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Stimmen zum Spiel

Die Kickers - nicht Irgendwer!

Zum morgigen Auswärtsspiel der Blauen eine klitzekleine persönliche Anekdote, von der ich eigentlich gehofft hatte, dass sie mit Arminia Bielefeld nie in Berührung kommt:

Wollte man vor wenigen Jahren in der Sportschau den Erstligisten Arminia sehen, musste man – sofern der Gegner nicht Bayern München hieß - in der Vorahnung, dass es die erste oder spätestens zweite Zusammenfassung sein wird, sehr zeitig vor dem TV sitzen. Dabei konnte es vorkommen, dass man sogar das ein oder andere Drittligaspiel zu Gesicht bekam, welches mit hoch gesetzter Nase und sichtbar zur Schau getragenem Desinteresse verfolgt wurde.

So geschehen bei einem Spiel unseres morgigen Gegners. Ein sichtlich erschöpfter Coach mit grau melierter Verzweiflungswuselfrisur versuchte die Niederlage gegen die Kickers zu begründen und beendete seine Ausführungen mit einem offensichtlichen Totschlagargument für Drittligaexperten:

„Am Ende muss man auch sagen: Wir haben hier nicht gegen Irgendwen gespielt. Wir haben gegen Kickers Offenbach gespielt.“

 

Einem Arminia-Fan anno 2008, der in Vorfreude auf Bundesligaberichte seines Teams und anderen erlesenen Mannschaften wie eben den Bayern oder dem HSV unruhig vor dem Bildschirm saß, konnte diese Aussage nur ein großes, arrogantes Lachen entlocken.

Bis heute ist mir dieser Satz in Erinnerung geblieben. Man spielt nicht gegen Irgendwen, wenn man gegen Kickers Offenbach spielt. Was „damals“ lustig war, klingt heute bedrohlich.

Die immer wieder großen Töne des Interims(?)-Trainers Krämer (nicht Uhlig!) und die Versprechen der Spieler den Bock umstoßen zu wollen, ziehen schon längst nicht mehr. Es gibt nichts, was im Hinblick auf dieses Spiel positiv stimmt. So wurde dann auch ein geplanter Sonderzug nach Offenbach gestrichen, stattdessen werden Bulli-Touren angeboten.

Weiterhin bleibt auch die Frage offen, ob es nicht viel mehr Sinn machen würde Arminia endlich sportlich so zu stärken, dass am Ende keine Nachfinanzierungen mehr nötig sind.

Lieber in Beine als in schwarze Löcher investieren, oder? Inklusive der beiden Derbys wäre dann ein Zuschauerschnitt von 9.200 sicherlich zu erreichen.

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Kein Applaus für Scheiße!

Wer Stimmen zum Spiel gehört hat, wer Reaktionen der Zuschauer nach dem Spiel wahrgenommen hat, der könnte schnell auf den Gedanken kommen, Arminia habe wieder nur unglücklich verloren.

Stop! Dem war nicht so. Eigentlich war nämlich alles so wie immer.

Weil Arminia es in keinem Spiel zu Stande bekommt 90 Minuten ohne groben Abwehrschnitzer auszukommen, geht der Gegner immer irgendwann in Führung.

Weil bei Arminia einfach niemand "schießen" kann und Arminia damit immer noch seit dem ersten Spieltag zu Hause kein einziges Tor mehr geschossen hat, reicht dem Gegner immer ein Tor zum Sieg.

Weil auf dem Platz niemand zu sehen ist, der gallig ist und wild entschlossen wirkt mal den Bock umzustoßen, reicht dem Gegner jeweils eine durchschnittliche Leistung für drei Punkte.

Weil – wie die Beispiele Schönfeld und Agyemang nach ihrer Auswechslung mit plötzlich engagiertem Rumpelstilzchentanz belegen – immer nur außerhalb des Platzes große Reden geschwungen werden, hat Arminia nach 11 Spielen immer noch keinen Sieg geholt.

Diejenigen, die dafür noch klatschen, möchte ich fragen, ob sie in scheinbarer Einheit mit der Mannschaft jegliche Ansprüche verloren haben und froh sind alle zwei Wochen in einem Bundesligastadion zu Gast zu sein.

