Stimmen zum Spiel

Sokrates über Arminia

Man kann nicht behaupten, daß sich unsere schwarzweißblaue Herzensangelegenheit irgendwie zum Nerventonikum eigne. Auf und nieder immer wieder, wie soll man da als Fan noch einen klaren Kopf bewahren? Wie hat es der Krämer mal gesagt: „Die perspektivischen Betrachtungen müssen aber realistisch bleiben.“. Ja,  krieg‘ das mal hin. Wie sollen wir denn in der Emotion des Abstie...Augenblicks gleichzeitig perspektivisch und realistisch sein? Kein Meckern mehr? Keine Durchhalteparolen mehr? Hierzu ist folgendes vom Philosophen Sokrates (469 – 399 v.Chr), dem ersten Klugscheißer mit Arminia-Dauerkarte, überliefert:

„Das einzige, was man will, ist ein kleines bißchen Gewißheit. Daß der Elfmeter drin ist. Daß das Spiel gewonnen wird. Daß Punkte eingefahren werden. Daß Arminia drinbleibt. Aber man weiß es vorher nicht. Und weil man es nicht weiß, sucht man sich seine Schlußfolgerungen. Aus dem Anlauf des Schützen. Aus dem Spielverlauf. Aus der Aufstellung. Aus Einzelpersonen. Aus Artikeln, in denen ein kreativer Reporter aus sechs im Vorbeigehen dahingeworfenen Trainerworten (‚Wir werden eine offensivere Grundordnung spielen‘) einen 200-Wörter-Artikel machen muß und gar nicht anders kann, als zu spekulieren. Aus diesem kleinen bißchen Wahrnehmung zieht man Schlüsse. Und an die Schlüsse glaubt man, eben weil man Gewißheit will. Oder Allgemein:

Wir wissen nicht, was wir wissen wollen, aber weil wir wissen wollen, was wir wissen wollen, stellen wir das, was wir nicht wissen können, als das dar, was wir wissen wollen, um zu wissen, was wir wissen wollen.“

Möh. Ich geh Eis essen. Und dann stelle ich meinen Balkon rein.

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"Die sind marschiert wie die Geisteskranken."

ist Stefan Krämer schwer begeistert von seiner Mannschaft nach dem leistungsmäßig überzeugenden Heimspielauftakt gegen Union Berlin.

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Götz Alsmann, bald gibt's Backenfutter!

Blog5 hatte die große große Ehre, für Arminia erneut den Fragebogen zum 11FREUNDE-Sonderheft 2013/14 auszufüllen:

Die neue Saison könnte legendär werden weil... sich vermutlich schnell herausstellen wird, ob Trainer Stefan Krämer das aufstiegseuphorisch gestochene knapp 1,25 m² große Arminia-Tattoo auf seiner linken Brust noch bereuen muss.

Wenn ich an die vergangene Saison denke... sehe ich Teufelskerl und Feierbiest Patrick Platins, wie er auf dem Bielefelder Rathausbalkon WDR-Mikrofon und Weizenglas zunehmend miteinander verwechselt.

Wenn ich hektisch mein Schweizer Nummernkonto leerräumen muss... kaufe ich für 55 Mio. Givanildo Hulk von Zenit St. Petersburg, den Stefan Krämer mutmaßlich mit den folgenden Worten dankend ablehnen wird: "Ich brauche keinen Spieler, der den großen Zampano macht und keinen Star, der hier mit seinem Kulturtäschchen unterm Arm ankommt."

Mein schlimmster Albtraum: Das 0:4 bei Prxxn Mxnstxx auf der Pressetribüne miterleben zu müssen. Das ganze Stadion tanzt, Götz Alsmann klatscht grinsend, nur Radiolegende Uli Zwetz und wir sitzen. Leise schluchzend.

Meine Klatschpappe benutze ich beim nächsten Stadionbesuch... als kostenloses Backenfutter für den zuletzt in seinem fabrikneuen Prxxn Mxnstxx-Schal durch den VIP-Bereich stolzierenden Götz Alsmann.

Mein Verein muss an den DFB Strafe zahlen, weil... ich das schon ernst gemeint habe. Weil ich das nächste mal ohne lange zu fackeln Götz Alsmann mit meiner Klatschpappe eine ordentliche Ost-West-Kombination verpassen werde. Piffpaff!

