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Stimmen zum Spiel

Es müllert wieder beim DSC

Es gibt sie doch noch, die Nachverpflichtung. Es ist weder Benjamin Auer noch eine Rückholaktion von Marc Rzatkowski geworden. Heimlich, still und leise hat Arminia ein Comeback von Christian Müller realisiert.

Mit Christian Müller – U21-Nationalspieler, zwischenzeitlicher Bundesliga-Shootingstar – kehrt ein Stück der endlos schlechten Zweitligasaison 2010/2011 zurück nach Bielefeld.

Auch damals ging der Transfer von Müller während der Saison über die Bühne und leitete das kurze Inferno der Rückennumern über 40 ein. Am Samstag, dem 13.11.2010, war in der Frühstückslektüre zur Vorbereitung auf das Derby gegen Osnabrück von einem Neuzugang noch keine Rede. Kurze Zeit später im Stadion stand eine Nummer 42 in der Startelf und wurde wie der neue Trainer Lienen euphorisch begrüßt.

Bekanntlich konnten auch diese Beiden die unglaubliche Negativspirale nicht stoppen. Und dennoch ist Christian Müller mir positiv in Erinnerung geblieben. Neben den Dennebooms, Nibombés und Sakos war es nur allzu auffällig, wie sehr er um seine neue Chance im Profifussball kämpfte. Symptomatisch sein Auftritt am letzten Spieltag in Aachen. Arminia schon längst abgestiegen. Mit den Hufen scharend stand Müller am Spielfeldrand und erweckte den Eindruck als könne ihn gleich kein Regelwerk mehr daran hindern als 12. Armine das Spielfeld zu betreten.

Und tatsächlich: seine Einwechslung kippte das Spiel und er selbst besorgte das völlig wertlose, aber frenetisch gefeierte 1:1. In 20 Spielen für Arminia standen letztlich 2 Tore und 4 Torvorlagen für Müller zu Buche. Nicht unbedingt wenig bei nur 28 Toren.

Seinen Einsatz belohnte Pele Wollitz bei Energie Cottbus mit einem Einjahresvertrag, der allerdings nicht verlängert wurde.

Nun also wieder Bielefeld. Dieses Mal eine Liga tiefer, aber wieder mit einer hohen Rückennumer: die 37. Ich freue mich auf die ein oder andere linke Klebe à la Tarnat und glaube, dass dieser Rückgriff in die Vergangenheit sich zukünftig auszahlen wird.

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Die Scheune war offen und Arminia legte ein paar Brickets nach: Spitzenreiter!

Sieg in Erfurt. Krämer kann wechseln, wie er will: Seine Joker stechen. Und jetzt sind wir Spitzenreiter. Puuh! Das muss man erstmal sacken lassen.

Ohne Sky, ohne WDR und vorerst ohne bewegte Bilder nach Spielschluss helfen uns da nur ein paar verschriftliche Highlights. Aber die haben es in sich.

Hier die schönsten Szenen aus dem wirklich sehr amüsanten und empfehlenswerten Liveticker von nw-news.de:

13:49 In einem sind die Gastgeber dem DSC überlegen: Offenbar hat RWE fünf oder sechs Vereinshymnen. Eine nach dem anderen wird abgeklappert.

13:53 "Auch wenn es dir mal scheiße geht, wir stehen zu dir, weil's weiter geht". O-Ton Hymne Nummer fünf. Na denn...

13:55 So, auch das ist überstanden. Die Mannschaften warten in den Katakomben, gleich geht's los.

26. Minute: DA IST DAS DING! Arminia hat exakt 30 Sekunden gedrückt, jetzt die erste dicke Möglichkeit - prompt die Führung. Stephan Salger umkurvt halblinks den herauseilenden Rickert und schiebt souverän ein. 0:1 für den DSC!