Entweder hier ergibt sich ein Verein seinem Schicksal oder Frank Elstner springt morgen aus einer Ecke hervor und lädt uns alle zu „Verstehen Sie Spaß?“ ein.

 

Nachtrag: Mit Nils-Ole Book bei Wehen und Nico Frommer bei Heidenheim haben übrigens jeweils zuvor arbeitslose Nachverpflichtungen den Siegtreffer  auf der Alm erzielt.
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„Darum geht es ja immer“

Hajo Faber im Gespräch mit Jens Kirschneck auf die Frage, ob es in seiner Zeit als Interimspräsident vor allem darum ging die Insolvenz abzuwenden.

Dieses Zitat darf man gerne auch morgen um 14 Uhr den Spielern zurufen. Schenkt man Stefan Krämer allerdings Glauben, ist das gar nicht mehr notwendig:

„Bei den Spielern ist der Groschen gefallen. Sie werden von der ersten Minute an um ihr Leben rennen.“ (nw-news)

Habe ich an dieser Stelle eigentlich gegähnt, weil ich müde war?

Spielt man den Doppelpass nun zurück zu Hajo Faber, so könnte man beinahe doch Lust auf Morgen bekommen:

„Ich bin nach wie vor der Meinung, dass diese Mannschaft gut zusammengestellt ist und wesentlich besser spielen kann, als sie es bisher getan hat. Eine Platzierung um Rang 8 sollte immer noch drin sein.“ (11Freunde)

 

Die Geschichte von Faber ist längst eine Story wert gewesen und wird als besondere Arminia-Anekdote unvergessen bleiben. Überspitzt formuliert und dennoch zutreffend: Er brachte es in wenigen Wochen vom Kartenabreißer zum Arminia-Präsidenten. American Arminia!

Ein wirklich selbstloser Einsatz, für den man sich bedanken muss. Schließlich gibt es diverse Foren, die alle DSC-Verantwortlichen sobald sie in Erscheinung treten, konsequent kritisch begleiten.

So freut man sich für ihn, dass er vom „kleinen Anwalt, der sich wichtig tun will“ oder der „Marionette der Sponsoren, die dafür Geld bekommt“ (zitiert in der Oktober-Ausgabe von 11Freunde) vorerst nichts mehr lesen muss.

Als Fan wird man wohl neben der Tatsache, dass Arminias Präsident bei Auswärtsspielen etwa auch über Blog5 bei Facebook mitfieberte, wohl insbesondere das Gefühl vermissen endlich einen aus den „eigenen Reihen“ an der Spitze des Vereins zu wissen.

Trostpflaster dafür: „Lyrik in Leder“ ist zurück!

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Halbzeitbemerkungen

Eigentlich versuche ich nach jedem Arminia-Spiel, also nach jeder neuen Enttäuschung, meine Wut nicht hier im Blog auszulassen, sondern dann eher gar nichts zu schreiben.

Heute mache ich eine Ausnahme ohne im Stadion zu sein.

0-2 zur Pause. Erneut in Unterzahl. Es reicht! Endgültig! Mir ist völlig egal wie das entstanden ist. Aber das hat keiner mehr verdient! Ende! Wofür wurden die spielfreien Wochen eigentlich genutzt? Offensivverbesserungen? Haben wir eigentlich Stürmer?

Arminia hat seit dem Tor von Rahn gegen Stuttgart 2, vor noch knapp 11.000 Zuschauer am ersten Spieltag, zu Hause nicht mehr getroffen.(Deshalb bin ich mir auch ziemlich sicher, dass dieser Beitrag auch nach Spielende noch Gültigkeit hat.) Wer soll sich das noch antun?

Warum vergraulen wir Leute wie Odonkor? Weil wirs können? Wurde Rübe Kauf mundtot gemacht? Wo sind Persönlichkeiten? Welchen Namen sollen sich die Arminis auf ihr Trikot flocken?

Ist Thomas Helmer als "sportliche Kompetenz" mittlerweile mal im Stadion gewesen?

ENDE!!! Schluss, Aus!!! Sorry für den Wut-Beitrag. Es stinkt aber nur noch zum Himmel - und das seit drei Jahren.

