Stadien unserer Jugend
Das Leben ist eine Baustelle
Verfasst von Hippo am 2. März 2010 - 11:52.
Ihr Arminen der Welt: Schaut auf diese neue(!) Pauli-Tribüne (welche früher übrigens noch die Gästetribüne war): Oben Sitzplätze, unten ein paar Reihen Stehplätze (nach meinem Geschmack zu wenig, aber immerhin). Sieht auf den ersten Blick auch unter Finanzierungs-Gesichtspunkten ganz attraktiv aus. Ob das mit unten Steh- oben Sitzplätze später auf jeder Seite
so aussieht?
Wir werden es erfahren, wenn St. Pauli keine Baustelle mehr ist

und wir irgendwann mal wieder in die zweite Liga absteigen müssen. Denn so viel ist nach dem Spiel am Sonntag klar: Wir werden den Klasssenerhalt doch nicht schaffen und Pauli alleine in der zweiten Liga zurücklassen...

...dachte ich nach Abpfiff der super ersten Halbzeit. Die zweite Halbzeit, eingeleitet durch eine von gegenseitigen Sympathiebekundungen geprägte Matze-Begrüßung,

erinnerte mich dann an die ersten Halbzeiten der vergangenen Spiele. Insbesondere Arminias Fähigkeiten zum schnellen Umkehrspiel (in der BRD auch "Konter" genannt), welche in einem solchen Spiel von besonderer Bedeutung sind, sind erschreckend unausgeprägt.
Doch ich will nicht nur meckern: Etwas ist auf der Baustelle Arminia dann immerhin doch fertig geworden: nämlich die letzten Minuten irgendwie über die Runden bringen zu können (man erinnere sich ans Rostock-Spiel). Besondere Verdienste hat sich in diesem Zusammenhang Rübe erworben. Zum ersten Mal hatte ich eine Ahnung davon, was es bedeutet, wenn man sagt, ein Spieler habe sehr viel Erfahrung: Großartig, wie er mit feinstem Klein-Klein-Spiel, kurz ausgeführten Einwürfen sowie durch Anschießen von Pauli-Spieler-Schienbeinen den Ball immer wieder ins Seitenaus beförderte - das alles erinnerte mich an ein Spiel gegen Dortmund damals, in welchem Arminia und insbesondere auch Rübe das schon mal so praktiziert hatten. Den Rest haben Dennis

und tags zuvor Buttermaker erledigt - und nicht der Schiri, wie es Holger Stanislawski abends im NDR-TV mit ziemlich dick aufgetragenem Zynismus unterstellte, was Matze glücklicherweise richtigstellte.

"Der Schiedsrichter hat keine Schuld an dem Ausgang der Partie. Bielefeld hat es hier sehr gut gemacht - vor allem in der ersten Halbzeit", sagte der Schlussmann der Gastgeber, der von 2000 bis 2008 das Tor der Arminia gehütet hatte und 243 Ligaspiele für den Klub absolvierte. [welt.de]
Also:

...Arminias glorreiche Tage haben Sonntag begonnen, wenn die Jungs auf'm Platz die ersten Halbzeiten weiterhin nicht verschlafen, sie in den zweiten wachbleiben, zwischenzeitlich kein jähes Erwachen durch DFL-Punktabzug erfolgt und wenn alles Hätte, Wenn und Aber nicht wäre nur Gelaber.

Auf Sobald-Nicht-Wiedersehen: Baustelle St. Pauli. Auf Wiedersehen in einer knappen Woche: Baustelle Arminia.
111Freunde
Verfasst von Hippo am 27. Februar 2010 - 10:40.Clara Boie frage vor längerer Zeit auf Zeit-Online, was für Erfolge der "Vater aller Unvereine" Arminia Bielefeld denn schon zu verzeichnen habe. Wir haben ihr bereits mit Antworten (u.a. unsere Verdienste um die Ewige Bundesligatabelle) auf die Sprünge geholfen und wollen diese heute um eine weitere ergänzen. Wie es der Zufall will: Dabei hilft uns Zeit-Online:
Tatsächlich kommen die 11 Freunde aus der Fankurve. In den Neunzigern verkaufen Köster und Coddou vor dem Bielefelder Stadion ihr selbst gemachtes Fanzine. Das Stadion heißt Alm, das Fanzine: Um halb vier war die Welt noch in Ordnung . Vorbilder sind Millerntor Roar und Übersteiger, Poesiealben von Fans des FC St. Pauli. (...)
Fünfzehn Jahre später spielt Philipp Kösters Lieblingsverein Arminia Bielefeld in der Schüco-Arena, und Um halb vier war die Welt noch in Ordnung heißt 11 Freunde . Auflage 60.000, Tendenz steigend. [zeit.de]
Schon seit zweieinhalb Jahren klebt im Blog5-Seitenkopf dieses "Offizieller Partner"-Ding. Ich weiß gar nicht, welche Ausgabe damals die aktuelle war, mittlerweile haben sie jedenfalls die