27. Minute: Arminia erneut eiskalt, genau wie gegen Paderborn. Nicht lang gefackelt, gleich eingenetzt.

34. Minute: Freistoß Erfurt, linkes Strafraumeck...sofort rausgeköpft. Nachschuss aus rund 20 Metern - in die Wolken. Die Hausherren sind angeknockt. Arminia braucht den Lucky Punch, dann gehen hier zur Pause die Lichter aus.

42. Minute: Rudelbildung am Mittelkreis: Schütz fährt einem Erfurter rustikal in die Parade, mit offener Sohle. Sah böse aus, aber wer hier bisher gar keine Farben ins Spiel gebracht hat, kann hier auch nicht glatt Rot ziehen. Tut Schiri Kunzmann auch nicht: Gelb für den Arminen. Immerhin linientreu.

65. Minute: Immer wieder suchen die Arminen jetzt Klos, der vorne alleine lauert. Noch stellen die Gastgeber den Offensivmotor abseits. Noch. Irgendwann rutscht da mal einer durch. Steter Tropfen höhlt den Stein.

65. Minute: Nächste Auswechslung der Arminen, Klos (!) geht, Testroet kommt.

69.Minute: Wenn hier nochwas passiert, dann über eine Standardsituation. Spielerisch ist das eine mittelschwere Katastrophe, was die Gastgeber hier anbieten. 0:2 und die klappen hier zusammen. Testroet muss jetzt über einen Konter knipsen.

72. Minute: TOOOOOOR ARMINIAAAA ENDE AUS TESTROET MACHT DEN LADEN ZU!!!!

74. Minute: Platz ohne Ende jetzt für die Ostwestfalen. Normalerweise ist die Scheune jetzt offen, da muss der DSC noch ein paar Brickets nachlegen. Auflösungserscheinungen in der Erfurter Abwehr.

85. Minute: Stand jetzt ist Arminia sogar Tabellenführer. Hier spielt Ganz hinten gegen Ganz vorne

90. Minute: "Spitzenreiter, Spitzenreiter", hallt es jetzt aus der Bielefelder Fankurve.

Hut ab vor so viel Wortwitz noch während des Spiels. Heute abend noch ein nettes Pokallos und der Fußballsamstag ist perfekt.

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Die Nummer 1 in OWL

Um die Derby-Frotzeleien nach einem tollen Sonntag stilvoll zu vollenden:

Ich habe Uli Zwetz gestern in der Schlussphase kommentieren sehen. Und zwar mit einer Hand am Mikro und der anderen jubelnd zur Faust geballt in der Luft schwingend. Und das bestimmt nicht, weil das hier der Realität entspricht:

 

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Derby-Teasing!

Bevor ich eine schlechte Überleitung zum Pokalspiel gegen Paderborn einbaue, seien ein paar Auffälligkeiten des Zeigler-Clips genannt:

 

  • Arnd hat Recht. Die Ranzen sind wirklich cool.

  • Arnd hat Recht. Niemand möchte zum Arminia Bielefeld-Fan gemacht werden, denn wenn überhaupt macht Arminia Bielefeld dich zum Fan.

  • Was Arnd aber nicht erwähnt: Die Vereinswappen auf den Ranzen sind auch cool. Und ganz objektiv gesehen ist das Bielefelder Wappen tatsächlich das Schönste. Wer mag da ernsthaft widersprechen?

  • „Ein sauberer Schulhof, liebe nette kleine Jungs, die sich auf angenehme Weise die Zeit vertreiben“ - derjenige Journalist, der heutzutage eine Klassenkeile in diesem Ton kommentieren würde, stünde in Windeseile im Büro seines Intendanten.

 

Dass ein paar kleine Arminen das Schicksal eines kleinen Bayern-Fans besiegeln, welches er selbst kaum rührender hätte kommentieren können („Ich werd hier verprügelt weil ich Bayern München-Fan bin und die, die mich verprügelt haben, sind von Arminia Bielefeld. Und die wollen mich jetzt alle zum Arminia Bielefeld-Fan machen und das will ich nicht. Ich will bei Bayern München bleiben.“), ist nicht wieder gut zu machen. Als aufgeklärte Fans des neuen Jahrtausends gilt es sich von Gewaltakten dieser Art zu distanzieren. Die Vergangenheit holt uns hier ein.