Auf Radio Bielefeld spielen sie "Mad World".

 

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Gedanken zur Doppelpass-Zeit

Das Laberformat um, mit und für Udo Lattek (jetzt Aufsichtsrat Helmer?) hat spätestens seit 3 Jahren seine letzte Relevanz für einen Arminia-Fan verloren.

Dass für die dritte Liga ähnliche Formate im MDR (Döbbelbaaß) oder SWR (Schdammdisch) geplant sind, glaube ich nicht.

Ohne zu dieser frühen Uhrzeit überhaupt ein Krombacher getrunken zu haben, werde ich in das Vakuum stoßen und mit dem gleichen kurzen Zeitfenster wie es Arminia im DSF Sport1 gewidmet wurde, meine bescheidene Meinung zur dritten Heimpleite äußern:

  • Arminia war mindestens gleichwertig.
  • Beide Teams spielten zu planlos, um sich viele Chancen herauszuspielen.
  • Dazu noch schlechte Standards.
  • Viel Standfußball; besonders zu erkennen, wenn Bielefelder Innenverteidiger Anspielstationen suchten.
  • Ohne in irgendeiner Weise einen Trainerwechsel zu fordern: Die Auswechslungen waren à la Frontzeck: spät und ängstlich.
  • Schönfeld (offensiv), Hille (offensiv) raus und Demme (defensiv), Rahn (gleiche Position) rein, erst nach dem 0-1 wurde verzweifelt der zweite Stürmer hinterhergeschmissen.
  • Kein Mut, nicht mal der Mut der Verzweiflung. Zähes Gekicke, das keinem Spaß macht anstatt wenigstens im Ansatz schönem Fußball, der die Leute wieder zurück ins Stadion holt (wie er angekündigt wurde).

Mein Fazit: Man kann sich (noch) nicht vorstellen, dass diese Truppe im Abstiegsstrudel versinken wird, aber im Offensivbereich muss mehr als schnell gehandelt werden - in welcher Form auch immer.

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Die doppelte Unterzahl

Aus 0 zu 1 und einer ersten Halbzeit zum Abgewöhnen, mach 1:1 in – wie heißt es so schön – doppelter Unterzahl.

Gut möglich, dass es mein Denkfehler ist, aber bedeutet „doppelte Unterzahl“ nicht eigentlich, dass man mit der halbierten Anzahl von Spielern den Gegner bekämpft? Also dass doppelt so viele Gegner auf dem Platz stehen? Und wenn dem so wäre, müsste es dann nicht halbierte Unterzahl oder halbiert in Unterzahl heißen? Eine mir zusammengereimte Lösung ist, dass sich die Differenz, der sich für beide Mannschaften auf dem Feld befindenden Spieler verdoppelt hat. Hätte es jetzt in dieser Rudelbildung neben Burmeister noch einen Arminen mit Rot erwischt, wäre jeder Sportjournalist wohl aufs Glatteis gelegt worden. Von einer dreifachen Unterzahl könnte man dann jawohl kaum sprechen, oder?

Wie dem auch sei. Die „doppelte Unterzahl“ kann Spaß machen – und wie. Wer im Stadion war, wird zustimmen: Ein gefühlter Sieg.

Egal ob im Stadion oder nicht, eines wird alle ärgern: keine TV-Bilder!

Hübeners zweite gelbe Karte erschien von Weitem als eine astreine Grätsche Richtung Ball. Burmeisters Dummheit lässt sich wohl nicht abstreiten, aber der Faust-/Ellbogenhieb eines Osnabrückers (die Nummer 6 ist notiert) war unübersehbar.

Aber so ist wohl dritte Liga. Back to the roots. Amüsierend oft werden Bälle nicht richtig angenommen, gelegentlich offenbaren die Profis dass auch sie den Außenristpass nicht wie das Einmaleins beherrschen und wer zuhause nicht verzweifelt nach irgendeiner App sucht, sitzt vor dem Radiogerät

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Aus dem Hintergrund müsste Rahn schiessen...

Ich will gar nicht wissen, wie oft uns diese Fußballfloskel diese Saison begegnen wird. Heute traf sie jedenfalls schon bestens zu – der Johannes machte den Helmut und versenkte sicher.