erreicht (dieses Jubiliäum ist auch Anlass für den oben zitieren Zeit-Online-Artikel). Wenn der Offizielle Partner 100 wird, ist es Ehre, Verpflichtung und Vergnügen zugleich, Gratulation! zu sagen.
Die Würdigung in jenem Zeit-Online-Bericht schließt übrigens mit folgender lustigen (oder traurigen?) Anekdote:
(...) meint Philipp Köster »Mir hat neulich ein junges Mädchen gesagt: ›Auch wenn das HSV-Stadion jetzt HSH Nordbank Arena heißt, für mich bleibt es immer die AOL Arena.‹« [zeit.de]
Wenn das Arminia-Stadion irgendwann Digitalkombinat-Arena heißt, werden die jungen Mädchen der Zeit nachtrauern, als sie noch "Schüco-Arena" hieß...
Heute wird ein guter Tag.
Verfasst von Sascha am 19. Februar 2010 - 14:19.Freitag. Endlich Freitag. Ich schließe das Büro ab. Stapfe durch den schmelzenden Schnee und versuche die alberne Alliteration in meinem Kopf zu vergessen ("Freitag, Frühling, frische Luft"). Der schwarz-weiß-blauen Schal um meinen Hals. Gegen Duisburg. Zur Alm. Zu Arminia.
Überlege unterwegs, ob Aufstiegstrommler Diddy und die Bielefelder Rapper /Arminia-Fans "Pimpulsiv" wohl gute Freunde werden, jetzt wo Diddy frisch zu denen nach Enger gezogen ist. Ob Guela wohl auf "Christlichen Rap" steht? Egal. Zur Alm. Zu Arminia.
Denke an Hippos kleine Spitze gegen den Tagesspiegel und Kirschneck's empörendes Erlebnis in Rostock („Wie kann man eigentlich Arminia-Fan sein?“). Was für eine unsagbar naive Frage. Und als ob Finanzkrise N°212 daran etwas ändern könnte. Zur Alm. Zu Arminia.
Mit kalten Fingern tippe ich noch ein paar gönnerhafte SMS mit Inhalt "Arminia" an die Kurzwahl 31000. Sehr kreativ! Freue mich auf Wintereinkauf Touré und die 2 Schuler-Tore. Biege jetzt von der Wittekindstraße rechts in die Rolandstraße.
Sehe den ersten Flutlichtmast.
Geil.
Zur Alm. Zu Arminia.
Mitte der Zwanziger, war'n wir noch wer: Die Jenny Elvers der Fußballvereine
Verfasst von Hippo am 24. Januar 2010 - 11:40.Gestern Abend, als ich den Schlafrock bereits angezogen, den Rechner aber längst ausgeschaltet hatte, kam mir wie aus dem Nichts die Frage in den Sinn, was für eine Stadt Oberhausen denn wohl sei. Ich wisse ja gar nix darüber - daß es dort das CentrO und Gasometer gibt und ich dort bereits war, hatte ich - wohl müdigkeitsbedingt - nicht auf dem Schirm. Daran wurde ich erst jetzt während der Lektüre des Wikipedia-Eintrags zu Oberhausen erinnert.
Na ja, wenn man schon mal da ist, kann man auch schnell dem Link auf Rot-Weiß Oberhausen folgen und wenn man sich dort rumtreibt auch grad noch dem auf das Stadion Niederrhein. Und was lese ich dort?
Eingeweiht wurde das Stadion am 28. Februar 1926 mit dem Spiel Duisburger Spielverein - Arminia Bielefeld.
Also ich wusste das nicht. Jaha, damals, Mitte der Zwanziger, war'n wir noch wer! Die Jenny Elvers der Fußballvereine sozusagen: Nicht nur gern gesehener Premieregast in einzuweihenden Stadien, sondern 1925 bekanntlich auch die Attraktion der ersten Rundfunkübertragung eines Fußballspiels.
Obwohl, schreibt einestages.spiegel.de:
Wie viele Hörer zu Allerheiligen anno 1925 vor den Empfängern saßen, als Radiopionier Ernst zur Fußballpremiere im Äther bat, ist nicht überliefert - sehr viele werden es kaum gewesen sein. Schließlich übertrug Ernst NUR das Oberliga-Spiel Preußen Münster gegen Arminia Bielefeld [einestages.spiegel.de; Hervorhebung nicht im Original]
Nun gut, ich sach's ja: Die Jenny Elvers der Fußballvereine...
Tja, und so wie Jenny Elvers sich nicht lange auf dem "Wetten dass...?"-Sofa halten konnte und sich irgendwann mit dem ZDF-Fernsehgarten zufriedengeben musste, so müssen wir heute am Sonntagmittag um 13.30 Uhr ran. Ich werd' mich nie daran gewöhnen...
...und mach mich jetzt mal auf den Weg.
"Was haben DJ Ötzi und Daniel Halfar gemeinsam?" Mir fällt jetzt nur der Geburtstag ein...
Verfasst von Hippo am 7. Januar 2010 - 16:51.Was twittern Die_Blauen?
Was haben DJ Ötzi und Daniel Halfar gemeinsam? Beide spielen auf der Alm - und haben heute, am 7. Januar, Geburtstag. Glückwunsch, Daniel!
Ich hab mich mal genauer erkundigt: Im Gegensatz zu Daniel Halfar steht DJ Ötzi mit seinem 39sten Geburtstag kurz vor der Midlife Crisis, über die man ihm spätestens zum nächsten runden Geburtstag mit dem Angebot einer Ehrenmitgliedschaft etwas hinweghelfen könnte. Auf die eine Ehrenmitgliedschaft rechtfertigende Gemeinsamkeit (Alm) wird oben ja zurecht hingewiesen...
...obwohl: Daniel Halfar / Arminia spielen doch in der "Schüco-Arena"?!
Nachtrag: Was für Musik DJ Ötzi wohl in der Midlife Crisis macht? Mmmh, vielleicht nimmt er ja zusammen mit Coldplay oder Portishead Platten auf und geht mit ihnen anschließend auf Tournee...
Worüber soll man sich noch aufregen?
Verfasst von Hippo am 5. Dezember 2009 - 11:32.Über den Typen, der auf dem Weg nach Düsseldorf auf Saschas Wagen aufgefahren ist? Nein, glücklicherweise keine Personen zu Schaden gekommen, der Wagen dem ersten Eindruck nach nur sehr leicht und der Typ hat bzgl. der Schuldklärungsfrage keinen Ärger gemacht.
Ok, Sascha war gestern trotz der Situation noch sehr entspannt, aber wenn erstmal die Telefoniererei mit den Versicherungen und das Zur-Werkstatt-Gerenne losgeht, wird sich das vielleicht ändern.