Eine Vergangenheit, die unser Gegner vom Sonntag gar nicht erst besitzt. (Achtung: Das ist die schlechte Überleitung!) Von Schmitti Milse beim KSC-Spiel noch als „SC Paderborn 2007“ angekündigt, bahnen sich die „Domstädter“ (wuuhuuu, klingt nach Köln und Champions League doch nur 2. Liga) nun als Favorit ihren Weg nach Bielefeld. Wer damit nicht zurechtkommt, soll sich bewusst machen, dass die Paderborner „Dominanz“ in OWL über einen jahrzehntelangen Zeitraum betrachtet nur ein kleiner, schnell verglühender Funken sein kann. Möglich, dass der SCP angeführt von einem talentierten Arminia-Jugendspieler das Pokalspiel gewinnt. Möglich, dass sich Paderborn auch dieses Saison in der oberen Hälfte der 2. Liga etablieren kann. Sicher aber, dass all das nur Momentaufnahmen sind.

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2:2 Kruse (90.), 3:2 Klos (90 + 3.)

Es braucht nicht viel, um die Eindrücke eines Fußballspiels in einem Fernsehbericht derartig zu verzerren, dass am Ende annähernd nichts dem entspricht, was im Stadion zu sehen war. Die Rezeptur ist einfach. Der Saarländische Rundfunk hat sich ihrer bedient.

- Man streiche alle Chancen des ungeliebten Gegners, in diesem Fall Arminia, aus dem Gedächtnis und konzentriere sich des Ergebnisses wegen einzig und allein auf die Tore.

- Man lasse den Gegner in Interviews gar nicht erst zu Wort kommen, sondern die eigenen Jungs schwadronieren: „Wir rennen hier eine Halbzeit an und sind in der zweiten Halbzeit drückend überlegen.“ (Saarbrückens Tim Kruse)

- Man unterfüttere den selektierten Zusammenschnitt mit einseitigen Off-Kommentaren wie etwa „Die Saarländer kontrollieren die Partie von Beginn an.“ oder „Der FCS hatte die Gastgeber im Griff.“

In der dritten Liga sollte man zwar jede Form der Berichterstattung zu schätzen wissen, doch aus den wenigen Möglichkeiten ergibt sich zwangsläufig die Gefahr einer „Meinungsmache“ weniger Redakteure „unterworfen“ zu sein.

Und so überrascht es schon, dass ausgerechnet im FCS-Blog ein Fan der Saarländer sich kritischer mit seinem Team befasst als der TV-Journalist: „Erneut ließ er aber gerade in der Abwehrarbeit die Konzentration der ersten beiden Spiele vermissen und ließ sich oft weit zurückdrängen. Die Umbesetzung in der Innenverteidigung schien sich nicht auszuzahlen.“

Natürlich dürfen wir besonders nach den schwachen ersten 30 Minuten nicht so vermessen sein und den Last-Minute-Sieg vom Freitag als souverän oder hochverdient zu deklarieren, aber fairerweise sollte auch der Saarländische Rundfunk anerkennen, dass Herzkasper-Potentiale schon einige Zeit vor der Schlussphase bestanden. So hätte Fabian Klos nach Traumkombination über den starken Appiah und Hille bereits Mitte der zweiten Hälfte das 3:1 machen können. Wenig später war es Patrick Schönfeld, der nach ähnlicher Kombination das Tor aus zwei Metern eigentlich nicht mehr verfehlen konnte. Er schoss aber kunstvoll noch drei Meter drüber.

Und selbst noch nach dem 2:2, das zugegebenermaßen in den letzten zehn Minuten in der Luft lag, war es Tim Jerat, der abermals aus kürzester Distanz den Kasten verfehlte.

