle nicht? Ist Pyrotechnik anwesend?

Wir bleiben da dran und behalten es uns vor eine rigorose Putzkolonne mit Kehrblech, Stiel und Besen vorzeitig einmarschieren zu lassen, um die Alm steril zu halten.

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Neues vom Wandervogel

Mit jedem Jahr, in dem es für Arminia tiefer nach unten ging, verschwanden auch zunehmend wundervolle Arminia-Rubriken aus den lokalen Printmedien.
Dass die „Promi-Box“ sich schon ab der zweiten Liga nicht mehr für die NW gelohnt hat, ist nachvollziehbar. Der Glamour-Faktor gegen den FSV Frankfurt oder Greuther Fürth pendelt sich ja doch eher auf Dschungelcamp-Niveau ein.
Bei einer derart emotionalen Vergangenheit, in der die wildesten Trainer und Spieler für Arminia gearbeitet haben, ist der Wegfall der Rubrik „Neues vom Ex-Arminen“ aber eher schwer zu verkraften.

Zwar entgeht niemandem auch nur eine Bewegung von Ernst Middendorp in Afrika und sogar jedes überflüssige Wort von Ansgar Brinkmann ist es wert genug gedruckt zu werden, aber auf so ein wunderbares Fundstück wie heute im Westfalenblatt mussten wir lange warten.

Erhan Albayrak spielt jetzt für den FC Sylt! Und damit nicht genug: Morike Sako soll folgen. „Er hofft noch auf etwas Größeres. Aber am Ende wird er wohl doch zu uns stoßen.“, wird Sylt-Mäzen Volker Koppelt zitiert und beweist damit einmal mehr die Affinität der Insulaner für Natur und Umwelt. Mit Wandervögeln kennen sie sich bestens aus, haben doch einige von denen im letzten DSC-Zweitligajahr so gespielt, als hofften sie noch auf etwas Größeres.

Die exklsuiven Sylter lassen den FC Sylt übrigens nicht auf Sylt, sondern nur auf dem Festland spielen, weil sich der FC originär leider nicht auf Sylt gegründet hat. Dieses und anderes unnötiges Wissen könnt ihr dem originellen Artikel im Westfalenblatt entnehmen.

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Bielefeld ist "In" ! Aber sowas von!

...und das in einer Zeit, in der „unsere geliebte Arminia und damit auch Bielefeld drohte, für immer in der Versenkung zu verschwinden“. Mischa Sarim-Vérollet machte dafür in seinem annekdotenreichen  berlinerischen Bielefeld-Rückblick 2011 vor allem Rapper (oder Popstar?) Casper verwantwortlich, der „unsere Heimatstadt auf die Landkarte“ setze. „Für immer. Danke dafür.“

Während Casper nachgesagt wird aus Bielefeld emporkommend durch seine Texte den Nerv einer neuen jugendlichen Generation getroffen zu haben, wird die TAZ noch deutlich radikaler und ruft aus: „Be first, be Bielefeld“!

Bielefeld sei „Vorreiter für allerlei Trends“ und Berlin als Epizentrum gesamtdeutscher Kultur damit nur ein bis ins „Maßlose und Professionelle“ übertriebener Auswuchs Bielefelds. „Wer Berlin verstehen will, muss Bielefeld studieren“, so die These.

Der Indoor-Campus der Universität stehe beispielsweise symbolträchtig für das Zeitalter der Einkaufspassage und die Tatsache, dass mit Niklas Luhmann einer der weltweit bekanntesten Soziologen sich hier niederließ sei ein Beleg für die große Kommunikationsbereitschaft der Bielefelder. Zugegeben: dem sturen Ostwestfalen zu unterstellen er kommunziere „wie verrückt“ klingt hanebüchen.

Aber egal: Endlich einmal irgendwelche Indizien dafür gefunden zu haben, dass die Hauptstadt auf uns, das „westdeutsche Provinznest“, guckt und nicht umgekehrt, war Anlass genug die Botschaft in die ostwestfälische Welt zu tragen.

Und so erzählte ich einer Freundin davon: „Hast Du´s schon gehört?? Die Berliner kopieren uns!“

Ihre Reaktion war genauso trocken wie verblüffend: „Wie? Spielt die Hertha mittlerweile genauso schlecht Fußball? Oder haben sie schon wieder Wichniarek verpflichtet?“

Niemand würde ihr nachsagen sie sei fußballerisch besonders bewandert, aber für solche Seitenhiebe reicht ihr Fachwissen. Rotzgöre!
Am liebsten hätte ich ihr einen Artikel der WELT über das Suchen und Finden der Liebe entgegengehalten, sie wüsste ja gar nicht was sie da sagt, sie müsse offener sein, sich mehr überraschen lassen und es sich vor allem mit Arminia-Fans ja nicht verscherzen.
Ich tat es nicht, sie hätte es falsch verstehen können. Wie wäre es auch angekommen, wenn ich ihr als Stromberg guckender Armine berichtet hätte, dass die WELT-Autorin Nicola Erdmann sich eben NICHT gedacht hat ´Scheiße, ein Stromberg guckender Arminia-Fan!´ und somit doch oder gerade deswegen zu ihrem großen Glück gefunden hat?
Ja, Stromberg guckende Bielefeld-Fans („auch von der Stadt, nicht nur vom Fußballverein!“) machen glücklich!

Der weibliche Teil Arminias weiß das schon längst. Für diejenigen, die weniger an Arminia interessiert sind, sich aber trotzdem auf dieses Blog verirrt haben, gilt:  santon@blog05.de :-)

Keine Angst. Ich bin Armine, offen für vieles und lasse mich gern überraschen: die neueste Stromberg-Staffel steht beispielsweise noch nicht in meinem Regal...

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