Darüber, daß man, wenn man intuitiv zum falschen Eingang läuft, einen Riesenumweg latschen rennen muss, um zum direkt benachbarten richtigen Eingang zu kommen? Nein, etwas Bewegung kann nicht schaden.

Darüber, daß man wegen dieser ganzen Umstände den Anpfiff verpasst hat? Nein, man musste ja das 1:0 für Düsseldorft nicht über sich ergehen lassen.
Darüber, daß Arminia die erste Halbzeit verpennt hat? Nur etwas, denn sie haben ja in der zweiten Halbzeit super gespielt und die erste mehr als wieder gutgemacht.
Über den Schiri? JA!!!
Mein erstes Mal mit Arminia…
Verfasst von Kim am 22. September 2009 - 10:21.Als glücklicher Blog5 Praktikant erhielt ich letzte Woche die ehrenhafte Aufgabe hier über mein erstes Mal mit Arminia zu berichten. Genauer gesagt mein erstes Mal mit Arminia in einem Fremdstation, denn zweimal hat mich die Arminia schon auf der Alm empfangen.
Es fing alles mit der überflüssigen Entscheidung an nicht im Sonderzug zu fahren, denn es stellte sich später heraus, dass unsere Regionalbahn der Sonderzugersatz war. Nun denn, es wurde sich mit der Situation und vielen eifrigen Arminiafans angefreundet, welche einem exzellenten erste-Klasse-Versorge-Service in nichts nachkamen (»Peeeteeer!!!« – »Jaaa?« – »Wir brauchen Alkohoool!!« – »Kommä!«).

In der Ruhrpottstadt angekommen wurde der Mob durch ein Spalier von Sicherheitspersonal geleitet, man kam sich vor wie bei einer Gefängnisüberführung. Wie dem auch sei, zwei Würste später war man im Stadion und erfreute sich der optimistischen Athmosphäre.

Die Arminen zeigten wahrliche Zuneigung zu ihrem Lieblingsverein in Formen wie »Geh doch da hin du Arschloch!«, »Spiel du Weichei!« oder »Mach doch mal da was!«. Gerne benutzt wurde auch die Universalphrase »Penner!«.
Ich gebe zu, in den ersten 30 Minuten war nicht die Frage, welche Manschaft denn besser, sondern welche blöder ist und den ersten Ball reinlässt. Wer das war, wissen wir ja inzwischen alle :)

Nun, die Beschimpfungen nahmen ab und man wusste, der Sieg ist nah! Nach dem exzellenten Treffer von Kirch fand sich Arminia auf einer wahren Erfolgswelle wieder, Federico (»Frederiiiicooo«) tütete noch die letzten zwei Tore ein. Superb. Die Torchancen Duisburgs konnte man dabei an zwei Fingern abzählen.