Das viel umjubelte 3:2 ist auch keineswegs als Zufallsprodukt zu sehen. Die Blauen hatten auch nach dem Ausgleich noch den Biss und den Willen das Ding noch zu holen. All das spiegelt sich in dem Tor wider: Nachdem der gute Freistoß bereits aus dem 16er herausgeköpft wurde, springt der kleine Riese heldenhaft dem Ball entgegen und bugsiert ihn irgendwie mit dem Rücken in den Strafraum zurück. Da sieht Tim Jerat ein, dass gegen Klos kein Kraut gewachsen war, lässt ihn knallen und der Rest ist einzigartig.

Tolle Dramatik! Tolles Ende! Glücklich sein und weiterfighten. Schon Mittwoch geht’s nach Offenbach.

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"Ich wage zu behaupten, dass bei vielen EM-Spielen keine so gute Stimmung war wie hier heute auf der Alm."

Jürgen Bergener, Live-Kommentator vom WDR beim Spiel gegen Aachen, zeigt sich beeindruckt von der Stimmung in Bielefeld und widerspricht damit ungewollt Alemannias Geschäftsführer Kraemer, der erst kürzlich aufgrund angeblich mangelnder Atmosphäre davor warnte  ein Saison-Eröffnungsspiel in Bielefeld auszutragen.

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Ein Pokal, ein Pokal – Trainer wir danken Dir

Die heutigen Vorkommnisse auf der Alm waren einfach zu sonderbar um im Blog unerwähnt zu bleiben. Das Spiel an sich verdient die Bewertung „besserer Vorbereitungskick“. Ehrgeiz war zu erkennen, spielerisch holperte es trotz lichter Momente noch ganz schön. Aber weil Patrick Schönfeld – von mir seit einigen Monaten „Zidane der dritten Liga“ genannt – elegant chippen und Marcel Appiah eine Etage höher springen kann als alle anderen, geriet der 2:0-Sieg gegen Preußen eigentlich nie wirklich in Gefahr.

So weit so gut. Kurios wurde es gegen Spielende mit der Durchsage, man solle doch bitte nach Abpfiff auf den Plätzen ausharren um der Siegerehrung einen würdigen Rahmen zu verleihen – Worte, die man so in Bielefeld nicht kannte. Mit großen Augen erwiderte mein Stehnachbar: „Ist gleich nicht Platzsturm? Ich wollt doch den Elfmeterpunkt.“ Eine Bielefelder „Fußball-Schande“ galt es zu vermeiden, also entgegnete ich ein Platzsturm sei im Protokoll nicht vorgesehen, die Jungs müssten schnell duschen und dann per Autokorso über Stapenhorst und Niedernwall zum Rathaus, wo sicherlich schon mehrere Zehntausende warten würden. Und so hielt sich die Begeisterung nach Abpfiff hinter Zäunen.

Das gellende Pfeiffkonzert für die Telgteraner, die sich sicherlich schöneres hätten vorstellen können als in Bielefeld als „2.Sieger“ geehrt zu werden, verlief erwartungsgemäß. Eine akustische Untermalung der Pokalübergabe offenbarte für den titellosen Arminen jedoch ihre Tücken. Selbst die härteste Fan-Kehle musste sich eingestehen, dass ein langgezogenes „Oooooh“ über zwanzig mit Plaketten auszustattende Profis nicht durchzuhalten ist. Hochrote Köpfe signalisierten den Wechsel zu rhytmischem Klatschen. Nach einigen Minuten war es dann soweit: Thomas Hübener streckte als DSC-Kapitän einen Pokal in den Himmel. Wow!

Man sehnte sich nach Standards wie Queen: „We are the Champions!“ Und sie spielten Queen. Wow! Sich zu „We are the Champions“ in den Armen zu liegen während ein Pokal in die Kurve getragen wird. Wow! Vor zwei Jahren hat man uns schon totgeschrieben – und jetzt das!

Am 12. August geht’s wieder von vorne los. In Petershagen-Ovenstädt. Yeah!