Mehr Helmüte hat es heute leider nicht gegeben. Jeder noch so starke Spielzug, jede noch so große Chance hielt einem bitterböse vor Augen, dass der Fußballgott seit mindestens 2 Jahren kein Armine mehr ist.

Und so hat auch die „Täglich grüßt das Murmeltier“- Phrase ihre Gültigkeit: der Heimweg wird auch diese Saison erstmal mit gesenktem Kopf angetreten (sofern kein Support Hat aus dem letzten Jahr mehr vorhanden).

Man könnte den Frust-Gedanken weiter freien Lauf lassen und nun darauf verweisen, dass in den nächsten 5 Spielen drei Auswärtsspiele und die beiden zu Topfavoriten gekürten Teams aus Osnabrück und Wehen oder Wiesbaden auf uns warten und das ganze eine sich ähnelnde Negativdynamik wie in in der letzten Saison annehmen könnte... man könnte..man könnte aber auch einer SMS von einem sich selbst als Pessimist bezeichnenden und doch wahrem "Kenner der Szene" vertrauen, die mich nach Abpiff erreichte:

 

„Der deutsche Meister ist letzte Saison auch mit einem 1:2 gestartet!“

 

Meister muss ja nicht, aber oben dran bleiben..das wär trotzdem dufte. Und wenn sich der Ärger gelegt hat, wird ein jeder Stadionbesucher wohl zu der Erkenntnis kommen:

Möglich ist das. Nur treffen müssen se!

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"Ihr fahrt nach Bielefeld, ihr fahrt nach Bielefeld, ihr fahrt, ihr fahrt - ihr fahrt nach Bielefeld!"

Fangesänge der Dynamo Dresden-Fans während des Siegs im Relegationsduell beim VfL Osnabrück.

Johnny, bitte übernehmen Sie!

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"Wir spielen jetzt auf Asche."

Ingolf Lück klärt Harald Schmidt über die aktuelle Situation bei Arminia Bielefeld auf.

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Eilove Arminia!

Ein Bekenntnis, das nicht nur des Namens wegen keinen überrascht. Der gute Dennis hat schließlich bis gestern 15 Jahre lang für Arminia das Tor gehütet und mit dem Beitritt in den Fanclub „Boys Bielefeld“ seine Vereinsliebe zementiert.

Das alles gepaart mit dem nun irgendwie zwangsläufigen Abschied vom DSC war auch für den großartigen blog5-Partner 11Freunde Anlass genug dem Ganzen ein empfehlenswertes Interview zu widmen. Zu lesen ist darin nicht nur ein Liebesweis, sondern auch ein Seitenhieb in Richtung Neueinkäufe.

„Es ist schade, dass manche Fußballer den Verein nur als Arbeitgeber oder Sprungbrett sehen. Ich hatte allerdings auch das Glück, bei dem Verein zu spielen, den ich mit Leib und Seele liebe.“

Eindrucksvolle Belege dafür, dass Dennis Eilhoff bei weitem nicht der einzige Ostwestfale ist, der zum DSC steht, konnten am Sonntag gesammelt werden. Arminias Fans kamen dem in der Fanhymne für sich beanspruchten Titel der „besten Fans der Welt“ tatsächlich sehr nahe. Während woanders das Stadioninventar zerdeppert wird, wählt der Armine mit einer sehr sehr beeindruckenden Choreographie, kreativem Liedgut, LaOla-Welle und einer Menge Stolz auf seinen Verein, der in den letzten Jahren bis ins Mark durchgeschüttelt wurde, den aufrechten Gang nach unten. In der Stunde des Erfolgs ist jede Fanschar in der Lage Gänsehaut-Stimmung zu erzeugen, aber wer in bittersten Zeiten noch in der Lage ist mit so viel Hingabe ein Fußballfest zu inszenieren, verdient mehr als das allgegenwärtige Attribut „Kult“ zu sein.

Wie groß dabei die „Liebe“ sein kann, die Arminia verdient, hat jeder für sich selbst zu entscheiden. Das gestrige Lebenszeichen kann dabei aber doch eigentlich niemanden kalt lassen...

Das alles steht – für immer.

 

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