11FREUNDE Arminia Bielefeld 2013 2014

Mein unrealistischer Fünfjahresplan: Baum pflanzen, Bikinifigur, Kate Middleton von Prinz William loseisen, Haus bauen, Kind zeugen, DFB-Pokal gewinnen.

Meine Helden der vergangenen 2 Jahre... können nur Wunderheiler, Messias und Hobby-DJ Stefan Krämer (“Der Hexer am Plattenteller”) sowie das 1,36m große Kopfballungeheuer Sebastian Hille sein.

Unser aktuelles Trikot ist... endlich wieder mit dem Bundesliga-Logo bestickt.

Auf diese Schlagzeile warte ich schon seit Jahren: Sepp Blatter und Roland Kentsch gestehen ihr Glück: “Denkt doch, was ihr wollt! Wir lieben uns!”.

Diesen Fußball-Twitteraccount habe ich immer im Auge: Fussball gegen Nazis @FussballggNazis

Fußball gucke ich am liebsten... wenn das Flutlicht im Glanze brüht.

Relegationsspiele sind super... solange wir nicht mitspielen müssen.

Die Zweite Liga verlässt nach oben: K’lautern, D’dorf, K’öln.

Die Zweite Liga verlässt nach unten: Sandhausen, Aue, Ingolstadt.

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In The Year Twenty Five Fifty One

if Arminia is still alive...

Eine Sportzeitschrift gefunden von meinem Freund Benno beim Friseur in Thailand im Mai 2013.

Jetzt die Preisfrage - was sagt (der doch im Jahr 2551 bestimmt schon bei den Senioren spielende) Altintop zu seinen Mitspielern auf dem Bild?

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Eine kurze Lanze für den VfL

Bei all dem Freudentaumel muss eine kurze Lanze für den VfL Osnabrück gebrochen werden.

Unser Fußballnachbar droht im Falle des wahrscheinlichen Nichtaufstiegs im Chaos zu versinken und führt damit vor Augen, was den DSC vielleicht in diesem Fall erwartet hätte. Einige interne Problemen der Lilaweißen scheinen hausgemacht. Der Rücktritt von Pele Wollitz hat das eindrucksvoll gezeigt. Der VfL ist aber auch ein Opfer der defizitären Pleiteliga 3.

In der letzten Saison hatten die beiden Direktaufsteiger nach 38 Spieltagen 66 bzw. 64 Punkte. Der VfL wäre mit 70 Punkten nach 37 Spieltagen jetzt schon Meister. Nach so einer Saison mit leeren Händen dazustehen, ist verdammt bitter.

Pele Wollitz hat mit wenig Geld eine erfolgreiche Truppe zusammengestellt und die Region ist genauso fußballverrückt wie Schwarzweißblau. Die Duelle beider Clubs werden mir sehr fehlen. Und das nicht nur, weil ich mit dem Rad zur Bremer Brücke fahren konnte, sondern weil die Spiele sportlich rassiger waren als gegen Telgte.

Der VfL steht jetzt ungefähr da, wo Arminia 2011 stand. Und weil man weiß, wie sich das anfühlt, haben Fans und Mitarbeiter mein solidarisches Mitgefühl. Ich hoffe für den VfL auf den Relegationsplatz und ein Wiedersehen in Liga 2.

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"Das ist für mich der ostwestfälische Jürgen Klopp!"

versucht sich Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen an einem mehr oder weniger gelungenen Kompliment in Richtung Stefan Krämer.

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Wir sind 2. Liga!

Genießen wir aufstiegstrunken doch noch kurz folgende kleine Pressereaktionssammlung und prüfen, ob sich da möglicherweise eine gewisse Synonym-Schnittmenge ergibt:

"Die Traditionsvereine Karlsruher SC und Arminia Bielefeld kehren in die 2. Fußball-Bundesliga zurück." (WELT)

"Zwei Traditionsmannschaften sind zurück in der Bundesliga - wenn auch nur in der zweiten." (Spiegel Online)

"Die 2. Bundesliga bekommt in der Spielzeit 2013/14 zwei Traditionsklubs zurück." (Kicker)

"Die ehemaligen Bundesligisten Karlsruher SC und Arminia Bielefeld..." (spox.com)

"Traditionsverein Arminia Bielefeld" (Reviersport)

"Zwei Traditionsklubs sind zurück" (Süddeutsche)

"Die Zweitliga-„Dinos“ Karlsruher SC und Arminia Bielefeld..." (Liga-Zwei.de)

"Die Traditionsvereine" (sport1.de)

"Traditionsclub" (stern)

"Die Traditionsvereine..." (RP Online)

Sehr schön! Und jetzt nochmal alle zusammen:

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"Der wichtigste Körperteil in den letzten drei Spielen ist der Kopf."