NACHTRAG

Wer sich wundert, dass Bundespräsident Gauck im Sommerinterview auf ZDF den Arminen nicht gratuliert hat: Das Ganze war eine Aufzeichnung.

Prominente Glückwünsche aus Berlin lassen dennoch nicht auf sich warten, wie etwa dieser Tweet von Casper belegt: „ARMINIA HAT DIE UNAUSSPRECHLICHEN WEGGEWICHST! glueckwunsch zum pokal!“

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Mit Pudelfrisur nach oben!

Carsten ist Fan des 1. FC Saarbrücken und betreibt das „FCSBlog 2.0“, das sich im Wesentlichen von Blog5 nicht unterscheidet. Der Carsten hat aber ein deutlich interessanteres Projekt zur neuen Saison gestartet als blog5 es wohl jemals auf die Reihe bekommen hätte. Und zwar lässt er Blogger eines jeden Drittliga-Vereins im Hinblick auf die neue Saison zu Wort kommen, um sich auf das gemeinsame Kräftemessen einzustellen. Quasi ein Blogger-Sonderheft zur 3. Liga, das mit Sicherheit interessante und amüsante Sichtweisen der Konkurrenz offenbaren wird.

Schaut doch einfach mal im FCS-Blog vorbei!

Wir bzw. ich durfte heute den Stein ins Rollen bringen. Mit der freundlichen Genehmigung aus Saarbrücken könnt ihr daher auch hier das blog5-Interview nachlesen:

 

FCSBlog: Stellt Euch mal bitte vor!

Santon: Blog5 ist ein Sammelsurium von Liebes- und Leidensgeschichten aus dem nicht immer ganz leichten Alltag als Fan des ehemaligen Fußball-Bundesligisten Arminia Bielefeld. Nicht immer todernst, aber manchmal. Die Übergänge sind da verwirrend fließend.

Zeitgleich mit der Arminia-Krise wurde auch Blog5 ordentlich durchgerüttelt, aber wie der Verein, so können auch wir von uns behaupten: Blog5 lebt! Die Altvorderen sind in Teilzeit gegangen und neue „Autoren“ drangen nach vorne. Der Weg war das Ziel. Es musste weitergehen.

FCSBlog: Die -fast schon- etwas entschuldigende Frage zu Beginn: Das Unterzahlspiel 1986, die Relegation 1985 und letzte Saison das 0:4 zu Hause gegen Saarbrücken – beliebt wird der 1. FC Saarbrücken nicht mehr auf der Alm, oder?

Santon: Ihr seid ja nun nicht der erste Verein, mit dem wir Niederlagen assoziieren. Würden wir nach jeder Pleite neue Feindbilder aufbauen, wären wir ja verbitterte und vereinsamte Hinterwäldler. (..) Oh, einen Augenblick…

FCSBlog: Euer Trainer Stefan Krämer gilt nach seiner Erstlingssaison in Liga 3 als Wunderkind. Wie seht Ihr das?

Santon: Wir haben mehrere qualvolle Jahre ohne überzeugende Persönlichkeiten auf der Trainerbank hinter uns. Wir hatten ja nichts. Es gab niemanden mit positiver Ausstrahlung, der das Fanvolk hinter sich versammelt und gierig auf Erfolg ist. Stefan Krämer kann diese Sehnsüchte befriedigen – und zwar weil er das genaue Gegenteil eines Wunderkindes ist. Diese Pudelfrisur und seine unkonventionell offene Art sind ein Indiz dafür, dass unsere „Bosse“ den chemisch gereinigten Elfenbeinturm verlassen haben und sich hier demnächst sogar wieder Leute mit Dreitagebart bewerben dürfen.

FCSBlog: Bielefeld wird zwar offen aus unterschiedlichsten Gründen belächelt (wir lassen mal die Bielefeld-Verschwörung aus dem Spiel), hat aber stets sehr gute Fanmagazine und jetzt auch Blogs wie blog5 hervorgebracht. Woran liegt das?