Dann waren die 90 Minuten um und hunderte glückliche Arminen trotteten gen Heimat. Darunter auch ich, glücklich, dass mich Arminia nicht im Stich gelassen und mir gezeigt hat, dass sie mich mag.
Danke!
Die Bielefelder Fans brauchen mehr Stehplätze
Verfasst von fetzordie am 10. Februar 2009 - 13:13.Wieso geht eigentlich in Schwicks Schädel nicht rein, dass die Bielefelder Fans mehr Stehplätze brauchen? Er wundert sich tatsächlich immer noch, warum die Hauptribühne immer leer ist...
Ich kenne so viele Leute die gerne noch auf die Alm gehen würden - auch mal einfach spontan ohne sich Tage/Wochen vorher um Karten zu kümmern oder sich eine Dauerkarte anschaffen zu müssen. Die Mehrheit savon sind allerdings Studenten und die können sich nunmal keinen Siztplatz leisten, sei es auf der alten oder neuen Hauptribühne.
Bielefeld besitzt nunmal nicht so viele Fans mit dickem Portemonaie. Die haben wir schon längst an Clubs wie Schalke, Dortmund etc verloren. Die fahren schön alle zwei Wochen dahin anstatt sich das Gekicke auf der Alm zu geben.
Aber ist die Lösung? BLock J zur Stehplatzkurve umfunktionieren? Damit bekommen wir evtl. mehr Leute auf die Alm, aber die neue Tribühne bleibt trotzdem leer.
Die letzten Spieltage haben gezeigt, dass auch Arminia schönen Kombinationsfußball spielen kann. Hoffen wir, dass das auch andere Leute erkennen und sich das "Erlebniss Fußball" auf der guten alten Alm mal geben.
[Kommentar von Blog5-Leser fetzordie]
"Wir haben ja nicht mit den Totenschädeln gespielt!"
Verfasst von Sascha am 27. Oktober 2008 - 11:08....empört sich Dennis Eilhoff ("Rückhalt des Tages") im WELT-Interview zurecht - als Reaktion auf die Frage, ob es nicht ein wenig "makaber" gewesen sei, mit seinem Fussballkumpel Martin Amedick in jungen Jahren am liebsten auf der Rietberger Friedhofswiese gekickt zu haben.
Zugegeben: Auch unsere Auslandskorrespondentin Sandra guckte bereits anno 2006 etwas irritiert als sie den beiden Burschen auf Delbrücks Katharienmarkt begegnete und Dennis von ihrem leicht nekroromantisch angehauchten Hobby berichtete (siehe Gesichtsausdruck links):

Egal: Glückwunsch auch von Blog5 zur bravourösen Leistung auf Schalke (nach teils herber Kritik in den Spielen zuvor) an unseren wohl treuesten Arminen - wechselte Dennis doch schließlich bereits als 14-Jähriger zum DSC.
Nachtrag:
Schöne Schlagzeile und schickes Foto auch auf bild.de:
BieleHELD Eilhoff: "Auf diesem Friedhof wurde ich Torwart".
Begeben wir uns nun auf eine wunderbare Zeitreise
Verfasst von Hippo am 17. Oktober 2008 - 16:18.Stefan Hübner ist, wie es auf thor-waterschei.com heißt,
Betreiber der bemerkenswerten wie Ernst Middendorp-affinen Internetseite Jahrhunderttrainer.de.
und lässt die 28 Jahre, die er als Arminia-Fan auf dem Buckel hat, nochmal Revue passieren. Wir erlauben uns, den letzten Absatz seiner Zeitreise zu zitieren:
(...) Bundesliga ist zwar schön, aber ich denke immer öfter mit Wehmut an vergangene Tage, wo man in Bocholt im Dauerregen stand, in Osnabrück verkohlte Bratwürste serviert bekam, in Salmrohr kaum den Ort finden konnte, in Essen schon 10 km vor der Stadt von der Polizei kontrolliert wurde, in Münster erst zur 2. Halbzeit ins Stadion kam, weil 5.000 Bielefelder für einen 30 km Stau auf der B 64 sorgten, in Verl eine Dreistufen-Tribüne vorfand, in Duisburg den Zebra-Twist nicht mehr aus dem Ohr kriegte, usw. usw. Das alles wird uns in der Hochglanzarena zu Wolfsburg nächste Woche sicher nicht passieren. [thor-waterschei.com]