übersetzt Stefan Krämer intuitives Fußballwissen in Worte.

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Widder verloren?

Mitunter treibt die dritte Liga muntere Spielchen mit ihren Fans. Wobei, was heisst hier ihren Fans? Fan der dritten Liga ist man wohl eher selten, vielmehr ist man Fan seiner Mannschaft und nimmt daher die Ligazugehörigkeit irgendwie in Kauf. Dieses Phänomen kann natürlich auch in anderen Ligen beobachtet werden, kommt jedoch hier am deutlichsten zum Vorschein.

Arminias Spiel in Saarbrücken ist ein gutes Beispiel. Als eines der ersten Spiele der Rückrunde sollte es bereits im Dezember stattfinden, doch Schnee und Eis durchkreuzten diese Pläne. Und das gleich ein zweites Mal im Januar. Während in der ersten und zweiten Liga überwiegend auf einem grünen Teppich weiter gespielt werden konnte, fehlt in Saarbrücken oder an anderen exklusiven Orten der Liga die Rasenheizung.

Nun gut, geschenkt. Vorgestern, also im Februar, haben wir das Spiel ja nachholen können. Und wir haben es gewonnen. Warum griesgrämig sein?

Nicht zuletzt wurde es das schon erwartete Torfestival gegen den 1.FCS. Nach einem 0:4, einem 4:2 und einem 3:2 gab es nun wieder ein 4:2 aus Sicht des DSC. 6 Tore - da freut man sich doch auf die Zusammenfassung im TV!

TV? Wir wären dann beim nächsten Problem. Nachholspiele der dritten Liga bleiben vom Fernsehen weitestgehend unbemerkt. Im WDR war gar nichts zu sehen und in irgendeiner Sportschau im Ersten erst recht nichts.

Kurz bevor sich einige nun daran machten aus Bilderstrecken der NW oder dem Westfalenblatt ein Daumenkino zusammenzufügen, ertönte frohe Kunde aus dem Funkhaus des Saarländischen Rundfunk! Es waren Kameras vor Ort. Es existiert ein rund dreiminütiger Bericht!

Über die sozialen Netzwerke verbreitet sich der Filmschnippsel in Windeseile. Doch die Freude weicht dem Schock.

Schon die Ankündigung im Studio unter dem Slogan „Widder verlor“ schickt den Ostwestfalen gedanklich ins Tierreich. Einschlägiges Feedback auf Arminias Facebook-Präsenz: „Ich versteh nix, aber is' lustig. Ich hoffe sie konnten den Widder finden, den sie verloren haben.“

Es war der einzige Bericht über den DSC in Saarbrücken – und er war saarländische Folklore: „De Fans han die Flemm“. „Bisch dahin woar de Luginger zufridde!“. „Des Toar is füdde Klos nua Formsach!“.

Passend dazu einige Tore. Das 1:1 sowie das 3:1 gelangen nur unter gütigster Mithilfe der Saarbrücker, dazu noch ein Eigentor von Appiah. Man hatte sich mehr erhofft.

Vielleicht wäre das alles besser zu ertragen gewesen, hätte man sich im Saarland der Landessprache seines Nachbarn bedient. Ein französischer Kommentar hätte eleganter geklungen. Wir hätten uns bei einem wieder einmal starken Platööhn im Tor bedankt, hätten über Tore von Klo (stummes -s-) und Glasnööhr gejubelt, den schnellen Ille bewundert, uns an der Rückkehr von Übenöhr und Ornisch nicht satt gesehen und uns gefreut, dass sich beim Torschützen und Vorlagengeber Testroet an der Aussprache nichts ändert.

Morgen geht’s gegen Unterhaching. Bleibt zu hoffen, dass der WDR wieder im Stadion ist.

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