Santon: Da regt mich ja die Frage schon auf. Was heißt denn hier belächelt? Humor und Kreativität sind doch nicht ausschließlich von Rheinländern gepachtet. Ich finde gerade ein Traditionsverein mit großer Familie sollte gute Fanmagazine und Blogs haben. Denn wenn die Spieler dann mal aus dem Haus sind oder es passiert irgendwas, dann haben wir immer noch unsere Fanmagazine und Blogs. Da haben wir was in der Hand und wir haben als Fans das Gefühl auf eigenen Füßen zu stehen. Da haben wir etwas Eigenes.

FCSBlog: Und was passiert diese Saison so auf der Alm?

Santon: Same procedure as last year: Wir stehen und sitzen dort, gucken in unsere kleine Stamford Bridge und verstehen nicht, warum man mit diesem Stadion 3. Liga spielen muss bis uns die niedere Spielqualität jäh aus allen Träumen reisst. Aber vielleicht machen wir ja doch noch einen Sprung nach vorne.

(Fragenblock!)

Wenn meine Mannschaft 2011/12 ein Film war, dann:

Einer mit vielen unbekannten Schauspielern, der aber wieder einmal genügend Dramaturgie bot. Von verruchten Ausflügen ins Rotlichtmillieu (Schnitzmeier) bis hin zur Wiederauferstehung (11 Spiele, 0 Siege), es war für jede Konfession etwas dabei.

Auf diesen Verein freue ich mich 2012/13 am Meisten:

Irgendwie ja doch auf die Preußen, dann ist die Hütte wenigstens voll.

Auf diesen Verein freue ich mich 2012/13 überhaupt nicht:

Ich kann mir Namen so schlecht merken…

Wer steigt 2012/13 höchst wahrscheinlich in die 2. Liga auf?

Einer der drei Absteiger bestimmt. Der Rest der Liga kommt für alles in Frage – die 3.Liga hab ich persönlich noch nicht verstanden.

Und wer muss ab in eine der gefühlt 26 Regionalligen?

Einer der drei Aufsteiger bestimmt. Der Rest der Liga kommt für alles in Frage – die 3.Liga hab ich persönlich noch nicht verstanden. (Ich wünschte ich könnte besser antworten.)

Moderne Fußballarena oder Betonschüssel mit Flair?

Sind viele der modernen Fußballarenen nicht Betonschüsseln, denen Flair angedichtet wird?

In zwei Jahren ist die 3. Liga...

…für uns hoffentlich kein Thema mehr.

Relegation ist ja...

… kein gewaltverherrlichendes Synonym für Frustbewältigung.

Andere Fußball-Blogs sind...

…nicht anders, nur besser? :-)

Wenn Fußball nicht mein Sport wäre, dann...

…hätte ich als Politikstudent ja noch mehr Zeit über Sinn und vor allem Unsinn nachzudenken.

 

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SV Meppen Olé

Bis zur EM ist jetzt Sommerpause. Aber schon während der EM starten die Blauen mit der Vorbereitung für die neue Saison. Zeit, einen Blick auf den Testspielplan zu werfen.

Bis zu einer Pressemitteilung am gestrigen Nachmittag versprach dieser nur wenig Attraktivität. Da wurde uns Eintracht Braunschweig – bei allem Respekt – als „hochkarätiger“ Gegner angepriesen und das Derby gegen Paderborn im heimischen Stadion, bestimmt wieder begleitet von atemberaubenden 50 Fans aus Paderborn, als weiteres Highlight verkauft.

Klar, das Westfalenpokalfinale gegen Telgte umweht ein Hauch von Abenteuer und großer Bühne, letztlich ist es aber eher ein wertloses Pflichtspiel.

Der einzig wahre Höhepunkt wurde dann gestern bestätigt: Am 11. Juli trifft Arminia auf den SV Meppen! Meppen wird oft belächelt, ist aber kultiger Trendsetter auf diversen Gebieten. Bereits 1982 – lange bevor Arminia das Faxgerät erfand – kauften sich die Emsländer ihren ersten Anrufbeantworter, um den Ticketanfragen für eine ebenfalls sensationelle Weltpremiere Herr zu werden: Diego Armando Maradonna gab sich für sein allererstes Spiel auf europäischem Boden mit dem FC Barcelona in Meppen die Ehre! 18.000 Fans kamen – das restlos ausverkaufte Emslandstadion sah nie mehr so viele Zuschauer.

In den 90ern etablierte sich Meppen mit zunächst rein ehrenamtlich tätigen Vereinsvorständen und einer Mannschaft aus Halbprofis sogar für einige Jahre in der 2. Bundesliga! Ein Geschäftsmodell für Arminia?

Den jüngsten Meppener Erfolg darf sich Rene Wessels auf die Fahnen schreiben, der mit seinem wahrhaft traumhaftem 2:1 gegen Holstein Kiel für das Tor des Monats April nominiert wurde. Mehr Glamour für ein Testspiel geht nicht, oder?

Ein Wermutstropfen aber bleibt: Das heiß ersehnte Aufeinandertreffen soll in Fürstenau-Schwagstorf im Kreis Osnabrück stattfinden. Anrufbeantworter und Faxgeräte werden mit Weganfragen überquirlen.

Ob sich die Verantwortlichen mit dem Grün-Weiß Schwagstorf als Ausrichter einen Gefallen getan haben, ist also stark in Frage zu stellen. Zudem mit Blick auf die Vereinshymne der Grün-Weißen Ungemach droht. Dort heißt es u.A. :

 

Mohamed war ein Prophet, der von allen Farben was versteht,
und von all der schönen Farbenpracht, ja Farbenpracht,
hat er sich das Grün und Weiß herausgedacht.
Grün und Weiß ist die Natur, ja die Natur,
grün und weiß ist unsere Fußballgarnitur.

Vor etwa drei Jahren beauftragte der FC Schalke 04 aufgrund ähnlicher Sprachspagate zwischen Sport und Religion sogar Islamwissenschaftler damit das provokative Ausmaß der Vereinshymne „Blau und Weiß, wie lieb´ ich dich“ zu überprüfen. Polizei und Staatsschutz waren eingeschaltet. All das wäre finanziell weder für Meppen noch für Arminia zu stemmen.

Aus diesem Grund instrumentalisiere ich Blog5 und schlage als neuen Ausrichter den sympathischen TuS Haren und das Emsparkstadion vor. Dem Emsland eine Chance!

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"Mein Sohn würde der Bielefelder Fan-Szene keine Schuld für dieses Verbrechen geben, wenn er sich selbstbestimmt äußern könnte."

(...) Die Mutter des Opfers veröffentlichte nun einen Brief. "Mein Sohn würde der Bielefelder Fan-Szene keine Schuld für dieses Verbrechen geben, wenn er sich selbstbestimmt äußern könnte", schreibt sie. Er wisse, dass diese Gewaltverbrecher weder an der Arminia noch an Fußball Interesse hätten. "Wenn es diese Plattform für ihre Gewalt nicht gäbe, wären es Behinderte oder Menschen anderer Hautfarbe, gegen die sich ihre Aggressionen richteten." Diese Art von Fans sei in allen Vereinen, auch in Bremen, nur schwer in den Griff zu bekommen.

In dem Brief heißt es weiter: "Vielleicht gibt es einige unter ihnen, die ihre radikale Haltung überdenken, wenn sie sich vor Augen halten, dass hinter dem Opfer, das nun schon seit fünf Tagen um sein Leben kämpft, Freunde und Kollegen stehen, für die er unersetzbar ist und eine Familie, die sich in ihrer schwersten Lebenskrise befindet. Was uns aufrecht hält, ist die Hoffnung, dass unser Sohn überlebt. Wollen wir dafür beten."

(Quelle: NW)

Ganz Bielefeld drückt und hofft und betet mit, immerhin das können wir dieser Tage sicher sagen. Wir wünschen gute und baldige Besserung!

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